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Das Heimatblatt
Ausgabe 6/2026
Aus Vereinen und Einrichtungen
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Internationaler Tag der biologischen Vielfalt – „Ein Drittel der weltweit erfassten Arten bedroht.“ Regional reagieren für internationale Erfolge!

Feuersalamanderpfad in Niedersachswerfen

Salamander am Mühlberg

Am 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. In den letzten 50 Jahren haben sich die globalen Ökosysteme dramatisch verschlechtert. Übernutzung natürlicher Ressourcen, die Zerstörung von Lebensräumen und in jüngerer Zeit auch der Klimawandel haben unter anderem zu einer Verkleinerung der untersuchten Wirbeltierpopulationen um mehr als 73 Prozent weltweit geführt.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt 2026 steht unter dem Motto „Acting locally for global impact“. Dieser Tag bietet Zeit zum Innehalten und Reflektieren, was wir alle für den Erhalt unserer Artenvielfalt tun können. Es bestehen vielfältige Angebote im Bereich der anerkannten Naturschutzverbände zum Beispiel als Fördermitglied oder ehrenamtliche Person tätig zu werden. Dazu gehören spannende Aufgaben. So helfen etwa das Aufstellen von Amphibienschutzzäunen oder die Pflege von Streuobstwiesen der Artenvielfalt. Auf dem eigenen Balkon können insektenfreundliche Blühmischungen angesät werden oder der Garten naturnah gestaltet werden, so dass auch Schmetterlinge, Wildbienen und viele Vogelarten dort Nahrungsangebote oder Lebensraum zum Brüten finden können.

Das Netzwerk Natura-2000-Stationen in Thüringen setzt in diesem Zusammenhang wichtige Akzente in der Naturschutzarbeit. Die Natura 2000-Stationen fördern die biologische Vielfalt in zahlreichen regionalen Projekten zum Erhalt bedrohter Arten und Lebensräume. Sie setzen nicht nur Schutzmaßnahmen um, sondern tragen auch dazu bei, dass landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung mit dem Schutz der biologischen Vielfalt in Einklang gebracht wird.

Die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser macht biologische Vielfalt zudem direkt vor Ort erlebbar. Ein Beispiel dafür ist der Feuersalamanderpfad am Mühlberg in Niedersachswerfen. Der rund fünf Kilometer lange Rundweg führt durch eine der wertvollsten Naturlandschaften Thüringens: die einzigartige Gipskarstlandschaft des Südharzes. Besucherinnen und Besucher erleben dort artenreiche Buchenwälder, seltene Trockenrasen, Karstgewässer und eindrucksvolle Gipsfelsen auf engstem Raum. Besonders an feuchten Tagen lässt sich mit etwas Glück der namensgebende Feuersalamander beobachten.

Der Feuersalamander gilt als Symbolart naturnaher Wälder und sauberer Gewässer. Seine Lebensräume werden jedoch zunehmend bedroht, unter anderem durch Lebensraumverlust, Trockenheit und die Salamanderpest. Umso wichtiger ist der Schutz intakter Wald und Karstlebensräume wie im FFH Gebiet „Kammerforst – Himmelsberg – Mühlberg“. Mit dem Feuersalamanderpfad möchte die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser die biologische Vielfalt der Region erlebbar machen und gleichzeitig für den Schutz seltener Arten sensibilisieren.

Wer sich selbst aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren möchte, kann sich gerne bei der Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser melden. Ob beim Aufbau von Amphibienschutzzäunen, beim Erfassen und sicheren Übersetzen wandernder Amphibien oder beim Zählen einfliegender Kraniche – viele Maßnahmen leben von regionaler Unterstützung und zeigen, wie lokales Handeln zum weltweiten Schutz der Biodiversität beitragen kann.

 

 

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt schärft das Bewusstsein für die unverzichtbare Bedeutung der Biodiversität und erinnert uns daran, dass ihr Erhalt entscheidend für das Wohl von Natur und Mensch ist. Die Arbeit des Netzwerks trägt dazu bei, dass Thüringens vielfältige Lebensräume – von Wäldern über Feuchtgebiete bis hin zu Wiesen – auch in Zukunft Heimat zahlreicher bedrohter Arten bleiben.

Hintergrund

Ende 2000 wurde der ursprünglich am 29. Dezember stattfindende Internationale Tag der biologischen Vielfalt auf den 22. Mai verlegt, an dem er seit 2001 offiziell begangen wird. Das Ursprungsdatum entsprach dem Tag, an dem 1993 das Übereinkommen über die biologische Vielfalt ("Convention on Biological Diversity" CBD) in Kraft trat. Diese verfolgt die Ziele der Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie dem gerechten Ausgleich der Vorteile aus der Nutzung der genetischen Ressourcen.

Das Netzwerk Natura 2000-Stationen wurde 2016 in Thüringen gegründet, um den Schutz bedrohter Lebensräume und Arten zu verbessern sowie Artenvielfalt in der Region langfristig und nachhaltig zu sichern und zu fördern. Die 12 Stationen, 2 Sonderaufgaben und das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen initiieren Schutzmaßnahmen für die Erhaltung der Biodiversität in Thüringen, vor allem in den Natura 2000-Gebieten. Die Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit mit Behörden, Naturschutzorganisationen und Landwirten, um Naturschutz mit nachhaltiger Nutzung zu vereinen. Das Prinzip des Netzwerkes Natura 2000-Stationen ist bundesweit einmalig und seit 2019 in Thüringen gesetzlich verankert.

Weitere Informationen: International Day for Biological Diversity (IDB) 2026 | Convention on Biological Diversity

Pressekontakt

Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V.

E-Mail: info@lpv-shkyf.de

Telefon: (03631) 4994485