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Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg kritisiert die Abläufe rund um die Erneuerung des Mobilfunkstandortes in Gerlfangen. Das bestehende Provisorium soll bereits am 15.09.2026 abgeschaltet werden. Der neue, dauerhafte Mobilfunkmast wird nach derzeitigem Stand jedoch voraussichtlich erst im Februar oder März 2027 vollständig in Betrieb gehen. Eine verbindlich zugesagte Übergangsversorgung für die Monate dazwischen liegt der Gemeinde bislang nicht vor.
Seit mehr als zwölf Jahren kämpft die Gemeinde bereits für eine bessere Mobilfunkversorgung im Nordgau. Die Gemeinde hat Flächen zur Verfügung gestellt, Gespräche geführt, Lösungen ermöglicht und immer wieder auf die bestehenden Probleme hingewiesen. Dass nun wenige Tage vor der Abschaltung keine gesicherte Übergangslösung vorliegt, ist für Bürgermeister Joshua Pawlak nicht nachvollziehbar.
Bereits seit 2014 setzt sich die Gemeinde aktiv für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Nordgau ein. Sie führte Gespräche mit Mobilfunkanbietern und Behörden, ermittelte durch Aktionen und Umfragen den tatsächlichen Bedarf und bot gemeindeeigene Flächen für den Ausbau an. Auch die Ergebnisse des Funklochmelders des Saarlandes 2018 nutzte die Gemeinde, um gegenüber Staatskanzlei, Bundesministerium und weiteren Verantwortlichen erneut auf die Versorgungslücken aufmerksam zu machen.
Nach mehr als sechs Jahren intensiver Bemühungen konnte die Gemeinde im Frühjahr 2020 eine gemeindeeigene Fläche am Sportplatz in Gerlfangen verpachten. Im weiteren Verfahren wurde zudem die Möglichkeit berücksichtigt, den Standort durch mehrere Mobilfunkanbieter gemeinsam nutzen zu können.
Als sich der ursprüngliche Zeitplan 2021 verzögerte, führte die Gemeinde erneut Gespräche mit Mobilfunkanbietern, Bauträgern und Baufirmen, um eine temporäre Lösung zu ermöglichen. Im November 2022 wurde die Fläche für das Provisorium vorbereitet, das 2023 schließlich in Betrieb ging und die Vodafone-Versorgung in Teilen Gerlfangens und des Nordgaus verbesserte.
Beim Ortstermin am 10.09.2026 wurde deutlich, dass der neue dauerhafte Mast genau an der Stelle errichtet werden soll, an der heute das Provisorium steht. Dieses muss deshalb zunächst zurückgebaut werden.
Aus Sicht der Gemeinde wirft dies erhebliche Fragen zur Planung auf. Eine Übergangslösung hätte so geplant werden müssen, dass die bestehende Versorgung möglichst bis zur Inbetriebnahme des endgültigen Mastes aufrechterhalten werden kann.
Beim selben Ortstermin stellte sich auf Nachfrage der Gemeinde außerdem heraus, dass offenbar noch keine Gespräche mit betroffenen Anliegern und Landwirten über benötigte Flächen und Baustellenzufahrten geführt worden waren. Die Gemeinde bot unmittelbar an, auch diese offenen Punkte kurzfristig zu vermitteln und soweit möglich zu klären.
Die Gemeinde stellt ausdrücklich klar: Sie hat die notwendigen Schritte in ihrem eigenen Verantwortungs- und Einflussbereich unternommen, um den Mobilfunkausbau zu ermöglichen und voranzubringen, von der Bedarfsermittlung über die Bereitstellung und Verpachtung einer gemeindeeigenen Fläche bis hin zur Unterstützung bei Übergangslösungen und der Vermittlung bei aktuell noch offenen Fragen.
Die Entscheidungen über die Abschaltung des bestehenden Provisoriums, die konkrete Bauplanung und -ausführung sowie die technische Ausstattung und Inbetriebnahme des neuen Standortes liegen dagegen nicht bei der Gemeinde, sondern bei den hierfür verantwortlichen Unternehmen.
Nach den Erkenntnissen des Ortstermins wandte sich Bürgermeister Pawlak bereits am Morgen des 11. September an die Verantwortlichen und Projektverantwortlichen, darunter Vodafone, Vantage Towers, die Vodafone-Pressestelle und den Bauträger. Er forderte eine kurzfristige Rückmeldung und setzte hierfür eine Frist bis 16:00 Uhr desselben Tages. Bis zum Redaktionsschluss (15. September) lag der Gemeinde keine Rückmeldung vor.
Die Gemeinde fordert die beteiligten Unternehmen deshalb mit Nachdruck auf, unverzüglich eine Übergangsversorgung zu ermöglichen und einen verbindlichen Zeitplan für die endgültige Inbetriebnahme vorzulegen. Gleichzeitig werden Land und Bund aufgefordert, angesichts der drohenden Versorgungslücke tätig zu werden.
Denn Mobilfunk gehört heute zur grundlegenden Infrastruktur – für private und berufliche Kommunikation ebenso wie in Notfallsituationen.
Die Gemeinde wird die weitere Entwicklung eng begleiten und informieren, sobald belastbare Aussagen zur Übergangsversorgung und zur endgültigen Inbetriebnahme vorliegen.