Titel Logo
Amtsblatt der Kur- und Erholungsstadt Bad Frankenhausen
Ausgabe 7/2026
Kulturinformationen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Regionalmuseum

Plakat zur Ausstellung

Plakat zur Ausstellung

Der Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen e.V. bei der Übergabe der restaurierten Porträts.

Grabmal der Familie von Holleben auf dem Kirchhof von Udersleben

Präsentation des restaurierten Zeitungsbandes der Frankenhäuser Zeitung von 1921 zur Ausstellungseröffnung, am 17. Juni 2026

 

Sammeln-Bewahren-Forschen-Vermitteln, die vier Säulen eines Museums!

Alle Beiträge in dieser Ausgabe des Amtsblattes zeigen, welch weites Aufgabenspektrum ein Museum erfüllt. Dabei ist lediglich die Säule der Vermittlung das, was der Besucher von der Arbeit sehen kann.

Aktuelle Sonderausstellungen

Zwei ausgesprochen interessante regionalgeschichtliche Sonderausstellungen sind zur Zeit im Frankenhäuser Museum zu besichtigen.

Ein großer Teil der Objekte, Akten, Dokumente, Bilder und Bücher wird zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Die meisten der ausgestellten Exponate werden in den überregional bedeutsamen Archiven, Bibliotheken und Magazinen im Frankenhäuser Schloss aufbewahrt. Im Juli und August 2026 wird in Veranstaltungen an ein weiteres Jubiläum erinnert, auf welches die Stadt und Region in diesem Jahr schauen darf. Wir begehen 150 Jahre Kinderkuren in Frankenhausen. Dazu an anderer Stelle mehr.

Sonderausstellung im Foyer im 2. OG

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä - ein Dichter der Aufklärung aus (Bad) Frankenhausen

Kabinett-Ausstellung anlässlich des 300. Geburtstages des Dichters

 

 

Am 1. Mai 1726 wurde der Dichter und Poet Justus Friedrich Wilhelm Zachariä in Frankenhausen geboren, der der Stadt einen Platz in der Welt der Dichtkunst und Literatur bescheren sollte. Hineingeboren in ein gut vernetztes bürgerliches Elternhaus, beeinflusste die Gelegenheitsdichtung des Vaters Friedrich Sigismund Zachariae (gest. 1747) den Jungen nachhaltig.

Eigentlich 1743 nach Leipzig gegangen, um an der Universität Jura zu studieren, wendete er sich den so genannten „Schönen Künsten“ zu. Bereits ab Januar 1744 veröffentlichte er sein bis heute bekanntestes Poem „Der Renommist“. In diesem „komischen Heldengedicht“ schilderte er die so unterschiedliche Lebensweise der Studenten in Jena und Leipzig. Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) beeindruckte nicht allein Zachariä’s Poem, sondern der Dichter selbst. In seinem 1767 entstandenen Gedicht „An Herrn Professor Zachariä“ erhob er ihn zum „Liebling aller Götter“.

Während der Fortsetzung seines Studiums der Rechte an der Universität Göttingen erreichte ihn 1748 die Berufung als Hofmeister an das Collegium Carolinum in Braunschweig. Braunschweig-Wolfenbüttel wurde bis zu seinem Tod, am 30. Januar 1777, zum Lebensmittelpunkt. Zu seinem Bekannten- und Freundeskreis gehörten unter anderem Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) und Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803).

Das Regionalmuseum Bad Frankenhausen widmet dem Sohn der Stadt anlässlich seines 300. Geburtstages eine Sonderausstellung, in deren Zentrum sein dichterisches Schaffen und seine Verbindung zu seiner Geburtsstadt stehen. Die ausgestellten Werke von und die historischen Bücher über Zachariä sind zu einem großen Teil Erstausgaben. Sie stammen sowohl aus den Sammlungen des Museums und des Stadtarchivs als auch aus Privatbesitz.

Begleitet wird die Sonderausstellung von Führungen, Vorträgen und Lesungen. Die jeweiligen Termine erfahren Sie auf der Homepage des Regionalmuseum Bad Frankenhausen www.regionalmuseum-bfh.de.

Ausstellungsdauer: 29. April 2026 bis 31. Januar 2027

Sonderausstellung in den Gewölben und im Festsaal

„Der Frankenhäuser Baumeister Carl Reichenbach

und der 130. Jahrestag der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals

am 18. Juni 1896 / 2026“

 

 

Am 17. Juni 2026, dem Vorabend der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals vor 130 Jahren, wurde im Regionalmuseum die Sonderausstellung „Der Frankenhäuser Baumeister Carl Reichenbach und der 130. Jahrestag der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals am 18. Juni 1896“ eröffnet. Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, zeigt es doch das große Interesse am Wahrzeichen der Region.

