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Öffentlicher Anzeiger - Stadt Püttlingen
Ausgabe 26/2026
Bei uns Daheim Püttlingen
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Ein ganz besonderer Konzertnachmittag, voller Humor und Gefühl!

Ein Sänger spielt zum Abschied auf. Marcel Adam, der Liedermacher aus Lothringen, der Mann mit der bestickten Kapp sagt „Merci und Au Revoir “. Jahrzehntelang hat er sein Publikum unterhalten, mit gefühlvollen Liedern in Mundart, auf Deutsch und Französisch, selbst geschrieben oder neu interpretiert. Sein Publikum an der Marienkapelle hat er in sein Herz und seine heiter gestimmte Lothringer Seele blicken lassen. Marcel Adam war nicht alleine gekommen. Er brachte seine exzellente Band mit. Jonglierend zwischen Melancholie und rhythmischer Komik, frecher Satire und liebenswert verpackter Sozialkritik, vertonte Marcel Adam neben eigenen Stücken auch Melodien“ die auf der ganzen Welt bekannt sind, aber niemand hört sie irgendwo mehr“.

Christian Di Fantauzzi begeisterte das Publikum mit typisch französischen Akkordeonklängen, auch bei großem Tempo mit stoischer Gelassenheit. Der saarländische Gitarrist Christian Conrad, der Jüngste im Trio, wechselte gekonnt während des Konzerts zwischen E-Gitarre, Mandoline sowie Konzertgitarre. Marcel Adam, der Charmeur mit ironischem Unterton, traf den Nerv des Publikums stets haargenau. Nicht fehlen durften auch Lieder wie „Wunder geschehn“ ( Nena) „S`Onna uff da Bank“ – die obligatorische Hommage an seine Großmutter. Glanzlicht war Heinz Rühmanns Ballade vom „Clown“, mitreißend und intensiv ließ Marcels wandlungsfähiger Vortrag den kleinen Mann mit den großen Augen lebendig werden, der die komischsten Sachen machen konnte, aber selbst nie lachte und keinen in sein Herz hineinschauen ließ, traurig und einsam im Scheinwerferlicht. Gegen Ende des Nachmittags kehrte für einige Minuten Nachdenklichkeit mit dem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ein. Dass Marcel Adam mit diesem Lied dem Repertoire einen religiösen Anstrich verpasste war keine Überraschung.

Viele andere Höhepunkte dieses wunderbaren Nachmittags aufzuzählen geht an dieser Stelle leider nicht. Stehende Ovationen, minutenlanger Applaus der 500 Besucher ließen dieses einmalige Konzert in stimmungsvoller und spiritueller Umgebung an der Marienkapelle ausklingen. Pfarrverwalter Dekan Bernd Schikofsky vom Veranstalter Kath Pfarrei St. Michael stellte in seinem Schlusswort die spannende Frage: Was wird sich das Orgateam der Marienkapelle, nach diesen beiden hochklassigen Konzerten - im Vorjahr Caracach und jetzt - für 2027 einfallen lassen? Dann feiert die schmucke Kapelle, die damals vom längst nicht mehr existierenden “Jünglingsverein“ gebaut wurde und heute durch ein ehrenamtliches Team instand gehalten wird, ihren 100. Geburtstag.