Der Europaverein Bad Berka e.V., unter Leitung der Vorsitzenden Jutta Almeroth, organisierte die nunmehr 10. Bürgerreise - nicht nur für Vereinsmitglieder, sondern für alle Bürger der Stadt Bad Berka. 50 interessierte Bürger und Vereinsangehörige füllten den Bus der Firma Wollschläger aus Gotha bis auf den letzten Platz und besuchten die Partnerstadt Bad Dürkheim.
Nach einem Zwischenstopp mit Stadtbesichtigung der Jugendstil-Bäderstadt Bad Nauheim wurden die Bürgerreisenden am ersten Abend von der Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt, Stadträten und Vertretern des Bad Dürkheimer Partnerschaftsvereins und dem Vorsitzenden Alexander Grieb herzlichst im Rathaus empfangen. Hier erhielten die Bürgerreisenden viele Informationen über die Partnerstadt und verbrachten später einen gemütlichen Abend bei regionalen Köstlichkeiten der Pfalz im Gewölbekeller des Rathauses.
Der Europaverein nutzte die Jubiläums-Bürgerreise um im ansprechenden Rahmen den ehemaligen Bürgermeister Klaus Lutterberg als Ehrenmitglied im Verein aufzunehmen.
Zuvor hatten die Mitglieder des Europavereins diesen Schritt einstimmig beschlossen. Klaus Lutterberg ist es maßgeblich zu verdanken, dass Bad Dürkheim erst zur Patenstadt und 2015 zur Partnerstadt wurde. Er hat nach der Wende die Hilfe der Stadt Bad Dürkheim angenommen, bei der Verwaltungsumstellung zu helfen. Besonders zu erwähnen ist, dass auch der damalige Bürgermeister der Stadt Bad Dürkheim, Wolfgang Lutz, anwesend war. Beide ehemaligen Bürgermeister haben den Grundstein für die heutigen Beziehungen beider Städte gelegt und zudem auch eine persönliche Freundschaft, die bis heute hält, aufgebaut.
Der Sonnabend stand ganz im Zeichen „Erkundung der Partnerstadt“. Bei einer Stadtführung erkundeten die Bürgerreisenden die Stadt, das Kurparkgelände und die Kuranlagen. Natürlich gehörte hierzu auch die Besichtigung des originellsten und größten Denkmals des deutschen Weins, des inzwischen weltbekannten „Riesenfass“. Mit einem Fassungsvermögen von 221.000 Litern ist es das größte Fass der Welt. Dieses wurde jedoch nie mit Wein gefüllt, sondern dient als Restaurant in origineller Form.
Nach etwas Freizeit ging es weiter zur Besichtigung der Klosterruine Limburg, welche majestätisch aus dem Naturpark Pfälzerwald herausragt und weit sichtbar ist.
Nach einem typischen Pfälzer Abendbrot im „Riesenfass“ besuchten die Bürgerreisenden die Spielbank. Dort gab es eine professionelle Einführung in die Kunst des Glücksspiels. Jeder konnte sich mit 10 € am Glücksspiel versuchen und zur Belustigung Aller wurden tatsächlich Gewinne erzielt.
Am Sonntag war bei bestem Wetter eine Wanderung durch die Weinberge organisiert. Der erste Stopp erfolgte nach kurzen Aufstieg zur kleinen Michaeliskapelle.
Diese wurde im Jahr 1155 erstmalig erwähnt, im Jahr 1601 abgerissen und durch die Gründung einer Interessengemeinschaft wiedererrichtet. 1989 erfolgte hierfür die Grundsteinlegung. Erwähnenswert ist, dass die Glocke der kleinen Kapelle nach der Wende von einem Freundeskreis aus Bad Berka gestiftet wurde. Weiter ging es zur fast 2000 Jahre alten römischen Villa. Die Grundmauern wurden zufällig im Rahmen einer Flurbereinigung entdeckt. Heute weiß man, dass es sich um einen gewaltigen Bau mit Herrenhaus, Badetrakt, Pferdestall und Kelterhaus gehandelt hat. Die Römer wussten, wo es schön ist.
Begleitet wurde die Wanderung vom Vereinsmitglied des Bad Dürkheimer Partnerschaftsverein, Frau Christine Freund, die professionell viel Winzerwissen an die Bürgerreisenden weitergab.
Letztendlich endetet die Tour bei der Winzereigenossenschaft Weinwelt Herrenberg-Honigsäckel eG im Ortsteil Ungstein. Hier erfuhren die Reisenden bei einer Kellerführung wie die Trauben von der Rebe in die Flaschen kommen.
Gegen 16:00 Uhr startete die Heimreise. Alle Teilnehmer konnten auf erlebnisreiche Tage und das Wissen über eine funktionierte Partnerschaft zurückblicken.