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Amtsblatt der Kur- und Erholungsstadt Bad Frankenhausen
Ausgabe 4/2026
Kirchliche Nachrichten
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Nigeria - Frauen als Garant der Ernährung

 

2026 kommt das Weltgebetstagsmotto „Kommt! Bringt eure Last." und das Gottesdienstprogramm aus Nigeria - eine präsidiale Bundesrepublik mit 36 Staaten.

Dieses Land (am Nigerdelta gelegen) ist voller Gegensätze: 230 Millionen Menschen mit mehr als 250 Ethnien, 3 verschiedene Vegetationszonen, aufstrebendes Wirtschaftsland mit reichen Vorkommen an Öl, Gas, Gold, aber geringe Lebenserwartungen (unter 60 Jahre), mehr als 40% leben unter der Armutsgrenze; 53 % sind muslimisch, 46% christlich. Im Nordosten verüben islamistische Terrormilizen (wie Boko Haram) schwere Anschläge mit vielen Todesopfern, im Südosten agieren bewaffnete Banden und Separatisten, überall gibt es Ressourcenkonflikte um Wasser und Land, die die Menschen in die Flucht treiben. Die reichen Bodenschätze des Landes sind Segen und Fluch zugleich.

In Nigeria tragen Frauen (obwohl keine Gleichberechtigung existiert) einen Großteil der Arbeit in der Landwirtschaft. Sie leisten rund 60-80% der landwirtschaftlichen Arbeit und produzieren zwei Drittel der Nahrungsmittel im Land. Damit sind sie das Rückgrat der nigerianischen Ernährungssicherheit - sie säen, ernten, verarbeiten und verkaufen Lebensmittel., haben aber nur wenig Zugang für eine sinnvolle Eigenständigkeit.

Schwerpunkte des thematischen Gottesdienstes „Komm! Bringt eure Last." sind die Geschichten von 3 Frauen.

Beatrice erzählt von der Last der gesellschaftlichen Unterdrückung: Als Witwe (mit 28 Jahren) wird man wie eine „aussätzige" behandelt und hat große Mühen um des täglichen Lebens mit Kindern zu sichern. Durch das Hilfsprogramm der Kirchgemeinden zusammen mit vielen anderen Witwen fand sie Kraft, die Last zu tragen.

Jato spricht über die Last der religiösen Verfolgung: Als christliche Familie im Nordosten Nigerias mit islamischer Bevölkerung sind sie der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram ausgesetzt. Diese richtet sich gegen westliche Bildung, gegen staatliche Einrichtungen und vor allem gegen christliche Gemeinschaften. Es ist nicht leicht, im Schatten religiöser Verfolgung zu leben.

Blessing äußert sich über die Last von Armut und Verzweiflung: Arbeitslosigkeit und Resignation führen leicht zur Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wenn aber Gleichgesinnte sich zusammentun und aktiv werden, kann es gelingen, aus der Hoffnungslosigkeit herauszukommen

Alle 3 Frauen eint eine tiefe religiöse Überzeugung. Sie tragen - im übertragenen Sinne - eine schwere Last, aber sie wird ihnen „leicht", weil sie gemeinsam im Glauben leben. Dies veranlasst sie auch - trotz ihrer oft prekären Situation - für andere Hilfe zu geben entsprechen ihren finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten (in unserer Welt entspricht dies den psychologischen Gesprächen, der Notfallseelsorge u.ä. Einrichtungen, die dann Hilfe anbieten können).

Zum Abschluss des Weltgebetstages gibt es wie in den vergangenen Jahren ein gemeinsames Essen mit landestypischen Gerichten und vielen Gesprächen untereinander.

2027 feiert der Weltgebetstag 100-jähriges Jubiläum. Der Gottesdienst kommt dann vom Internationalen Weltgebetstagskomitee mit dem Titel „United in Prayer for Justice and Peace!" (vereint im Gebet für Gerechtigkeit und Frieden).

Im Auftrag der evangelischen

Kirchgemeinde Bad Frankenhausen

Text + Foto: Peter Zimmer