| Evangelisches Pfarramt Berka/Werra Kirchplatz 9 99837 Werra-Suhl-Tal www.pfarramt-berka.de | Pfarrer Dr. Andre Krauß 036922/28350 krauss@pfarramt-berka.de
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„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt,
sollt ihr ihn nicht unterdrücken." — 3.Mose 19,33
Dieser Satz ist der Monatsspruch für den März. Beim genauen Hinsehen fällt etwas Besonderes auf: Der Vers beginnt sehr persönlich - „bei dir" - und wechselt dann in eine gemeinschaftliche Perspektive - „in eurem Land". Dieser Wechsel ist kein Zufall.
Ein Fremder, der bei mir lebt, ist oft schon bald kein Fremder mehr. Er wird zur Nachbarin, zum Kollegen, vielleicht sogar zu einem geliebten Menschen. In der Nähe verliert Fremdheit ihren Schrecken. Man kennt sich, man teilt Alltag, Geschichten, Sorgen und Hoffnungen.
Ganz anders ist es in der größeren Gruppe, im Wir. Dort kann Fremdheit bestehen bleiben - manchmal ein Leben lang. Menschen werden dann nicht mehr als Einzelne wahrgenommen, sondern als „die Fremden". Und genau hier beginnt die Gefahr: dass Fremdheit negativ gedeutet, bewertet oder sogar bekämpft wird.
Die Bibel erinnert Israel immer wieder daran, wie es ist, fremd zu sein. Diese Erinnerung ist keine abstrakte Geschichtsstunde, sondern eine zutiefst persönliche Erfahrung: Du weißt, wie sich das anfühlt. Du hast es selbst erlebt. Fremd zu sein bedeutet Einsamkeit, Unsicherheit, Ausgesetztsein. Deshalb spricht der Text zuerst das Du an. Aus der eigenen Erfahrung heraus wächst Verantwortung.
Gleichzeitig wissen wir Menschen aber auch: Aus vielen einzelnen Erfahrungen entsteht etwas Gemeinsames - Erinnerungen, Erzählungen, Kultur, Selbstverständnis. Dieses gemeinsame Gedächtnis kann tragen und stärken. Aber es ist auch verletzlich. Gerade dort, wo Angst entsteht, werden wir empfänglich für einfache Antworten, für Schuldzuweisungen, für falsche Erzählungen.
Immer wieder sind unsere politischen Debatten von Angst vor dem Fremden geprägt, die vieles andere überdeckt. Umso wichtiger ist es, wieder beim Du anzufangen: bei der Haltung, mit der ich einem Menschen begegne, den ich noch nicht kenne.
Dazu passt ein Text von Elias Canetti:
„Von der Balance zwischen Wissen und Nichtwissen hängt es ab, wie weise einer wird.
Wer viel Antworten hat, muss noch mehr Fragen haben. Der Weise bleibt ein Kind sein Leben lang. Er schämt sich nicht seines Wunsches, mehr Menschen zu lieben, als er kennt, und er sondert sich nicht hochmütig von denen ab, über die er nichts weiß."
Vielleicht beginnt genau hier Weisheit: nicht im schnellen Urteilen, sondern im Fragen.
Nicht im Wissen über andere, sondern im offenen Blick auf den Menschen, der mir begegnet. Alles, was unser gemeinsames Leben prägt, beginnt im Kleinen - auf der Straße, im Gespräch, im ehrlichen Du.
Taufsamstage 2026
Taufen von Kindern und Erwachsenen finden in der Regel in einem Gottesdienst am Sonntag statt, da sie ein sichtbares Zeichen der Aufnahme in die christliche Gemeinde vor Ort und gleichzeitig in die weltweite Gemeinschaft der Christen ist. Dennoch besteht oft der Wunsch, die Taufe an einem Samstag außerhalb des regulären Gottesdienstes zu feiern. Diesem Wunsch entsprechen wir als Kirchengemeinden, indem wir in jedem Monat des Jahres einen Samstag als Taufsamstag feiern. An diesen Taufsamstagen werden dann
mehrere Menschen in einem Gottesdienst getauft.
Die Termine für 2026 sind folgende:
28.02., 28.03., 18.04., 23.05., 20.06., 25.07., 29.08., 19.09., 10.10., 14.11.;
Hochzeits- und Ehejubiläen
Sie haben ein rundes oder hohes Hochzeitsjubiläum und wünschen sich dazu eine Andacht oder einen Gottesdienst oder einfach einen kirchlichen Besuch, dann bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen und uns diesen Wunsch mitzuteilen, damit wir uns für Sie Zeit nehmen können. Ohne Ihre Meldung haben wir leider keine Kenntnis von Ihrem besonderen Ehrentag.
Besuche zu Hause
Ein großes Pfarramt wie das Pfarramt Berka/Werra mit seinen knapp 2000 Gemeindegliedern braucht einiges Engagement und Aufmerksamkeit, damit niemand verloren geht und vergessen wird. Auch wenn ich in den einzelnen Orten viel unterwegs bin, kann es doch sein, dass ich nicht alle Menschen erreichen kann, die einen Besuch von mir erwarten. Jede und jeder kennt die Dynamik, die sich in einem Ort entwickeln kann, wenn einer vom Pfarrer Besuch bekommt und jemand anderes vielleicht nicht.
Wenn dies geschieht, dann ist das keine böse Absicht, sondern auf einen Mangel an fehlende Informationen zurückzuführen. Je besser ich informiert bin, wer meinen Besuch wünscht, je eher kann ich mich auf den Weg machen. Ich besuche Sie gerne und bin dazu aber auch auf Ihre Hilfe angewiesen. Wenn Sie besucht werden möchten oder jemanden wissen, die oder der vom Pfarrer besucht werden will, dann teilen Sie mir dies bitte mit.
Denn solche Informationen sind eine Grundlage meiner seelsorgerlichen Arbeit.