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Blick ins Gräfensteiner Land VG Rodalben
Ausgabe 23/2026
Amtliche Bekanntmachungen und Mitteilungen
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Ratssitzung in Clausen: Glasfaser, Elektrofahrzeug und neuer Anlauf für MTB-Dirtpark prägen die Zukunftsplanung

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, den 20. Mai 2026, standen in Clausen gleich mehrere zukunftsweisende Projekte im Mittelpunkt. Besonders intensiv beschäftigte sich der Rat mit den Themen Glasfaserausbau, der Anschaffung eines kommunalen Elektrofahrzeuges sowie der geplanten Neugestaltung des MTB-Dirtparks als touristisches Projekt der Verbandsgemeinde Rodalben.

Neue Hoffnung beim Glasfaserausbau

Zunächst informierte Ortsbürgermeister Jens Dresen über den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus in Clausen. Nachdem die Deutsche Glasfaser den ursprünglich angekündigten Ausbau nicht endgültig abgesagt, jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben hatte, suchte die Gemeindeführung aktiv nach weiteren Alternativen. Als Grund für die Verzögerung seien fehlende Ausbaukapazitäten genannt worden, da sich das Unternehmen derzeit auf bereits laufende Projekte konzentriere.

Besonders kritisch sehe man in Clausen, dass der ursprünglich geplante Ausbau mittlerweile bereits rund zwei Jahre zurückliegt. Aufgrund dieser ungewissen Situation nahm Ortsbürgermeister Dresen Kontakt zu weiteren Anbietern auf. Dabei wurde die Gemeinde auf die Firma Mavacon aufmerksam, die sich nun erstmals im Gemeinderat präsentierte.

Mavacon gehört zur Marabau-Gruppe, die bereits seit 2013 tätig ist und in mehreren Verbandsgemeinden Glasfasernetze ausbaut. Aktuell startet der Ausbau in Rodalben, von wo aus perspektivisch auch Clausen erschlossen werden soll.

Nach Angaben des Unternehmens ist ein eigenwirtschaftlicher Vollausbau geplant. Das bedeutet vor allem: Bürgerinnen und Bürger müssen keine Vorverträge abschließen. Kostenlose Hausanschlüsse sollen erst während der tatsächlichen Ausbauphase möglich sein. Solange die Arbeiten im Ort laufen, könne ein Anschluss ohne zusätzliche Kosten gelegt werden. Nach Abschluss der Maßnahme wären Anschlüsse weiterhin möglich, allerdings mit nachträglichen Anschlusskosten von etwa 1.200 bis 1.400 Euro.

Der Vertreter von Mavacon erklärte zudem, dass der Ausbau möglichst innerhalb von sechs bis neun Monaten umgesetzt werden solle. Ein Baustart wäre frühestens Ende dieses Jahres denkbar. Gleichzeitig betonte das Unternehmen den Fokus auf den ländlichen Raum.

Wichtig war für Viktoria Meyer (FWG) im Rahmen der Vorstellung der Firma Mavacon auch die Frage, wie das Unternehmen beim Ausbau arbeite und ob die Bauleitung bei Mavacon selbst bleibe oder ob überwiegend mit Generalunternehmen beziehungsweise mehreren Subunternehmen gearbeitet werde.

Hierzu erklärte Andreas Ulrich von Mavacon, dass selbstverständlich auch mit Subunternehmen gearbeitet werde. Die eigentliche Bauverantwortung verbleibe jedoch jederzeit bei Mavacon selbst. „Wir geben die Bauverantwortung nicht ab“, betonte Ulrich. Die eingesetzten Firmen würden zudem von Mavacon mit modernen Geräten und entsprechender Technik ausgestattet. Man lege großen Wert darauf, dass die Arbeiten sauber, ordentlich und möglichst zügig durchgeführt werden.

Ortsbürgermeister Jens Dresen erklärte ergänzend, dass ursprünglich bereits in dieser Sitzung ein Ausbauvertrag mit Mavacon beschlossen werden sollte. Aufgrund zeitlicher Verzögerungen sei der finale Vertragsentwurf jedoch noch nicht rechtzeitig fertiggestellt worden. Der Ratsbeschluss soll deshalb in der nächsten Sitzung am 24. Juni erfolgen.

Dresen bezeichnete den möglichen Ausbau als große Chance für Clausen und unterstrich erneut die Bedeutung eines leistungsfähigen Glasfasernetzes für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.

