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Amtsblatt der Stadt Werra-Suhl-Tal
Ausgabe 2/2026
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Stadtwald Werra-Suhl-Tal erhält Fördermittel für klimaangepasstes Waldmanagement

Natürlich aufwachsende Mischwälder, in denen nicht allein der wirtschaftliche Gedanke dominiert, sondern die so aufgebaut sind, dass sie bestmöglich auf die verschiedenen Herausforderungen des Klimawandels reagieren können: Das ist das Ziel des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement“ des Bundesumweltministeriums.

Die Stadt Werra-Suhl-Tal hat nach einer 2-jährigen Bewerbungsphase über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. den Zuwendungsbescheid für ein „Klimaangepasstes Waldmanagement“ erhalten, erfreulicherweise sogar rückwirkend für das Haushaltsjahr 2025. Rund 93 Tausend Euro fließen nun jährlich dem kommunalen Haushalt zu und schaffen damit die Möglichkeit für nachhaltige Investitionen in unsere Wälder und Kulturlandschaften. Über die gesamte Laufzeit mehr als 1 Mio. €. Mit diesen Mitteln kann der Stadtwald auf einer Fläche von rund 1000 Hektar Anpassungsmaßnahmen über die betrieblichen und gesetzlichen Anforderungen hinaus realisieren. Dazu gehört die Aufforstung von Freiflächen mit trockenheitsverträglicheren, heimischen Baumarten wie Traubeneiche, Linde, Vogelkirsche oder Lärche. Sickerlöcher werden entlang von Wegen zur Verbesserung des Wasserrückhalts und zur Abfederung von Starkregen angelegt. Fünf Prozent der Waldfläche werden für 20 Jahre stillgelegt, hier erfolgt absolut keine Nutzung. Lediglich Verkehrssicherungsmaßnahmen (bei Verbleib des Holzes auf der Fläche) sind möglich. Darüber hinaus sind je Hektar fünf Habitatbäume aus der Nutzung zu nehmen, die markiert, eingemessen und dokumentiert werden müssen. Die Einhaltung dieser Maßnahmen werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Besonderes Augenmerk wird hier vor allem auf angepasstes Wilddichten gelegt, damit sich der Wald ohne zu starken Wildverbiss auf natürliche Weise verjüngen kann. Mit den Beteiligten und Aufgabenträgern, z.B. den Jagdpächtern, finden hierzu Gespräche statt. Auch ein „Waldtag“ ist in Planung um über die gemeinsamen Ziele zu sprechen. Mit den Fördermitteln ist es nun möglich die Jäger bei der Wildhege zu unterstützen, z.B.: durch Finanzierung von Jagdkanzeln in besonders von Verbiss betroffenen Waldgebieten.

Diese Maßnahmen sind umso dringender, da der Klimawandel längst in der Forstwirtschaft angekommen ist. Auf der gesamten Stadtwaldfläche sterben vermehrt Bäume ab. Bei den turnusmäßigen Sicherheitskontrollen ergibt sich seit einigen Jahren ein erheblicher, sehr arbeits- und kostenintensiver Mehrbedarf an Fällungen von abgestorbenen oder stark geschädigten Bäumen.

Insekten wie Borkenkäfer und neue aggressive Schädlinge können Schäden im hohen sechsstelligen Bereich zu verursachen. Mit der Förderung kann ein Teil der steigenden Aufwendungen und Auflagen für die vom Stadtwald verfolgte naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung kompensiert werden. Dennoch werden die kommenden Jahre weiterhin große Herausforderungen an den Wald und damit auch an die Menschen und Institutionen, die sich um ihn kümmern, stellen.