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Ottweiler Zeitung
Ausgabe 16/2026
Die Stadt Ottweiler teilt mit
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Wenn Schweigen gefährlich wird – Künstliche Harmonie im Fokus

Foto: Marion Strempel, Ralf Hoffmann, Sabine van der Zwet und Suanne Bartel-Groll arbeiteten für eine Informationsveranstaltung der IHK zusammen (v. l.).

 

Unter dem Titel „IHK Regional: Künstliche Harmonie im Fokus“ beleuchtete die Expertin Sabine van der Zwet im Kaiserhof, warum das Vermeiden von Konflikten Gift für jedes Unternehmen ist. Sie verdeutlichte, wie Führungskräfte den Weg zu authentischer psychologischer Sicherheit ebnen.

Doch eingangs begrüßten Susanne Bartel-Groll von der IHK, Ralf Hoffmann von der Stadt Ottweiler und Marion Strempel vom Gewerbeverein gemeinsam die Gäste und gingen kurz auf die bewährte Zusammenarbeit ein. Sie unterstrichen übereinstimmend die Bedeutung des Netzwerkformats „IHK Regional“ für die regionale Wirtschaft und hießen besonders willkommen Wolfgang Herget, Vize-Präsident der IHK Saarland, Mathias Lauer, Ausbildungsleiter der IHK, und Patrik Clos von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Neunkirchen (WFG).

Im Kern des Vortrags von Sabine van der Zwet stand eine paradoxe Beobachtung: Harmonie klingt erstrebenswert. Doch wenn in Teams nur genickt wird, um den scheinbaren Frieden zu wahren, läuft was falsch. Die Expertin verdeutlichte eindrucksvoll, dass „künstliche Harmonie“ oft nur eine Fassade für mangelndes Vertrauen ist. Sabine van der Zwet informierte: „Wenn ehrliches Feedback ausbleibt und konträre Meinungen aus Angst vor Konfrontation zurückgehalten werden, bleiben Innovation und Produktivität auf der Strecke. Wir brauchen ein offenes Feedforward.“

Van der Zwet zeigte auf, wie sich dieser Zustand schleichend etabliert: Konflikte werden nicht gelöst, sondern unter den Teppich gekehrt. Das Ergebnis sind langfristiger Frust und eine sinkende Identifikation mit gemeinsamen Entscheidungen.

Doch wie durchbricht man diesen Teufelskreis? Die Referentin gab den Führungskräften konkrete Impulse mit auf den Weg: Nur wer sich sicher fühlt, traut sich, den Status quo zu hinterfragen. Konstruktive Reibung muss aktiv moderiert und als Chance begriffen werden. Authentizität beginnt oben. Wer selbst offen mit Fehlern umgeht, lädt sein Team ein, dasselbe zu tun.

Fazit: Der Abend machte deutlich, dass wahre Teamstärke nicht durch die Abwesenheit von Konflikten entsteht, sondern durch die Fähigkeit, diese konstruktiv auszutragen. Ralf Hoffmann: „Ein herzlicher Dank gilt Sabine van der Zwet für die wertvollen Einblicke sowie allen Partnern und Teilnehmern für den offenen Austausch im Anschluss.“