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Öffentlicher Anzeiger - Stadt Püttlingen
Ausgabe 22/2026
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Köllertaler Firmlinge informierten sich über Schicksale von SS-Sonderhäftlingen in der Gedenkstätte Hinzert

Die Köllertaler Firmlinge vor der Gedenkstätte Hinzert im Hunsrück mit ihrem architektonisch beeindruckenden Bauwerk

Kurz hinter der saarländischen Landesgrenze im Hunsrück liegt das ehemalige SS-Sonderlager Hinzert. Hier wurden ab Anfang Oktober 1939 straffällig gewordene Westwallarbeiter, von den Nazis sogenannte „Arbeitsscheue, notorische Faulenzer oder Gewohnheitstrinker“ interniert. Ab dem Frühsommer 1940 ging das Polizeihaftlager am Westwall in ein Konzentrationslager über, in dem luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge auf ihrem Leidensweg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau festgehalten wurden.

Über ihre Schicksale informierten sich rund 45 Firmlinge aus der Pfarrei „Oberes Köllertal Heilige Familie“, die am 25. April die Gedenkstätte Hinzert besuchten. Zusammen mit Pfarrer Franz-Josef Werle, der Katechetin Marion Riefer, der ehemaligen Gemeindereferentin Ulla Kern und Monika Jungfleisch, Leiterin des Projekts „Wider das Vergessen“, hörten die Jugendlichen, dass das Lager gut sichtbar für jedermann und sogar ausgeschildert war und die Bevölkerung an erzwungenen Schaukämpfen zwischen den Gefangenen auf Leben und Tod zusah. Erschüttert zeigten sich die Jugendlichen von den brutalen Misshandlungen der oft jungen Gefangenen, die am Marterpfahl verhungerten, verdursteten oder im Winter erfroren, gezielt erschossen oder mit tödlichen Injektionen ermordet wurden. Und das alles unter den Augen der Öffentlichkeit. Dass Tanz- und Musikabende und Theateraufführungen, u.a. mit Willy Millowitsch vom Ohnsorg Theater aus Köln in dem Lager stattfanden, riefen großes Kopfschütteln hervor. Nach der tief bewegenden Führung über das Gelände waren sich alle Firmlinge einig: Diese menschenverachtende Politik des NS-Regimes darf sich nicht wiederholen, die demokratische Grundordnung muss verteidigt und die Menschenwürde unantastbar bleiben.

Organisiert wurden die Fahrten von der Riegelsberger Journalistin Monika Jungfleisch, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Der Regionalverband Saarbrücken fungiert dabei als lokale Partnerschaft für Demokratie und hat so die Möglichkeit, zivilgesellschaftlich und demokratisch aktive Menschen und Organisationen, die sich in ihrem kommunalen Umfeld für Demokratie engagieren, zu stärken und zu vernetzen.