Ehrenvolle Auszeichnung : Thomas Busse, Vorsitzender der SV Bernterode (Zweiter von links) und Wolfgang Barthel (Zweiter von rechts) nehmen stellvertretend die „Sportplakette des Bundespräsidenten“ entgegen, Sportminister Stefan Gruhnert (links) und Lutz Scherf, Vizepräsident des Landessportbundes, gratulieren
Erfurt/Bernterode
Eine große Auszeichnung für einen großen Verein:
Die SV Bernterode hat zu ihrem 125-jährigen Jubiläum die „Sportplakette des Bundespräsdenten“ und damit die höchste nationale Auszeichnung erhalten, die es in Deutschland gibt. In Erfurt nahm der Vorsitzende Thomas Busse die Ehrenplakette entgegen.
Und war zurecht voller Stolz. „Wir haben schon einige große Dinge erreicht“, sagt Busse, der bereits seit 1999 an der Spitze der SV Bernterode ist und als Marathonläufer symbolisch perfekt für den langen Atem des Klubs steht. Seitdem der Verein im Jahr 1900 gegründet wurde, gab es zahlreiche Höhepunkte. Einer ist dem Vorsitzenden dabei in besonderer Erinnerung geblieben. 2009 wurden nicht nur 40 Jahre Badminton in Bernterode gefeiert, sondern auch der Höllbergtunnell-Lauf. Im Rahmen des Tages der offenen Tür waren unglaubliche 15.000 Menschen mit dabei. „Von Freitag bis Montag hat mit damals die A38 von Breitenwobis bis Bleicherode gehört“, rekapituliert Busse mit einem Schmunzeln.
1900 begann alles mit der Gründung des Männer-Turnvereins, 1920 entstand der Fußballclub „PC Wacker Bernterode“, zwei Jahre später wurde der Waldsportplatz Hagenberg eingeweiht.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs gestaltete sich der Wiederbeginn der sportlichen Aktivitäten mühsam. 1946 entstand die damalige SG Bernterode durch den Zusammenschluss des Männerturnvereins des PC Wacker. Punktspiele bestreitet die SG damals noch im Eichsfeldkreis.
Ein Jahr später wird die SG im Zuge der Gebietsreform dem Kreis Nordhausen zugeordnet. Höhepunkte sind damals die Partien um den „Kreisfestspielmeister“.
In den Folgejahren schreitet die Entwicklung des heute 125-jährigen Jubilars stetig voran. Im Sommer 1964 wird die Turnhalle, die im nationalen Aufbauwerk entstand, festlich eingeweiht.
Nach dem politischen Umbruch wird dann im Juli 1990 die SV Bernterode aus den ehemaligen Sektionen der BSG Fortschritt Bernterode gegründet. Werne Mosebach ist erster Vorsitzender.
Wandern ist die sechste Abteilung
Als Anfang 1997 die Sparte „Wandern“ ins Leben gerufen wird, ist das die sechste Abteilung, die der SV Bernterode entsteht. Inzwischen hat der ausgezeichnete Verein neun (Turnen, Fußball, Tischtennis, Schach, Badminton, Wandern, DJK, Leichtathletik, Darts) und etwas mehr als zufriedenstellen. „Damit sind wir kein kleiner Verein im Eichsfeld“, unterstreicht der 60-Jährige, der vor kurzem beim „New York“ Marathon“ am Start war. Der Bau der Wanderhütte und des Soccerplatzes, der längsten Bank mit Tisch aus einem Stamm in Thüringen und der Sportplatzumbau samt automatischer Bewässerungsanlage mit eigenen Brunnen und neuer Barriere in Eigenregie unterstreichen zudem das Engagement der Verantwortlichen und Mitglieder.
Gottfried Hunold erhält das Bundesverdienstkreuz
Um auf besondere Ereignisse zu kommen, muss der Verein aber gar nicht zu weit in die Vergangenheit schauen. 2020, als Corona ausbrach, wurde die Turnsparte 120 und die Fußball-Abteilung 100 Jahre alt. 2023 erhält Gottfried Hundold, der auch Ehrenbürger Bernterodes ist, das Bundesverdienstkreuz.
Dass die SV Bernterode nicht vergisst, mit der Zeit zu gehen, unterstreicht die Gründung der Dart-Abteilung in diesem Jahr. Die 2024 ins Leben gerufene Leichtathletik-Abteilung habe einen „sehr guten Zulauf“, freut sich Busse, zu jedem Training kommen zwischen zehn und 17 Aktive. Die größte Herausforderung für die Zukunft bestehe darin, den Altersschnitt in den verantwortlichen Positionen zu senken. „Viele junge Menschen wollen zwar mitarbeiten, aber keine Verantwortung mehr übernehmen“, hat Busse erkannt.
Um junge Mitglieder zu gewinnen, hat die SV Bernterode daher Verträge mit dem Kindergarten Bernterode, der Grundschule Kirchwobis, der Regelschule Breitenworbis und dem Leinefelder Gymnasium geschlossen. „Das ist auch ein Punkt, den nicht allzu viele Vereine vorweisen können“, hebt Busse hervor und fügt an „Wir beteiligen uns auch selbstverständlich an allen kommunalen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, Kinderfesten, Pflanzaktionen im Forst und vielen mehr.“
An die nächsten 125 Jahre denkt der Vorsitzende noch nicht: „Für die nächsten 25 Jahre sind wir aber gerüstet“.