Nach der Rekordhitze Ende Juni hatten Mensch und Natur nur wenig Zeit zum Aufatmen – es bleibt weiterhin heiß und trocken. In der oberen Waldbodenschicht herrscht seit Wochen akuter Wassermangel. Die meisten Waldbrände entstehen, weil Waldbesuchende unachtsam sind. Dafür reicht oft schon ein Funke aus.
„Mit dem trocken-heißen Wetter der vergangenen Tage und Wochen ist die Waldbrandgefahr deutlich angestiegen“, warnt Forstamtsleiter Florian Kemkes. „In den letzten Jahren häufen sich auch in Rheinland-Pfalz die Waldbrände, zuletzt im Kreis Bad Kreuznach. Wir alle müssen wirklich vorsichtig sein!“ Wälder mit starkem Besucherandrang laufen besonders Gefahr zu brennen. Rund 90 Prozent aller Waldund Flurbrände entstehen, weil Menschen zu unvorsichtig mit offenem Feuer im Wald
umgehen. Deshalb weisen die Forstleute gemeinsam mit den Feuerwehren eindringlich auf folgende Verhaltensregeln beim Waldbesuch hin:
| • | Das Rauchen im Wald ist strengstens verboten, machen Sie rauchende Menschen höflich darauf aufmerksam. |
| • | Das gilt übrigens auch auf öffentlichen Straßen, die durch den Wald führen. Bitte schmeißen Sie auf keinen Fall glühende Kippen aus dem Fenster. |
| • | Das Grillen und Anlegen offener Feuer ist im Wald und in Waldesnähe verboten. Das Benutzen der offiziellen Grillplätze kann je nach Wetterlage ebenfalls zeitweise verboten sein. Bitte informieren Sie sich vorab bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. |
| • | Benutzen Sie nur ausgewiesene Parkplätze; trockene Grasflächen können sich durch heiße Katalysatoren unter den Autos entzünden. |
| • | Halten Sie alle Zufahrten zu Wäldern und die Waldwege für die Rettungsfahrzeuge vollständig frei. |
„Die Forstleute, die Feuerwehr und die Polizei sind beim Waldschutz auf die Mithilfe der Waldbesuchenden angewiesen“, so der Appell von Kemkes. Deshalb gilt: Wer eine, auch noch so kleine, Rauchentwicklung im Wald bemerkt, sollte dies über den Notruf 112 (Feuerwehr) oder 110 (Polizei) melden.
Klimakrise tötet Bäume und sorgt für mehr Totholz im Wald
Die inzwischen fast schon als normal empfundenen trockenen Sommer setzen den Waldbäumen zu. Zahlreiche Bäume haben tote Kronenäste oder sind ganz abgestorben. Die Äste und toten Bäume stürzen zu Boden oder in sich zusammen. So gibt es immer mehr trockenes Holz im Wald. Das Belassen von Totholz im Wald ist allerdings wichtig für die Artenvielfalt: Viele Tier- und Pflanzenarten und Pilze brauchen Totholz um zu überleben. Die Artenvielfalt ist hier sehr hoch. Aufgabe der Försterinnen und Förster ist es deshalb, eine Balance zu halten zwischen Ökologie und Artenschutz einerseits und Brandschutz andererseits.