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Amtsblatt der Stadt Bad Berka
Ausgabe 5/2026
Nichtamtlicher Teil
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25 Jahre Städtepartnerschaft mit Zabno in Kleinpolen

Vom 17. bis 21. Januar 2001, also vor 25 Jahren, reiste eine Delegation aus Bad Berka unter der Leitung von Bürgermeister Klaus Lutterberg erstmals in die polnische Stadt Zabno und ebnete die Wege für eine neue Städtepartnerschaft. Bereits Monate zuvor hatte Klaus Lutterberg bei der Thüringer Landesregierung nach einem Kontakt zu einer passenden Stadt im benachbarten Polen angefragt. Nur kurze Zeit später klopfte Jerzy Pantera, Lehrer und Feuerwehrhauptmann von Zabno, an die Tür des Bad Berkaer Bürgermeisters. Er weilte damals zu einem dienstlichen Besuch am ThILLM in Bad Berka und war begeistert von dieser Thüringer Region. Man kam ins Gespräch und die erste Reise nach Zabno im Januar 2001 war schnell vereinbart. Die polnischen Gastgeber bereiteten der Delegation aus Bad Berka einen überaus herzlichen Empfang.

Die Thüringer lernten nicht nur die Stadt Zabno samt Umgebung, die Kreisstadt Tarnow und Krakau kennen, sondern machten sich auch mit vielen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und verwaltungstechnischen Fragen der Nachbarn bekannt. Fazit des Bürgermeisters nach der Reise: „Hier haben wir viele Vorurteile abzubauen.“

Zabno hat in der Kernstadt so viele Einwohner wie Bad Berka, mit vielen eingemeindeten Dörfern insgesamt fast 20.000. Überall sah man eine rege Bautätigkeit, so die Einschätzung des Bürgermeisters. Der Nachholbedarf war groß, ähnlich wie bei uns kurz nach der Wende. Die Aufgaben der Verwaltung waren und sind in Zabno viel umfangreicher. So ist die Stadt bei nur doppelt so großem Haushalt wie dem Bad Berkaer allein zuständig für Bau und Finanzierung der Schulen (es gibt 3 Gymnasien und 1 Lyzeum), für die gesamte Finanzierung der Kindergärten, der Feuerwehr und vieles mehr.

Der Gegenbesuch in Bad Berka ließ nicht lange auf sich warten. Am 4. Mai 2001 traf eine polnische Delegation unter Leitung des Zabnoer Bürgermeisters Stanislaw Dziubla ein und wurde mit gleicher Herzlichkeit empfangen und betreut. Höhepunkt der fünftägigen Visite mit vollem Besuchsprogramm war die festliche Stadtratssitzung am 7. Mai 2001, in der offiziell der Partnerschaftsvertrag von beiden Seiten unterzeichnet wurde. Diese Partnerschaft soll sich nicht nur auf kommunaler Ebene vollziehen, sondern auch den Austausch von Vereinen, Schulen sowie viele private Kontakte beinhalten, so der einhellige Wunsch.

 

 

Eine Kooperation zwischen der Bad Berkaer Klosterbergschule und einer der Zabnoer Schulen ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Bereits ein Jahr später, vom 2. bis 4. Mai 2002, empfing die Klosterbergschule Bad Berka erstmals eine Lehrerdelegation aus Zabno und diskutierte unter dem Thema „Wege nach Europa“ ganz konkret, wie sich die künftige Zusammenarbeit gestalten und der europäische Gedanke im Unterricht beider Länder umsetzen ließe. Bereits im August 2002 fuhren die ersten 20 Schüler der Bad Berkaer Klosterbergschule zum Austausch nach Zabno. Der Gegenbesuch der polnischen Jugendlichen erfolgte im Juli 2003.

Ein enges freundschaftliches Verhältnis bahnte sich auch zwischen den Feuerwehren beider Städte an. 2002, nur wenige Monate nach einer großen Hochwasserkatastrophe in Zabno, brachten Bad Berkaer Kameraden wichtige Ausrüstungsgegenstände und Feuerwehrfahrzeuge nach Zabno und in die Region Kleinpolen. Finanziert wurde dies zum Teil auch aus Spenden von Bürgern, Verwaltungsgemeinschaften und Städten des Landkreises für die Flutopfer.

Seither gingen jährlich Besuche zwischen Bad Berka und Zabno hin und her.

Organisiert wurden sie größtenteils mit viel Herzblut von den Mitgliedern des Europavereins Bad Berka in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, der Feuerwehr und anderen Vereinen. Es wurde zusammen gearbeitet, gefeiert, es gab sportlichen Austausch. Die Tanzgruppe aus Zabno brachte in ihren bunten Trachten ein Stück Kultur zu uns. Verschiedene Produkte, Kulinarisches und touristische Angebote der polnischen Partnerstadt Zabno wurden an einem eigenen Stand zum Obstmarkt 2008 in Tiefengruben vorgestellt.

 

 

Bad Berka revanchierte sich: Als 2010 drei zu Zabno gehörende Dörfer wiederum schwer von einem Hochwasser zerstört wurden, fuhren sofort vier LKW voller Spendengüter, drei Pumpen und Geldspenden nach Zabno.

 

 

Am 1. September 2012 wurde das neue Wohngebiet am Ortsausgang Bad Berkas Richtung Blankenhain in Zabnoer Straße umbenannt.

Freundschaften entstanden zwischen den Feuerwehren, Schulen, Vereinen und auf privater Ebene. Und es werden neue geknüpft - z.B. wenn im Sommer 2026 Mannschaften aus Zabno zum internationalen Freundschafts-Fußballturnier in Bad Berka erwartet werden.