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Das Heimatblatt
Ausgabe 14/2024
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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

kaum hat das Jahr begonnen, stellt man fest, das neue Jahr ist schon wieder das alte Jahr. Weihnachten und Silvester sind oftmals schneller wieder vor Augen als man vermutet hat.

Doch wenn man zurückblickt, ist trotz alledem viel in unserer Gemeinde passiert.

Die Welt wird immer verrückter, sagten schon immer die Lebenserfahrenen. Tatsächlich kann man dies in der geopolitischen Lage auch so annehmen. Die Kriegsschauplätze werden nicht weniger und vor allem nicht besser.

Nichts desto trotz haben wir gemeinsam erneut versucht, das Beste aus der Situation für unsere Dorfgemeinschaft zu nutzen und zu entwickeln.

Wie auch im Vorjahr schon zu verzeichnen, gibt es eine gewisse Zähigkeit in vielen Projektbereichen. Vermutlich wird dies auf längere Sicht so bleiben und sich nicht verbessern. Festzustellen bleibt, die Arbeitskräfte werden weniger, der Formalismus in den Behörden nicht und der allgemeine wirtschaftliche Trend tendiert gerade nach unten.

Das sind zwar aktuell keine guten Vorzeichen, dennoch gelang es uns, viele Dinge weiter voranzutreiben bzw. neu anzugehen.

Mitte des Jahres gab es in Thüringen die Kommunalwahlen. Neben den Kreisparlamenten wurde auch unser Gemeinderat neu gewählt, ebenso die Ortsteilbürgermeister mit den Ortsteilräten. Der Gemeinderat hat sich sichtlich verjüngt und ist erstmals auch mit Frauen besetzt.

Die Landtagswahl gegen Ende des Jahres brachte ein schwieriges Ergebnis. Für unser Thüringen wünsche ich mir vor allem eine stabile Regierungsbildung, die für Kontinuität sorgt und vor allem stabil bleibt.

Das kommende Jahr wird wieder mit Wahlen belegt sein.

Über die Vertrauensfrage und die damit verbundene vorgezogene Bundestagswahl wurde umfangreich in den Medien berichtet. Auch hier gilt es für die Bürger eine stabile Regierung zu bilden, die schnell mit Sachverstand an die Lösung der aktuellen Probleme geht.

Mit der im März stattfindenden Bürgermeisterwahl kommen die vielen unterschiedlichen Wahlen erstmal zu einem zwischenzeitlichen Abschluss.

Der Rückblick auf die gemeindliche Bautätigkeit beginnt mit den größeren Maßnahmen in Seega, Bendeleben und Badra.

Die gute gemeinsame Arbeit mit unseren Abwasserzweckverbänden, dem Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband (KAT) in Arten und dem Trink- und Abwasserzweckverband Helbe-Wipper aus Sondershausen (TAZ), lässt uns wie immer erfolgreich vorankommen.

Die größte Aufgabe liegt derzeit im zweiten Bauabschnitt mit dem KAT in Seega. Hier werden alle verbliebenen Straßen innerhalb der Ortslage mindestens bis Ende 2025 mit neuen Leitungsmedien versorgt. Gleichzeitig werden diese Straßen seitens der Gemeinde saniert bzw. grundhaft ausgebaut.

In Bendeleben wurde mit dem TAZ nunmehr auch der zweite Teil der Tillenbornstraße mit dem ersten Teil der Vikariestraße in Angriff genommen. Hier wurde zusätzlich das Stück der Johannes-Clajus-Straße mit einbezogen. Damit wird ein Versorgungsabschnitt in der Ortslage fertig gestellt.

Die Brücke „Im See“ ist seit Oktober fertig und für den Ort nutzbar. Damit wurde ein wichtiger und lang diskutierter Infrastrukturpunkt in Badra geschaffen.

Eine Fördermittelabsage erhielt die Gemeinde in diesem Jahr für die Ortsverbindungsstraße von Badra nach Steinthaleben. An diesem wichtigen Baustein wird die Gemeinde in 2025 weiter entwickeln.

Die in Absprache mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie abgesprochenen und beantragten Maßnahmen wurden mit Fördermitteln bewilligt und sind in der Umsetzung. Das betrifft die restlichen Mauerarbeiten am Orangerie Gebäude, der Sanierung eines Teils der Schlossparkmauer sowie die Notsicherung des einzig noch erhaltenen Schallraumes im Jagdschloss Rathsfeld.

Sicher nur mittelbar beteiligt, dennoch auf unserem Terrain wurde Ende März der Spatenstich für das Eingangsbauwerk am Kyffhäuser von der Kyffhäuser Stiftung begangen. Als Nationaldenkmal unseres Landes wird hier in den nächsten Jahren noch einiges entstehen was das Denkmalsareal attraktiver und zeitgemäßer werden lässt. Das neue Besucherzentrum wird im Jahr 2025 ein erster Baustein sein.

