Ansicht der Fotomontage des Ersatzneubau der Ostseite der Kindervilla, Foto von petermann.thiele.kochanek, Bad Frankenhausen
Mit dem Beginn der Bauarbeiten im März 2026 startet in Bad Frankenhausen eine wichtige Baumaßnahme zur baulichen Sicherung und Weiterentwicklung der integrativen Kindertagesstätte „Kindervilla" in der Geschwister-Scholl-Straße 2. Geplant ist der Ersatzneubau der Veranda an der Ostfassade des Gebäudes. Die Fertigstellung der Maßnahme ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 435.000 Euro. Davon werden 347.782,63 Euro über die Städtebauförderung aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren - Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne" bereitgestellt.
Die Planung der Maßnahme liegt beim Büro petermann.thiele.kochanek architekten und ingenieure aus Bad Frankenhausen. Mit der Bauausführung der ersten Gewerke wurden bereits regionale Unternehmen beauftragt. Das Los 1 (Abbruch und erweiterter Rohbau einschließlich Baustelleneinrichtung, Gerüst-, Beton-, Mauer-, WDVS-, Trockenbau- und Innenputzarbeiten) übernimmt die Köhne Bau GmbH & Co. KG aus Sondershausen. Die Vergabe für die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationsarbeiten (Los 2) ist für den Stadtrat am 17.03.2026 angesetzt. Die Elektroinstallationsarbeiten (Los 3) werden von der Firma Elektroinstallation Kastner ausgeführt. Weitere Gewerke (Lose 4 bis 8) befinden sich derzeit noch im Vergabeverfahren.
Die Baumaßnahme ist notwendig geworden, da das Gebäude insbesondere im Bereich der Ostfassade einen erheblichen Modernisierungsstau aufweist. Defekte Fenster sowie wiederkehrende Leckagen führten in der Vergangenheit zu Wassereintritten und teilweise auch zu Schimmelbildung in den Innenräumen. Besonders betroffen war die geschlossene Loggia im Obergeschoss, die in den 1990er Jahren im Zuge einer Erweiterung der pädagogischen Nutzflächen entstanden war. Aufgrund der fehlenden konstruktiven Dachüberstände kam es in den vergangenen Jahren bei bestimmten Schlagregenereignissen zu unkontrolliertem Wassereintritt.
Die Situation verschärfte sich zuletzt so stark, dass die betroffenen Gruppenräume gesperrt werden mussten. Die Einrichtung wich daher vorübergehend in das ehemalige Gebäude der Kita „Zwergenstübchen" aus.
Im Rahmen der vorbereitenden Planung wurden verschiedene Lösungsansätze untersucht und im Zuge eines Gesamtkonzepts baufachlich bewertet. Ziel war es, sowohl eine funktionale als auch eine städtebaulich und gestalterisch hochwertige Lösung zu entwickeln. Dabei wurde die Kita selbst aktiv in den Planungsprozess einbezogen und erhielt als gleichrangiger Partner Gestaltungsspielräume. Einzelne Vorschläge aus dem Beteiligungsprozess - beispielsweise zur technischen Ausstattung - wurden nach fachlicher Prüfung in die Planung integriert.
Die nun umzusetzende bauliche Lösung sieht den vollständigen Rückbau des eingeschossigen Anbaus im Erdgeschoss sowie der nicht funktionierenden geschlossenen Loggia im Obergeschoss vor. An deren Stelle entsteht eine neue zweigeschossige Erweiterung. Ziel ist es, den ursprünglichen architektonischen Charakter der historischen Villa wieder stärker erlebbar zu machen und gleichzeitig eine dauerhafte, funktionale Nutzung zu gewährleisten.
Der Neubau wird als monolithischer Mauerwerksbau mit außenliegender Dämmung errichtet. Zur Sicherung des Bauwerks gegen mögliche geologische Einflüsse im Bereich der regional typischen Subrosion wird die Gründung durch einen ausgesteiften Stahlbeton-Gründungskörper ausgeführt.
Mit der Umsetzung des Projekts leistet die Stadt einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Kindertagesbetreuung sowie zur baulichen Weiterentwicklung eines prägenden Gebäudes im Stadtbild von Bad Frankenhausen.
Bauamt Bad Frankenhausen