Im Historischen Museum Saar während des Vortrags von Prof. Wagner. Foto: Stephan Klein, Saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik
Ehepaar Robert, Spender der Exponate. Foto: Stephan Klein, Saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik
Fundsachen aus der NS-Zeit. Foto: Stephan Klein, Saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik
Prof. Wagner mit Dr. Jellonnek (INB). Foto: Stephan Klein, Saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik
Buchenwald-Direktor Prof. Wagner freut sich über die Spende und beklagt gefährlichen Rechtsruck nicht nur in europäischen Ländern
Beeindruckender Vortrag von Professor Jens-Christian Wagner von der Gedenkstätte KZ Buchenwald im vollbesetzten Historischen Museum Saar. Mit dem Besuch in Saarbrücken revanchierte sich der vielgefragte Historiker für die Überlassung eines außergewöhnlichen Funds aus Köllerbach.
Hugo Robert, jahrelang politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald, hatte nach seiner Befreiung 1945 die Fahne der Lagergemeinschaft Saar aus Buchenwald nach Hause mitgebracht. Jahrzehnte später wurde sie von seinem Sohn Lothar und Schwiegertochter Renate in einer Kommode wiederentdeckt und fand ihren Weg zurück nach Buchenwald zusammen mit weiteren bedeutenden Fundstücken.
In Anwesenheit von Püttlingens Bürgermeisterin Denise Klein bedankte sich Professor Wagner überglücklich bei den Spendern aus Köllerbach und der Erinnerungsgruppe Püttlingen um Martin Schmidt für die Vermittlung. Und fand deutliche Worte für den Rechtsruck, nicht nur in Europa! In den USA habe Präsident Trump im April 2025 ein Dekret unterzeichnet, dass Museen verpflichtet, Nationalstolz zu fördern und Aspekte der Sklaverei zu vernachlässigen. In Deutschland bezeichnete der AfD-Ehrenvorsitzende Gauland die NS-Verbrechen als “Vogelschiss” in einer ansonsten glorreichen deutschen Geschichte. In der Gedenkstätte Buchenwald posierten Jugendliche vor dem ehemaligen Krematorium mit dem “Hitlergruss”, zuletzt hätten Berufsschüler aus dem Ofen Fotos über die sozialen Netzwerke gepostet.
Große Betroffenheit im Publikum bei der von der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik initiierten Veranstaltung, die auch viele Gäste aus der Püttlinger Erinnerungsgruppe und ihrem Umfeld in die Landeshauptstadt Saarbrücken gelockt hatte.