In der vergangenen Stadtratssitzung vom 29.09.2026 beschloss der Stadtrat - mit der Mehrheit von CDU und SPD - die Umsetzung des Baugebiets "auf Rottern". Dieser Beschluss wirft aus Sicht der FWG/FDP-Fraktion mehrere Fragen auf.
Der Stadtrat befasst sich schon seit einem Jahr mit dem Vorhaben. Ein Investor erwarb mehrere Grundstücke im Bereich der "alten Gärtnerei" und will dort ein Wohngebiet errichten. Streitpunkt zwischen Rat und Investor war von Beginn an eine zweite Zufahrt. Der Investor plante nämlich mit nur einer Zufahrt über den Ausläufer der Straße "zur Bergenhalde", in dem die Werkstatt der Lebenshilfe liegt. Aus Sicht mehrerer Fraktionen, insb. der CDU und der FWG/FDP, war das schlecht. Die Nebenstraße trägt den Verkehr (über 200 Fahrzeuge) nicht, zumal die Werkstatt auch ein nennenswertes Verkehrsaufkommen verursacht. Die Verwaltung schlug daraufhin eine Anbindung über die Straßen a) Auf Rottern b) Vitusstraße oder c) Schachtstraße vor. Der Investor machte aber klar, dass die Stadt die Kosten der zweiten Anbindung bezahlen müsse. Im Juli 2026 lehnte der Stadtrat das Vorhaben deswegen mehrheitlich ab.
Im September 2026 stand das Vorhaben plötzlich erneut auf der Tagesordnung. Hinter den Kulissen haben sich CDU, SPD, der Investor und die Verwaltung in einem "Abstimmungstermin" auf einen geänderten Vorschlag geeinigt. Der Vorschlag sah keine nennenswerte Änderung hinsichtlich der zweiten Zufahrt vor. Die Kosten sind noch immer bei der Stadt und die Anbindung ist nicht gesichert, sondern "beabsichtigt". Dabei war genau das schon immer ein Knackpunkt: die Anbindung über eine zweite Straße muss gesichert (!) sein, bevor mit dem Bau des Wohngebiets begonnen wird. Unerklärlich ist für die FWG/FDP-Fraktion, wieso die CDU urplötzlich doch für das Vorhaben stimmte. In der Vergangenheit war die gesicherte Anbindung über eine zweite Straße für die CDU stets notwendig. „Der Grund für diesen Sinneswandel wird wohl ein Rätsel bleiben. Aktuell ist unklar, ob die zweite Zufahrt überhaupt realisierbar ist. Die Grundstücke liegen in privater Hand. Möglicherweise muss enteignet werden. Unklar ist auch, ob die Ritterstraße die Last tragen kann. Die Mündung Ritterstraße/Vitusstraße ist nicht dieses Verkehrsaufkommen konzipiert. Ob dort eine Ampel oder ein Kreisel möglich ist: Fragezeichen. Eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung braucht aus Sicht der FWG/FDP-Fraktion eine gesicherte Gesamtplanung. Aktuell haben wir das (leider) nicht.“, so die FWG/FDP-Fraktion.