Im April erfolgte die Übergabe des Denkmals an die Kyffhäuser Stiftung, die zukünftig die Geschicke am Berg und Denkmal leiten wird.

Daneben hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Eigentümerin des Klostergeländes in Göllingen kontinuierlich das Projekt „Sehen lernen - Zwischen Kloster und Konserve“ entwickelt und vorangebracht.

Mit dem Spatenstich zu einer neu gestalteten Ausstellung sowie die Errichtung eines zeitgemäßen Eingangspavillons wird dieses Ensemble sichtlich aufgewertet und als weiterer Fixpunkt unserer Kulturlandschaft an Zuspruch gewinnen.

Der Bau des Kyffhäuserlandradweges ist derzeit ebenso eine große Baumaßnahme, die bauseits uns bis 2025 noch weiter beschäftigt. Zwei Streckenabschnitte sind in der Fertigstellung. Diese wurden und werden bereits nicht nur von unseren Bewohnern rege genutzt.

Glücklicherweise gelang es uns als Gemeinde im zweiten Streckenabschnitt „beide“ Wege der Straße „Zur Ölmühle“ mit eigenen Haushaltsmitteln herzustellen, so dass wieder ein gesamter Ortsabschnitt eine Aufwertung erhalten konnte.

Für den dritten Abschnitt von der Barbarossahöhle bis nach Steinthaleben hoffen wir im nächsten Jahr dieses Projekt weiter erfolgreich fortführen und dann auch beenden zu können.

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Weg selbst, sondern auch in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger „mitnetz“ für die Neuverlegung der Stromtrassen.

Zugleich ist es in diesem Bereich über das Regionalbudget des Thüringer Umweltministeriums gelungen, weitere Fördermittel für die Verbesserung der Abflusssituation vom Bereich des Pfannensprings bis zur Barbarossahöhle einzuwerben und damit einen wichtigen Abschnitt für den Erhalt der Barbarossahöhle zu sichern. Die Umsetzung wird in den nächsten zwei Jahren erfolgen.

Über dieses Regionalbudget wird ferner ein „Ort der Begegnungen“ im Zentrum von Steinthaleben im kommenden Jahr geschaffen. Der Gutshof wird hier gemeinsam mit dem Ortsteilrat als Veranstaltungsplatz und „Ortstreffpunkt“ weiterentwickelt.

Die Planung für den Radwegelückenschluss von Badra nach Sondershausen hat wieder ein Jahr angedauert. Die Vorgaben der Behörden dauerten in der Lösung doch seine Zeit.

Hier ist nun endlich ein Ende in Sicht, damit wir bei diesem Projekt möglichst einen Schritt weiterkommen.

Im Mai erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau der Kyffhäuserland-Grundschule. Alle Vorbereitungen waren zu dem Zeitpunkt abgeschlossen und die Umsetzung konnte beginnen. Mit Spannung wird nun die Errichtung gleich zu Beginn des neuen Jahres 2025 erwartet.

Uns bleibt nur Zuversicht für die weitere Ausführung dem Landkreis als Schulträger zu wünschen, um alsbald ausgezeichnete Lernbedingungen an unsere Grundschüler übergeben zu können.

Wie so oft in den Jahren zuvor blicken wir wieder auf ein erfolgreiches Jahr in unserem Eigenbetrieb der Barbarossahöhle zurück. Die stetige Besucherzahl von ca. 80.000 Besucher erfreute sich wie immer nicht nur an unserem beeindruckenden Naturdenkmal, sondern auch an den jährlichen Programmpunkten. Ein Dank an das Team der Barbarossahöhle und der Gaststätte, die wie immer viel Herzblut in unser Wahrzeichen legten. Ebenso ein Dank an den Höhlentheaterverein, der wie gewohnt mit vielen Veranstaltungen im Jahr sich an der Attraktivitätssteigerung und Bekanntheit der Höhle erfolgreich beteiligte.

Für die Übergabe des Eigenbetriebes in eine „Stiftung Barbarossahöhle“ hatten und haben wir leider noch einige Hürden auferlegt bekommen, die fast alle überwunden sind. Es gilt weiter dran zu bleiben für den Erhalt und die Entwicklung unserer Barbarossahöhle.

Viele kleine bauliche Maßnahmen an unseren gemeindlichen Institutionen runden den Jahresrückblick ab. Auf unseren Friedhöfen bearbeiten wir kontinuierlich unsere baulichen Aufgaben. In den kommenden Jahren sind auf allen gemeindlichen Friedhöfen kleinere und größeren Maßnahmen an Trauerhallen, Wasserstellen und Wegen vorgesehen.

Gleiches gilt für die Dorfgemeinschaftshäuser. Kleinere Maßnahmen wurden und werden umgesetzt, wie beispielsweise die Sanierung des Saals in Rottleben oder des Bürgerhauses in Günserode oder die Umrüstung auf eine energieeffiziente Beleuchtung.

