Jeder Autofahrer kennt die Situation: Falsch abgestellte Fahrzeuge machen die Straße zum Nadelöhr, zugeparkte Ecken lassen einen kaum um die Kurve kommen und versperren zudem die Sicht. Was im normalen Straßenverkehr schon ärgerlich ist, kann im Notfall sogar tödlich enden - wenn Falschparker Einsatzkräfte von Feuerwehr oder Rettungsdiensten behindern und dadurch wertvolle Zeit verloren geht.
Wenn die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Einsatz alarmiert werden muss es schnell gehen. Spätestens zehn Minuten nach der Alarmierung müssen die Fahrzeuge am Einsatzort eintreffen. Hierbei gilt jedoch: Je schneller, desto besser. Leider kommt es immer wieder vor, dass Rettungsdienst- oder Feuerwehrfahrzeuge auf ihrer Anfahrt zum Einsatz durch parkende Fahrzeuge behindert werden. Dadurch geht wertvolle Zeit für die Rettung von Menschenleben verloren.
Bedenken Sie, dass die Feuerwehr mit wesentlich größeren Fahrzeugen ankommt. Die Größe und der Aufbau der Feuerwehrfahrzeuge haben Auswirkungen auf die Wendigkeit eines solchen Fahrzeugs im Straßenverkehr. Deshalb ist die Feuerwehr auf die Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer angewiesen. Speziell in Wohngebieten behindern jedoch parkende Fahrzeuge oft die Zufahrt oder verhindern eine optimale Aufstellung von Spezialfahrzeugen wie der Drehleiter. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass gekennzeichnete Freiflächen und Fahrwege für die Rettungsdienste immer freigehalten werden. Die meisten Probleme entstehen durch Autos, die in Kreuzungen und Einmündungen stehen. Die Leute machen sich oft keine Gedanken, wie die Feuerwehr mit den großen Einsatzfahrzeugen um die Kurve kommen sollen.
Aus diesem Grund führt die Freiwillige Feuerwehr Bad Langensalza künftig mehrere Fahrten mit Löschfahrzeugen durch die Straßen der Stadt und den Ortsteilen durch.
Bereits so geschehen in der Woche vom 17. bis 23. März.
Tatsächlich wurden einige Fälle aufgetan, bei denen eine Durchfahrt nur mit Millimeterarbeit möglich war.
Steven Dierbach, Stadtbrandmeister der Stadt Bad Langensalza:
"Wir suchen bei diesen Fahrten den Dialog mit den Bürgern und möchten auf die Problematik der dichten Parksituation hinweisen. Die Ausmaße unserer Fahrzeuge benötigen mehr Platz zum Rangieren als man zu denken vermag. Das konnten wir mit der Drehleiter in den Situationen vor Ort gleich live demonstrieren. Letztendlich teilen wir von der Feuerwehr das gleiche Bedürfnis wie jeder Autofahrer, freie und unbeschwerte Fahrt an unser Ziel."
Wenn bei den Testfahrten festgestellt wird, dass die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen in bestimmten Bereichen nicht durchkommt, werden Hinweiszettel an den betreffenden Fahrzeugen angebracht. In der Folge werden in diesen Bereichen die Kontrollen durch das Ordnungsamt verstärkt durchgeführt.
Wichtige Parkregeln
Das Auto muss so geparkt werden, dass jederzeit Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr freie Durchfahrt haben. Großfahrzeuge der Feuerwehr haben eine Fahrzeugbreite von 2,50 Metern. Damit die Fahrzeugtüren geöffnet und die Fahrzeugbeladung entnommen werden kann, ist eine Mindestdurchfahrtsbreite von drei Metern unerlässlich.
Fahrzeuge dürfen nicht in Kreuzungsbereichen abgestellt werden. Ein Einsatzfahrfahrzeug benötigt zum Abbiegen oder Wenden viel mehr Platz als ein PKW. Allein eine Drehleiter hat einen Wenderadius von zehn Metern. Daher darf fünf Meter vor und nach Kreuzungen/Einmündungen nicht geparkt werden. Das gilt auch für die gegenüberliegende Straßenseite einer Einmündung.
Schild 'Feuerwehrzufahrt'
Nicht die Zufahrtswege und Stellflächen blockieren: Besonders bei größeren Gebäudekomplexen werden spezielle Zufahrtswege und Stellflächen für die Feuerwehr ausgewiesen. Damit wird sichergestellt, dass die Feuerwehr im Notfall den schnellsten und optimalen Zuweg zum Gebäude hat, um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können. Entsprechend gekennzeichnete Rettungswege müssen freigehalten werden.
Hinweisschild Hydrant
Hydranten auf den Straßen und Bürgersteigen freihalten: Unterflurhydranten erkennt man an den ovalen Schachtdeckeln. Parkt ein Auto auf diesen, kann die Feuerwehr kein Löschwasser entnehmen und muss den nächsten Hydranten, der mehrere hundert Meter entfernt sein kann suchen - das kostet viel Zeit.