Nach dem Denkjahr zum 500. Jahrestag der Bauernschlacht mit vielen Veranstaltungen geht es in diesem Jahr um „J. F. Zachariä - Dichter und Poet aus Bad Frankenhausen“. Er wurde hier geboren und verlebte seine Kindheit und Jugend bis er mit 17 Jahren ein Jurastudium in Leipzig begann. Dort schloss er sich sehr bald erfolgreich der Dichtkunst zu und wirkte dann bis um Lebensende als Professor und Schriftsteller in Braunschweig.
Grund genug, ein „Zachariäjahr“ in Bad Frankenhausen zu installieren, Motto: „Zeichen und Wunder - 2. Frankenhäuser Festspiele“. Die Gesamtorganisation lag in den Händen von Janek Müller (Kulturmanager), dem es erfolgreich gelang, viele engagierte Ehrenamtliche einzubinden. Das zeigte sich in besonderer Weise beim Projekt „Fabelhafte barocke Kaffeetafel in der Kräme“. Der Bibliotheks- und Museumsverein übernahmen viele vorbereitende Maßnahmen.
Am 20. Juni ab 14.00 Uhr war es soweit. In der Kräme standen Biertischgarnituren gruppenweise verteilt - gedeckt mit bunten Tischdecken (kein Papier) und Porzellangedecken für Kaffee und Kuchen - es waren alles Spenden von Frankenhäuser Bürgern, die einem Aufruf in den sozialen Netzwerken folgten und ihre „Schätze“ spendeten. Mehrere Geschäfte der Kräme (u.a. Lifestyle Moden / Kunsterbunt) stellten ihre Räumlichkeiten für die „leibliche Versorgung“ mit Kaffee und Kuchen (alles kostenlos, Spenden wurden gerne gegeben) zur Verfügung - und die vielen fleißigen Helfer der Vereine sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Im Laufe des Nachmittags wurden zur Unterhaltung an den verschiedenen Sitzgruppen kurze „literarische Kostbarkeiten“ unterschiedlicher Art (z.B. Klugheit und List / Eitelkeit und Stolz / Faulheit und Fleiß) vom Dichter Zachariä dargeboten. Es war ein Bürgerfest für Groß und Klein und Jung und Alt.
So gab es auch 2 besondere Aktionsstationen. Die Kinder konnten an einer Station eine von Zachariä verfaßte Fabel „Der Aal und die Schlange“ lesen und dann farblich ausmalen und mitnehmen. An der 2. Tischgruppe war Basteln angesagt: Herstellen von barocken Papierperücken - Material lag bereit und Kinder und Erwachsene hatten ihre Freude daran. Gegen 18.00 Uhr verlagerte sich das Geschehen in Richtung „Thüringer Hof“.
Janek Müller führte ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Sonja Schreiner (Universität Wien), die sich mit dem Leben und Werk Zachariäs sehr intensiv und gründlich beschäftigt hat und den Zuhörern interessante Details erzählen konnte.
Danach gab es noch ein Konzert der Musikgruppe „Z“. Sie interpretierten musikalisch auch 3 Texte von Zachariä, die sie gemeinsam mit Kantorin Laura Schildmann arrangierten. Leider konnte sie krankheitsbedingt nicht selbst am Keybord sitzen, Roland Uhlig (Musikschule Sondershausen) übernahm ihren Part.
So ging ein interessantes heiteres Bürgerfest zu Ende, Bürger und Gäste von Nah und Fern erlebten einen entspannten Tag. Damit ist aber das „Zchachariäjahr“ noch nicht abgeschlossen.
Am 26. September 2026 (Sonnabend) findet in der Unterkirche Bad Frankenhausen um 19.00 Uhr ein besonderes Konzert statt: „Die Tageszeiten“ - Kantate von Georg Phillip Telemann mit Texten von J. F. Zachariä.
Text: Peter Zimmer / Fotos: Stadtverwaltung