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Amtliches Mitteilungsblatt - Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt
Ausgabe 11/2026
Gemeindenachrichten aus Bruchstedt
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Gedenkveranstaltung zur Hochwasserkatastrophe von Bruchstedt 1950

v.l.n.r.: Thomas Frey, Pfarrerin Frau Milkau, Dominik Gary

Bruchstedt, 23. Mai 2026. Mit einer Gedenkveranstaltung hat die Gemeinde Bruchstedt an die Opfer der Hochwasserkatastrophe vom 23. Mai 1950 erinnert. Vor 76 Jahren verwüstete eine durch ein Unwetter ausgelöste meterhohe Sturzflut des Fernebaches den Ort. Acht Bürgerinnen und Bürger verloren damals ihr Leben. Zudem wurden große Teile des Viehbestandes vernichtet, 40 Gebäude vollständig zerstört und zahlreiche weitere Bauwerke schwer beschädigt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen das stille Gedenken an die Opfer, die Erinnerung an das Leid der betroffenen Familien sowie die Würdigung des Wiederaufbaus und des außergewöhnlichen Zusammenhalts in der Dorfgemeinschaft. In den Redebeiträgen wurde betont, dass die Ereignisse von 1950 bis heute Teil der Identität Bruchstedts sind und auch kommenden Generationen vermittelt werden sollen.

Neben dem Rückblick auf die Katastrophe wurde auch die heutige Bedeutung von Vorsorge und Katastrophenschutz angesprochen. Extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hagel und Gewitter zeigten, dass verantwortungsvolles Handeln und eine gute Vorbereitung unverzichtbar bleiben. In diesem Zusammenhang wurde auf die nach 1950 geschaffenen Schutzmaßnahmen verwiesen, darunter die Erweiterung des Fernebachbetts, Überschwemmungsflächen in der Ortsmitte, Gräben zur Wasserableitung sowie das Erosionsgebiet. Zugleich wurde deutlich gemacht, dass eine Überprüfung und Weiterentwicklung der Starkregenvorsorge nach aktuellem Stand der Wissenschaft weiterhin notwendig sind.

Die Gedenkveranstaltung wurde von Bürgermeister Dominik Gary eröffnet und durch eine Andacht von Pfarrerin Frau Milkau sowie eine bewegende Rede des Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt, Thomas Frey, geprägt.

Für einen würdigen Rahmen sorgten die musikalische Begleitung des Musikvereins Bad Tennstedt e.V. und die Kinder, die die Namen der Opfer verlasen.

Nach einer Schweigeminute dankte Herr Gary allen Mitwirkenden und Unterstützenden, darunter der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt, den Gemeindearbeitern, der Freiwilligen Feuerwehr Bruchstedt sowie weiteren Helferinnen und Helfern, die Vorbereitung, Technik, Schmuck, Stromversorgung und Verpflegung ermöglichten.

Ein besonderer Dank galt allen, die sich im Katastrophenschutz engagieren, insbesondere den Feuerwehren, Rettungskräften, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Bürgerinnen und Bürgern, die Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen. Sie führten den Geist der Hilfsbereitschaft fort, der Bruchstedt bereits nach der Katastrophe von 1950 getragen habe.

Mit der Veranstaltung setzte Bruchstedt ein Zeichen dafür, dass die Opfer der Hochwasserkatastrophe nicht vergessen sind und die Erinnerung an Mitgefühl, Mut und Zusammenhalt lebendig bleibt.

Florian Scharr

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

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Bad Tennstedt

Dominik Gary

Bürgermeister Bruchstedt