Die Unsicherheit in der Welt nimmt zu, gleichzeitig schwindet der gesellschaftliche Zusammenhalt. Viele Menschen ziehen sich in vermeintlich sichere Wagenburgen, in ihre Blasen und Echokammern zurück. Risse in der Gesellschaft entstehen.
Gerade die großen Themen und Aufgaben unserer Zeit sind Kristallisationspunkte dieser gegenseitigen Entfremdung. Klimakrise, Migration, Pandemie, der Krieg in der Ukraine - hier tun sich mitunter fundamentale Gegensätze auf und es entstehen diametrale Perspektiven: „Drinnen und Draußen“, „Wir und die Anderen“, „Richtig und Falsch“, „Gut und Böse“.
Ursachen für Spaltung und Unsicherheit liegen zu beträchtlichen Teilen in den zeitgleich stattfindenden gesellschaftlichen, technologischen, politischen und geopolitischen Veränderungen, die wir erleben. Die Welt zu verstehen, sich in ihr zurechtzufinden, wird schwieriger. Wenn sich jeder nur noch in seiner eigenen Blase informiert und allein darauf seine politische oder anderweitige Meinung aufbaut - dann sind das schlechte Voraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn damit eine Gesellschaft funktioniert, muss aus individuellen Einzelperspektiven Gemeinsames geformt werden, das haben wir 2024 wahrlich geschafft.
Das vergangene war ein sehr aufregendes, prägendes und auch turbulentes Jahr für unsere Stadt. Wir standen über Wochen im medialen Fokus und viele Menschen aus der Verwaltung und unseren Vereinen haben dazu beigetragen, dass die Fußballeuropameisterschaft lange nachhallen wird. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie sich viele Freiwillige über Wochen für das Projekt unserer Fanmeile eingesetzt haben. Und deren Umsetzung war letztendlich ein großer Erfolg. Neben dem großen medialen Interesse, sind mit der Neugestaltung des Schlossvorplatzes, des Sportplatzes und der Mehrfachbeauftragung zur Planung des Marktplatzes, der Wirthstraße und der Kirchstraße auch Maßnahmen entstanden, die einen echten Mehrwert für unsere Stadt oder die Grundlage für weitere Planungen bieten.
Mit der Neugründung der Feuerwehr in Tromlitz im Jahr 2024 werden künftig über 20 neue Kameradinnen und Kameraden aus Niedersynderstedt, Tromlitz, Söllnitz, Loßnitz und Obersynderstedt unsere Feuerwehr bei Ihren Einsätzen unterstützen. Eine wirklich überwältigende Zahl, mit der ich niemals gerechnet hätte und ehrlich gesagt, wer kann schon behaupten, die Neugründung einer Feuerwehr erlebt zu haben.
Diesem unglaublichen ehrenamtlichen Engagement in vielen Facetten muss man großen Respekt zollen und das zeigt uns, dass soziales Verhalten - negatives, aber zum Glück auch positives - ansteckend sein kann. Wenn wir sehen, dass jemandem etwas wichtig ist, wenn wir dessen Motivation spüren, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verhalten übernommen wird. Wenn viele für bestimmte Werte eintreten, entsteht Veränderung.
Dieser Jahresrückblick soll Ihnen mit vielen Beispielen zeigen, was sich im letzten Jahr verändert und künftig verändern wird, damit unsere Stadt weiter lebens- und liebenswert bleibt.
Ein Zitat des irischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers George Bernard Shaw besagt:
„Ein Jahr zählt mit so viel Tagen, wie man genutzt hat.“
Lassen Sie uns die Tage nutzen, Verantwortung übernehmen und nicht nur die Sichtweisen und Meinungsbilder anderer ungefiltert auf unseren Handys übernehmen.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, Verantwortung für unsere Stadt in unterschiedlichen Bereichen zu nehmen. Viele Probleme lassen sich oft einfach lösen, wenn wir miteinander ins Gespräch kommen und weiterhin gute Ideen austauschen.
Ich wünsche Ihnen ein gutes, erfolgreiches und friedvolles Jahr 2025. Bleiben Sie zuversichtlich, optimistisch und vor allem gesund!
Ihr
Jens Kramer
Bürgermeister und das Team der Stadtverwaltung