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Ottweiler Zeitung
Ausgabe 19/2026
Die Stadt Ottweiler teilt mit
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Friedhöfe als Spiegel der Ortsgeschichte

 

Den Internationalen Museumstag 2026 (17. Mai) nimmt die KVHS zum Anlass, an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen Führungen über stillgelegte Friedhöfe Ottweilers anzubieten, die dadurch als „Freiluftmuseen“ in den Blick der Öffentlichkeit geraten mögen.

Geplant sind die Angebote für Sonntag, 17. Mai 2026, um 16:00 Uhr - Führung über den ehemaligen katholischen Friedhof Neumünster sowie für Sonntag, 24. Mai 2026, um 16:00 Uhr - Führung über den Jüdischen Friedhof und den benachbarten Paritätischen Friedhof

Beide Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Ottweiler e. V. und dem Heimat- und Kulturverein Ottweiler e. V. statt.

 

Die meisten Bewohnern Ottweilers wissen wahrscheinlich nicht, dass der alte katholische Friedhof Neumünster eine seltene Besonderheit aufweist: Er fügt dem vielfältigen sepulkralen Erbe des Saarraumes ein weiteres Element hinzu: den während der Zeit des Nationalsozialismus errichteten Kreuzweg, dessen einzelne Stationen zugleich Grabmale sind. Dieses Alleinstellungsmerkmal eines saarländischen Friedhofes veranlasste das Landesdenkmalamt unter Federführung von Dr. Rainer Knauf Schritte in die Wege zu leiten, dieses kulturhistorische Kleinod in die Landesdenkmalliste aufzunehmen, da solche Gräberkreuzwege sich deutschlandweit nur vereinzelt finden, in der Bevölkerung weitgehend unbekannt sind und bislang auch kaum im Fokus der Forschung stehen.

Der 1835 eröffnete, mehrfach erweiterte und zuletzt 2006 belegte Friedhof am Ostrand der Stadt hat zudem noch große Teile seiner historischen Umfassungsmauer bewahrt, eine kleine Trauerhalle aus den 1930er Jahren, ein Priestergemeinschaftsgrab mit regional bekannten Persönlichkeiten wie dem politisch und kirchenhistorisch engagierten Pfarrer Johann Anton Joseph Hansen (1801–1875), sowie noch einzelne bedeutsame Familiengräber. Bemerkenswert sind auch die Denkmäler und Gräber der Kriege 1870-71, 1914-18 und 1939-45.

Die Führung über diesen bemerkenswerten Friedhof nutzt Hans-Joachim Hoffmann mit Unterstützung von Hans Werner Büchel dazu, zunächst allgemein die Entwicklung der Ottweiler Friedhöfe zu skizzieren, um anschließend auf einzelne Grabmale wie z. B. das Priestergrab und die Gedenkstätte der Dernbacher Schwestern, die Grabmale Friedrich und Petry, aber auch die Denkmale und Gräber der Kriege einzugehen. Dabei spricht der Referent auch historische Aspekte an, die sich in diesen Grabstätten widerspiegeln. Hans Werner Büchel erläutert während des Rundganges die einzelnen Stufen in der schrittweisen Erweiterung des Friedhofes.