Dieses 130. Jubiläum bildete den Anlass, das Werk und die Familie des Baumeisters Carl Reichenbach, der fast 50 Jahre ein erfolgreiches Bauunternehmen in Frankenhausen führte, näher zu erforschen und die Ergebnisse in einer Ausstellung zu präsentieren.

Fast jede Familie der Region meint, ein Familienmitglied zu wissen, welches am Bau des monumentalen Denkmals beteiligt war. Zeitweilig sollen täglich bis zu 400 Leute am Bauwerk tätig gewesen sein. Leider sind diese Arbeiter kaum namentlich erfasst. Viele von ihnen waren beim Baugeschäft Carl Reichenbach beschäftigt, der selbst mehrfach den Verlust seines gesamten Betriebskapitals beim Denkmalsbau riskierte, da auf der Baustelle schwierige natürliche Gegebenheiten vorherrschten, die immer wieder Rückschläge mit sich brachten.

Für die Recherchen zur Ausstellung konnte auf ein umfangreiches Firmenarchiv zurückgegriffen werden, welches sich mit dem Bau und der Verwaltung des Kyffhäuser-Denkmals, sowie sämtlicher Nebengebäude beschäftigt. Dabei handelt es sich um eine Leihgabe der Familie Reichenbach und Nachfahren. Die Akten geben Einblick in das Baugeschehen, die alltäglichen Aufgaben, Probleme und Ereignisse sowie die gravierenden gesellschaftlichen und politischen Umbrüche von ca. 1890 bis zum Jahr 1940.

Im Blickpunkt stehen der Alltag sowie Ereignisse und Begebenheiten, die in der Summe wichtig für die Entwicklung des Tourismus der Region waren. Diese Entwicklung, in ihren Anfängen eng mit dem Namen Reichenbach verbunden, nahm vor 130 Jahren mit dem Bau und der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals ihren rasanten Aufstieg. Um 130 Jahre Kyffhäuser-Denkmal zu verstehen, sind die Ereignisse im Kontext ihrer jeweiligen Epoche zu betrachten. Neben dem Kyffhäuser-Denkmal war die Firma Reichenbach an unzähligen Bauprojekten der Region aber auch überregional beteiligt. Spezialisiert war die Firma im Tunnelbau und beim Bau technischer Anlagen. Hier wird eine winzige Auswahl in unserem Festsaal aufgezeigt.

Die Ausstellung ist vom 17. Juni bis 15. November 2026 zu besichtigen.

Die Ausstellung hatte viele Unterstützer, die zum Gelingen beigetragen haben - unser Dank geht an:

Den Sammler und sehr guten Kenner des Kyffhäusers, Falk Getschmann aus Roßla, der uns mit zahlreichen Leihgaben unterstützte.

Eckard Pförtner aus Gotha, der das baulicher Erbe Carl Reichenbachs gemeinsam mit Dr. Hahnemann erforschte und uns das Material zur Verfügung stellte.

Elke Taubert, die Tochter von Karl-Heinrich Reichenbach, die die Leihgabe Reichenbach aus dem Nachlass ihres Vaters ergänzte.

Den Steinmetzbetrieb Gödicke aus Artern, der Traditionsbetrieb unterstützte uns mit Leihgaben von Steinmetzwerkzeugen.

Dank an den Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen e.V.

Hier speziell Hannelore Riemann, die es sich nicht nehmen lässt, jede Veranstaltung mit Blumenschmuck zu verschönern.

Andreas Dienemann, der sich auf unsere Anfrage sofort bereit erklärte, die Ausstellungseröffnung musikalisch zu umrahmen.

Unsere Vorsitzende Petra Wäldchen, die als „Kyffhäuser-Urgestein“ so manche Anregung zur Ausstellung gab.

Großer Dank an unsere fleißigen Vereinsmitglieder, die die Gäste der Ausstellungseröffnung mit Speis und Trank versorgten!

150 Jahre Kinderkur in Frankenhausen 1876 - 2026

dies wollen wir am 31. Juli 2026, ab 17.00 Uhr, bei einem Sommerabend auf der Schlossterrasse begehen

Am 1. August des Jahres 1876 wurden in Frankenhausen die ersten „Pfleglinge“ in der neu eingerichteten Kinderheilanstalt an der Wipper aufgenommen. Damit war der Grundstein zum Betrieb von Kinderkuren in Frankenhausen, seit 1927 Bad Frankenhausen, gelegt.

Dies jährt sich im Jahr 2026 zum 150. Mal. Das Ereignis wollen wir am Vorabend, am Freitag, dem 31. Juli 2026, ab 17.00 Uhr, bei einem Sommerabend auf unserer Schlossterrasse begehen.

Unsere Ausstellung zum Kur- und Badewesen wird mit Neuem, Wissenswertem zu 150 Jahre Kinderkur in (Bad) Frankenhausen ergänzt.

Musikalisch haben wir mit Ingo Naumann, den Mann für diesen Abend, der seit Jahrzehnten sämtliche Generationen begeistern kann.