Im Bauhof und am Gebäude der Verwaltung wurden und werden weitere Maßnahmen umgesetzt. Notwendig ist ein barrierefreier Zugang zum Verwaltungsgebäude und die Umgestaltung der Archivräume, damit alle Unterlagen endlich gesammelt an einer Stelle untergebracht sind.

Innerbetrieblich gilt es im kommenden Jahr viele Herausforderungen anzugehen. Ein neuer Softwareanbieter wird für unsere Daten ab 2026 zuständig sein. Daneben wird die Einführung einer Umsatzsteuerregelung für die Kommunen eine weitere Rolle spielen.

Aber im Besonderen steht ab dem 01.01.2025 die Grundsteuerreform für Bürger und Verwaltung an, die sicher beide Seiten das gesamte Jahr beanspruchen wird.

Der Gemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung für die derzeit geltenden Hebesätze für die Grundsteuern in der Gemeinde ausgesprochen. Das bedeutet in diesem Fall für das Jahr 2025, dass die Gemeinde weniger Einnahmen haben wird, trotz gleichbleibender Hebesätze. Diese Herausforderung gilt es innerhalb der kommenden Haushaltsdebatte zu lösen.

Wie immer an dieser Stelle möchte ich unsere Kooperationspartner erwähnen und mich bei ihnen bedanken, mit denen wir stetig zusammen für unsere Orte arbeiten.

Die enge Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung Kyffhäuser und dem Nationalen GeoPark Kyffhäuser sowie dem Landschaftspflegverband Südharz/Kyffhäuser für unsere naturnahe Entwicklung ist ein wichtiger Baustein.

Das thüringenweit einzige Modellprojekt zwischen den Kommunen (u.a. Kyffhäuserland) mit Gemeinnützigen Förderungsgesellschaft Arbeit und Umwelt GmbH (FAU) zur Pflege und Unterhaltung unserer Wanderwege ist erfolgreich weitergeführt.

Gleiches gilt für unsere Zweckverbände (Trink- und Abwasserzweckverbände, Gewässerunterhaltungsverbände), mit denen wir stetig im Austausch stehen und wenn möglich Projekte gemeinsam angehen.

Wirtschaftlich stehen wir als dörfliche Flächengemeinde oftmals hinten an. Unsere erfolgreichen Landwirtschaftsunternehmen bilden neben einzelnen Mittelstandsunternehmen, Kleinunternehmen und Handwerksbetrieben das Rückgrat unserer überschaubaren kleinen Wirtschaft.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll hier ein weiterer Baustein werden. Das bereits seit vielen Jahren laufende Windparkprojekt in der Gemarkung Günserode kommt durch die neuen gesetzlichen Änderungen nun immens weiter. Hier wird sich der Gemeinderat im neuen Jahr positionieren.

Gleiches gilt für ein Photovoltaikprojekt in der Gemarkung Bendeleben. Beide Projekte können zukünftig eine wichtige wirtschaftliche Rolle in der Gemeindeentwicklung spielen.

Das ausklingende Jahr 2024 lag für uns wieder voller Herausforderungen. Einige wurden uns auferlegt, andere haben wir selbst angefangen und weitere werden wieder vor uns liegen.

2025 gibt es neue Aufgaben, denen wir uns weiterhin stellen werden um uns als Gemeinde voranzubringen.

Inwiefern es uns gelingen wird, sehen wir, wenn wir wieder zurückblicken.

Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass wir vieles gemeinsam bewältigen können.

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ (Lucius Annaeus Seneca)

Also gehen wir es auch im kommenden Jahr aufs Neue an.

Für das Vergangene bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Ehrenamtlichen und Vereinen in den acht Ortsteilen, die wie immer unermüdlich für unsere Einwohner im Einsatz sind, Veranstaltungen organisierten oder einfach nur Ansprechpartner bei verschiedenen Fragen sind.

Dieser Einsatz macht unsere Orte lebenswert und daran sollten wir festhalten, auch im neuen Jahr. Bei unseren jährlichen Veranstaltungen im kommenden Jahr ist sicher das 900jährige Ortsjubiläum von Rottleben herauszuheben.

Ferner möchte ich mich bei den kommunalen Gremien und deren Arbeit zum Wohl der Gemeinde bedanken.

Gleiches gilt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, Bauhof und Kindertagesstätten, die stets mit Engagement für unsere Gemeinde im Einsatz sind.

Für das ausklingende Jahr wünsche ich Ihnen eine angenehme und erholsame Advents- und Weihnachtszeit mit viel gemeinsamer Freude in der Familie sowie einen guten und erfolgreichen Start in neue Jahr, denn

Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl.“ (Edna Ferber)

Herzlichst Ihr

Knut Hoffmann