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Amtsblatt der Stadt Bad Salzungen
Ausgabe 3/2026
Aktuelle Themen
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Bauprojekte der Stadt Bad Salzungen Multifunktionsgebäude Frauensee

August 2025: Die Bauarbeiten sind in vollem Gange.

Das Tor der zukünftigen Garage des Feuerwehrautos lässt viel Licht herein.

Zustand der Scheune in den 1990er Jahren.

Historische Mauerreste wurden im Boden unter der Scheune freigelegt.

Die Visualsierung zeigt, wie es künftig aussehen wird.

Im Ortsteil Frauensee wird mitten im Dorfkern einem alten Gebäude wieder neues Leben eingehaucht. Die alte Scheune am nordöstlichen Rand des Schlosshofes wird zu einem modernen Zentrum für die Dorfgemeinschaft. Wo einst Nutztiere warm und trocken standen oder später der Bauhof Material lagerte, findet in Zukunft auch die Freiwillige Feuerwehr Frauensee ihr neues Domizil.

 

 

Feuerwehr und Dorfgemeinschaft unter einem Dach

 Das neugestaltete Gebäude gliedert sich in zwei Bereiche: Rechter Hand gibt es eine Fahrzeughalle für das Einsatzfahrzeug der Frauenseer Wehr, Umkleideräume und Duschen jeweils für Damen und für Herren, einen Technikraum, Lagermöglichkeiten und einen Büroraum für den Wehrführer. Linker Hand befindet sich ein Multifunktionsraum, der von der Dorfgemeinschaft, aber auch von den Kameraden der Feuerwehr zu Schulungs- und Vereinszwecken genutzt werden kann. Hier finden auf 46 Quadratmetern rund 40 Personen Platz. An diesen Raum ist eine Teeküche angeschlossen. Über einen kleinen Flur gelangt man zu drei Toilettenräumen, davon einem barrierefreien WC. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei, da alle Räume ebenerdig liegen und keine Treppen überwunden werden müssen.

Das Gebäude wird nach dem Umbau künftig mit einer energiesparenden Wärmepumpe betrieben. Im gesamten Haus wurde Fußbodenheizung installiert. Die großzügigen Fenster und Glastüren entsprechen den neusten Standards. Sie sorgen für viel Helligkeit im Innenraum des Gebäudes.

Sämtliche Außenwände sowie der Dachraum sind komplett erhalten geblieben. Die alten Metallstützen im Erdgeschoss mussten entfernt werden, um die neue Raumaufteilung umzusetzen. Neu eingesetzte Metallstützen sorgen für die nötige Stabilität des Gebäudes.

 

 

Auch für Frischluft-Veranstaltungen

 Im Außenbereich gibt es an der Rückseite des Gebäudes ein Carport für den Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr. Zwischen den Eingangstüren an der Giebelseite wird es einen sogenannten Festplatzverteiler geben, der sowohl Wasser- als auch Stromanschlüsse bietet. Damit kann die Versorgung von Freiluftveranstaltungen auf dem Schlosshof sichergestellt werden. Das ist ein großes Plus für die regelmäßigen Feste des Dorfes. Von Après-Ski-Party, Maifeuer über den Tag des offenen Denkmals, Kirmes und den Weihnachtsmarkt finden über das gesamte Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt.

Im Anschluss wird die umgebende Pflasterfläche wieder aufgearbeitet. Während der Bauarbeiten war das gebäudenahe Pflaster in Mitleidenschaft gezogen worden. Dies wird nun repariert. Auf der Rückseite der Scheune wurde eine neue Winkelstützwand und eine neue Pflasterfläche angelegt. Hier steht nun das Carport des Mannschaftstransportwagens der Feuerwehr. Vor dem ehemaligen Bauhofgebäude rechts der Scheune wird ein sauberer Traufstreifen errichtet. Um die Wege der Feuerwehrkameraden im Einsatzfall zu erleichtern, wird die Zufahrt zum Schlosshof verbreitert. Zusätzlich sollen Alarmstellplätze auf dem Schlosshof vorgehalten werden. Hier können die Kameraden während des Einsatzes ihre privaten Fahrzeuge parken können.

 

 

Historisch spannend

Seit Baubeginn im Mai 2025 haben zahlreiche Gewerke in dem Gebäude ihren Dienst verrichtet. Das historische Natursteinmauerwerk wurde im Innenbereich verputzt, von außen bleiben sowohl der Sandstein als auch das Fachwerk sichtbar. Wenngleich sich bei den Bauarbeiten herausgestellt hat: Das Fachwerk ist nicht überall echt - an der Giebelseite beispielsweise ist es nur aufgesetzt. Hier liegt die Vermutung nahe, dass das Gebäude einst größer war und am Giebel später verkleinert und in Fachwerkoptik verpackt wurde.

 

 

Im Zuge der Arbeiten gab es einige Überraschungen: Im August 2025 tauchten im Fundament alte Mauerreste auf, die das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf den Plan riefen. Baubegleitend wurden hier die Überreste freigelegt und katalogisiert. Unter anderem fanden sich in der sogenannten Kulturschicht, die Reste früherer Epochen beinhaltet, Kugelbodengefäße aus dem Spätmittelalter. Spannend war auch der Fund eines historischen Grenzsteines aus dem Jahr 1773, der in der alten Scheune entdeckt wurde. Dieser Grenzstein stand einstmals bei Kieselbach und markierte die Grenze zwischen der Landgrafschaft Hessen und dem Herzogtum Sachsen, Weimar Eisenach. Über die historisch wertvollen Funde wurde von den Archäologen sogar ein Artikel im Magazin „Archäologie in Deutschland“ veröffentlicht.

Mit dem Umbau der Scheune zum Multifunktionsgebäude investiert die Stadt Bad Salzungen knapp 800.000 Euro aus eigenen Mitteln. Hinzu kommen rund 940.000 Euro Förderung aus dem Programm der Dorferneuerung des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum. Unterm Strich wurden somit rund 1,7 Millionen Euro in die Modernisierung der Scheune investiert. Dieses Bauprojekt ist Teil des Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (GEK), welches unter anderem vom Dorferneuerungsbeirat, Vertretern der Vereine, dem Ortsteilrat und der Stadtverwaltung erarbeitet wurde.

 

 

Ein großes Plus fürs Dorf

Nach Fertigstellung steht der Frauenseer Dorfgemeinschaft sowie den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ein modernes Gebäude an einem zentralen Ort zur Verfügung. Die Räume sind vielseitig, hell und gleichzeitig gemütlich. Zusätzlich bietet der zum Gebäude gehörende Festplatzverteiler alle Möglichkeiten für Veranstaltungen unter freiem Himmel.