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Nachrichtenblatt Rehlingen-Siersburg
Ausgabe 17/2026
Umwelt-Info
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Kreisverband der Imker Saarlouis e.V.

Augen auf: Die Asiatische Hornisse startet in die neue Saison – Ein Risiko für unser gesamtes Ökosystem

(Artikelreihe „Asiatische Hornisse“ Artikel 2 von 9, siehe auch unter: www.kreisverband-imkersaarlouis.de/asiatische-hornisse)

Seit einigen Wochen sind die Königinnen der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) wieder aktiv. Nachdem sich diese Art in den letzten Jahren in unserer Region leider fest etabliert hat, ist eine flächendeckende Ausrottung nicht mehr möglich. Umso wichtiger ist nun ein konsequentes Management, um den massiven Druck auf unsere heimische Natur zu mindern. Warum die Ansiedlung uns alle betrifft.

Die Asiatische Hornisse ist eine hocheffiziente Jägerin mit einem breiten Beutespektrum. Ihr Erscheinen hat Folgen weit über die Imkerei hinaus:

Gefahr für alle insektenfressenden Tiere, wie z.B. Vögel, Igel und Reptilien. In der Phase der Jungenaufzucht benötigen viele Tiere Insekten als Eiweißquelle. Die asiatische Hornisse steht in direkter Konkurrenz zu ihnen und dezimiert den Bestand an Wildbienen, Wespen und Fliegen massiv.

Verlust an Biodiversität: Als Generalistin jagt sie fast alles, was fliegt. Das bringt das empfindliche Gleichgewicht in unseren Gärten und Wäldern ins Wanken.

Schäden im Obstbau: Im Spätsommer konzentrieren sich die Völker auf zuckerhaltige Nahrung. Für Obstbauern und Gartenbesitzer bedeutet dies oft angefressene Ernten bei Weintrauben, Äpfeln und Birnen, was die Früchte für den Verzehr oder Verkauf unbrauchbar macht.

Die Nestphasen: Jetzt handeln!

1. Das Primärnest (Frühjahr):

 

 

(Foto: Reinhard Metz)

Die Königin baut aktuell allein ein kleines Gründungsnest (Größe eines Golfballs, hellbraun, nach unten geöffnet).

Häufige Orte: Schuppen, Garagen, Hecken, Vogelnistkästen oder unter Dachvorsprüngen.

 

 

(Foto: Peter Katzenmeier)

Ihre Chance: Jedes jetzt entdeckte Nest verhindert die Entstehung eines riesigen Sekundärvolkes, das später bis zu 2.000 Tiere umfassen kann.

2. Das Sekundärnest (Sommer/Herbst): Später zieht das Volk oft in Baumkronen um (Fußballgröße und größer). In den Baumkronen entziehen sich die Völker meist unserem Zugriff. Von dort aus üben sie den restlichen Sommer über einen massiven Jagddruck auf unsere Insektenwelt aus. Ein frühzeitiges Eingreifen bei den bodennahen Primärnestern ist daher der effektivste Weg, unsere Natur zu schützen.

Sicherheit und Mithilfe

Die Hornisse verhält sich friedlich, solange man dem Nest nicht zu nahekommt (Abstand halten!). Bei Erschütterungen (z. B. Heckenschnitt) verteidigt sie ihr Heim jedoch entschlossen.

Bitte unternehmen Sie keine eigenen Entfernungsversuche! Dies ist gefährlich.

So helfen Sie:

1.

Beobachten: Achten Sie auf Hornissen mit dunklem Körper und gelben Beinen.

2.

Sichten: Suchen Sie vorsichtig nach den kleinen Nestern am Haus oder im Gebüsch.

Halten Sie Abstand, machen Sie ein Foto und schicken Sie es uns bitte an: www.velutina-saar.de

Nur durch Ihre Wachsamkeit können wir die Auswirkungen auf unsere Vogelwelt, den Obstbau und unsere Bienen gemeinsam abfedern.

(Text: Rona Jacob)