Für das leibliche Wohl sorgt unser Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen e.V. mit kleinen Snacks und Getränken.

Wer möchte, darf sehr gerne in einem historischen Kostüm zum Schloss flanieren oder das Tanzbein schwingen. Wir laden dazu sehr herzlich ein!

Zwei Porträts und ihre Geschichte

Im Mai dieses Jahres konnte das Regionalmuseum mit Unterstützung des Heimat- und Museumsvereines Bad Frankenhausen e.V. zwei Porträts restaurieren lassen.

 

 

Diese Porträts sind im Inventar mit dem Vermerk „Alter Bestand“ erfasst. Dabei handelt es sich in der Regel um Objekte, die vor 1953 ins Museum gelangten und bei denen die alten Inventare im oder nach dem 2. Weltkrieg verschollen sind. Es war weder bekannt wie die Porträts ins Museum gelangten, noch wer die dargestellten Personen sind.

Auf einen Zeitungsartikel in der „Thüringer Allgemeinen“ von Lokaljournalistin Kerstin Fischer, vom Mai 2026, meldete sich ein Herr im Museum, der die zwei Dargestellten als den fürstlich-schwarzburgischen Oberlandjägermeisters Ernst Friedrich Ludwig von Holleben (1753 - 1826) und seine Gemahlin Charlotte (geb. 1758), geborene von Nostitz, identifizierte.

Das Ehepaar zog 9 eigene Kinder und 3 Pflegekinder des verstorbenen Bruders auf. Die von Holleben waren über drei Generationen im Rittergut in Udersleben ansässig.

Die Familie war in ganz Mitteldeutschland verzweigt und bekleidete hohe staatliche und militärische Ämter während des 18. und 19. Jahrhunderts.

Das „Hollebensche Rittergut“ in Udersleben wurde 1837 von den Erben der Familie aufgegeben.

 

 

Ein Grabmal mit einem schlichten gusseisernen Kreuz auf dem Kirchhof in Udersleben, direkt an der nördlichen Kirchenmauer, erinnert an die zwei Dargestellten und weitere Mitglieder der Familie von Holleben. Die Aufschrift auf der Grabtafel ist kaum noch zu lesen.

In der Geschichte der Familie von Holleben, bearbeitet von Wilhelm von Holleben, Gotha, 1895 wird Ernst Friedrich Ludwig von Holleben kurz beschrieben:

„Ein eifriger, tüchtiger Diener seiner Fürsten, hat er 57 Jahre im Forstfach gedient, fand seinen Tod durch eine im Dienst zugezogene Erkältung“

Nun heißt es die Spur aufzunehmen und weitere Details dieser Geschichte zu erforschen. Das Grabkreuz kann auf dem Kirchhof in Udersleben besichtigt werden.

Dank an den Lions-Club Bad Frankenhausen

Mittlerweile ist es zu einer guten Tradition geworden, dass der Lions-Club Bad Frankenhausen das Regionalmuseum und den Heimat- und Museumsverein e.V. bei Restaurierungsprojekten unterstützt.

Im Museum wird ein beachtliches Zeitungsarchiv aufbewahrt. Seit 1765 bis zum heutigen Tage wird die lokale Presse als Druckausgabe gesammelt und archiviert.

Die Zeitungen gehören mit zu den wichtigsten Quellen bei der Regional- und Heimatgeschichtsforschung. Sie unterliegen einer starken Benutzung, die an den Bänden ihre Spuren hinterlässt.

 

 

Der Lions-Club Bad Frankenhausen hat in den vergangenen Jahren die Restaurierung mehrerer dieser Zeitungsbände übernommen. Dafür sagen wir ein großes Dankeschön!

Vorschau

Buchvorstellung

Dienstag 25. August, um 19.00 Uhr

Achim Stegmüller „Der Prozess der Modernisierung“

Vortrag

Dienstag, den 15. September, um 19.00 Uhr, im Festsaal

„Der Briefwechsel zwischen Justus Friedrich Wilhelm Zachariä und Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Halberstadt“

Referentin: Moritz Bense (MA), Gleimhaus Halberstadt-Museum der deutschen Aufklärung

Vortrag

Dienstag, den 29. September, um 19.00 Uhr, im Festsaal

„Die 7 Dinge, die Sie von der Flora incognita noch nicht wussten“

Referentin: Dr. Jana Wäldchen, Ilmenau

Änderungen vorbehalten!

Über all unsere Veranstaltungen können Sie sich immer aktuell auf unserer Homepage www.regionalmuseum-bfh.de informieren.

Für individuelle Führungen wird um Anmeldung gebeten:

Telefon:

034671 / 62086

Email:

museum@bad-frankenhausen.de

Öffnungszeiten des Museums:

Dienstag bis Sonntag

sowie an allen Feiertagen

von 10.00 bis 17.00 Uhr

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

des Regionalmuseums Bad Frankenhausen