Mit großem Bedauern nehme ich die Entscheidung des Stadtrates vom 25.06.2026 zur Kenntnis, das geplante Wohnbauvorhaben „Auf Rottern“ abzulehnen. Aus meiner Sicht wurde damit eine wichtige Chance für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt vergeben. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt zeigt bereits heute deutlich, dass wir mehr Wohnraum benötigen. Umso wichtiger ist es, neue Perspektiven für modernes und bedarfsgerechtes Wohnen zu schaffen. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich Wohnungen in Püttlingen. Fehlen entsprechende Angebote, entscheiden sich Menschen zunehmend dafür, Püttlingen zu verlassen.
Als Bürgermeisterin bin ich dankbar für jeden Investor, der Interesse an unserer Stadt zeigt und bereit ist, Ideen für ihre Weiterentwicklung vorzulegen. Die Investoren des Projekts „Auf Rottern“ haben ihre Überlegungen von Anfang an transparent vorgestellt und den politischen Gremien offen erläutert. Dem Stadtrat wurde zunächst eine erste Vision präsentiert, die zu Beginn auf Zustimmung stieß und als interessante Perspektive für die Stadtentwicklung angesehen wurde.
Geplant war die Entwicklung eines Wohngebietes im Bereich „Alte Gärtnerei/Auf Rottern“ mit mehreren Wohneinheiten sowie einem Spielplatz. Ein solches Angebot hätte insbesondere jungen Familien und älteren Menschen zugutekommen können. Gerade Seniorinnen und Senioren, die sich verkleinern und barrierearm wohnen möchten, suchen zunehmend nach entsprechenden Wohnformen. Gleichzeitig benötigen Familien attraktive Möglichkeiten, um in Püttlingen bleiben zu können.
Bereits eine vorangegangene Wohnbauflächenanalyse hatte ergeben, dass sich das Gebiet „Alte Gärtnerei“ für eine Wohnbauentwicklung eignet. Damit hätte die Möglichkeit bestanden, auf den steigenden Bedarf an Wohnraum zu reagieren und gleichzeitig die Attraktivität unserer Stadt als Wohnstandort zu stärken.
Auch wenn ich die Entscheidung des Stadtrates bedauere, hoffe ich, dass sie potenzielle Investoren nicht davon abhält, ihre Ideen und Konzepte künftig in Püttlingen einzubringen. Unsere Stadt ist auf engagierte Partner angewiesen, die ihre Zukunft mitgestalten möchten.
Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, ausreichend zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, erschwert dies die positive Entwicklung unserer Stadt. Langfristig besteht die Gefahr, dass Bevölkerungswachstum ausbleibt und insbesondere junge Familien sowie ältere Menschen Püttlingen verlassen oder gar nicht erst hierherziehen, weil sie kein passendes Wohnangebot finden.
Modernes Wohnen für Familien, ältere Menschen und andere Zielgruppen wird durch diese Entscheidung vorerst nicht realisiert. Das ist bedauerlich, denn wir sollten alles daran setzen, Püttlingen als attraktiven Wohn- und Lebensstandort weiterzuentwickeln.
Püttlingen, den 29.06.2026
Denise Klein
Bürgermeisterin