Natürliche Wiesenflächen sind ein knappes Gut geworden. In den letzten 60 Jahren hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland mehr als verdoppelt. Im Gegensatz dazu ist die Bevölkerungszahl nur sehr mäßig angestiegen.
Wir verbrauchen auch 2023 immer noch zu viele Naturflächen. Zuletzt (2020) wurden immer noch täglich 54 ha neu ausgewiesen - für Neubaugebiete, Industrieansiedlungen, Straßen und sonstige Infrastruktur - zulasten von Landwirtschaft und fruchtbarer Böden. Das entspricht etwa der Größe von 75 Fußballfeldern.
Durch die Zersiedlung werden zusammenhängende Lebensräume von Pflanzen und Tieren zerschnitten und die Artenvielfalt nimmt weiter rapide ab. Bei wachsender Weltbevölkerung gehen landwirtschaftlich nutzbare Flächen verloren. Durch Versiegelung werden lebenswichtige ökologische Funktionen der Böden gefährdet: Regenwasser kann weniger gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen. Das Risiko von örtlichen Überschwemmungen nimmt zu. Das Kleinklima wird negativ beeinflusst (weniger Verdunstung, Kühlung und Schatten). Die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird massiv beeinträchtigt. Und einmal versiegelte Böden lassen sich nur schwer wieder in fruchtbare Flächen zurück verwandeln.
Daneben geht die Ausweisung neuer Siedlungs- und Gewerbeflächen auch immer mit langfristigen Folgekosten für den Erhalt der neuen Baugebiete, für Verkehrswege und Leitungen einher. Doch schon jetzt haben Länder und Kommunen massive Probleme, die bereits vorhandene Infrastruktur intakt zu halten.
Eine ökologische, intelligente Siedlungsentwicklung schont wertvolle Lebensräume und setzt stattdessen auf die Nutzung von Baulücken und Nachnutzung von Bestandsgebäuden.
Die Hahnenwiese soll bleiben was sie ist; eine Frischluftschneise, ein wichtiges Wiesenbiotop und der Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten.
Stattdessen versucht die RAG mit Wissen des Bürgermeisters gegen Auflagen des LUA zu verstoßen, indem die Hahnenweise seit Mitte 2021 nicht mehr gemäht wurde (Verstoß gegen die gesetzliche verpflichtende Biotopflege). Hier wird versucht, den vorhandenen FFH Lebensraumtyp nachhaltig in seiner Qualitätsstufe zu senken und weniger Auflagen hinsichtlich Verbotsflächen, Ausgleichsflächen und Alternativensuche zu erwirken. Ungeachtet dieser offensichtlichen Manipulationen nimmt das Verfahren ungehindert seinen Lauf und findet weiterhin Befürworter in mancher – allem voran der SPD - Fraktion.
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