Auch zu den bestehenden Verträgen mit der Deutschen Glasfaser äußerte sich der Ortsbürgermeister. Nach seiner Einschätzung könnten diese nach mittlerweile zwei Jahren ohne Ausbau ohne Begründung gekündigt werden. Gleichzeitig machte er deutlich, dass ohne Leistungserbringung keine Forderungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern geltend gemacht werden könnten. Dennoch müsse jeder Haushalt bestehende Altverträge eigenständig prüfen und gegebenenfalls fristgerecht kündigen.

Zustimmung für neues Elektrofahrzeug

Ein weiteres wichtiges Thema war die Anschaffung eines kommunalen Elektrofahrzeuges für den Bauhof der Ortsgemeinde. Geplant ist der Erwerb eines Fahrzeuges des Typs „ARI 458 Pro Pritsche“. Ziel sei es, Arbeits- und Versorgungsfahrten künftig flexibler, ressourcenschonender sowie zeit- und kostensparender durchführen zu können. Bislang verfügt der Bauhof lediglich über einen Traktor.

Die Anschaffung sollte ursprünglich vollständig über Mittel des Regionalen Zukunftsprogramms Rheinland-Pfalz (RZN) finanziert werden. Aufgrund gestiegener Preise überschritt das aktuelle Angebot jedoch den kalkulierten Förderbetrag um 3.216,14 Euro. Insgesamt belaufen sich die Kosten inklusive Überführung auf 23.216,14 Euro brutto.

Der Gemeinderat stimmte schließlich mit 14 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme von Georg Schäfer (CDU) für die Anschaffung des Fahrzeuges sowie die Übernahme der Mehrkosten.

Neuer Anlauf für gescheiterten MTB-Dirtpark

Unter Tagesordnungspunkt 3 stand die Umsetzung des Projektes „MTB-Dirtpark Clausen“ auf der Agenda. Das Vorhaben soll über das Regionale Zukunftsprogramm umgesetzt und auf dem Gelände des TV Clausen realisiert werden. Geplant ist die Überarbeitung der bereits vorhandenen Sprunglinien sowie die Ergänzung einer Anfängerlinie. Auf größere bauliche Anlagen oder künstliche Aufbauten soll bewusst verzichtet werden.

Ortsbürgermeister Jens Dresen erläuterte hierzu, dass es bereits vor vielen Jahren ein ähnliches Projekt in Clausen gegeben habe, dieses jedoch letztlich gescheitert sei. Die damals angelegten Spurlinien und Geländeformen seien jedoch bis heute teilweise vorhanden und sollen nun als Grundlage genutzt werden, um den MTB-Dirtpark neu zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Im Rahmen der Beratungen zur Mittelverteilung aus dem Regionalen Zukunftsprogramm brachte Dresen im Kreis der Bürgermeister den Vorschlag ein, stärker in größere touristische Projekte zur nachhaltigen Aufwertung der gesamten Verbandsgemeinde zu investieren. Daraus entwickelte sich letztlich die Idee, den bestehenden MTB-Bereich in Clausen erneut aufzugreifen.

Da Tourismus zum Aufgabenbereich der Verbandsgemeinde gehört, entschied sich die Verbandsgemeinde Rodalben schließlich dazu, einen größeren Mittelansatz aus dem RZN für dieses Projekt bereitzustellen. Dresen begrüßte diese Entscheidung ausdrücklich und betonte, dass er sich besonders darüber freue, dass die Ortsgemeinde Clausen hierbei berücksichtigt wurde.

Im Rat gab es jedoch auch kritische Stimmen bezüglich möglicher Folgekosten und Haftungsfragen. Dabei wurde unter anderem angesprochen, was passieren würde, falls sich jemand auf der Anlage verletzen sollte.

Dresen erklärte hierzu, dass ihm bewusst sei, dass eine solche Anlage dauerhaft Arbeit und Kosten verursache. Gleichzeitig verwies er darauf, dass es in Clausen seit Jahrzehnten kaum noch größere Freizeitangebote gebe – weder einen klassischen Spielplatz noch vergleichbare Anlagen für Kinder und Jugendliche.

„Wir müssen anfangen, wieder in die Gemeinde zu investieren und nicht immer aus Angst vor Arbeit oder weil etwas unangenehm werden könnte Nein sagen“, erklärte Dresen sinngemäß während der Diskussion. Die Grundlage für dieses Projekt werde nun über Fördermittel geschaffen. Zudem verfüge die Ortsgemeinde bereits über eine entsprechende Versicherung für den Betrieb einer solchen Anlage.

Das Projekt soll künftig als touristische Ergänzung des Mountainbikeparks Pfälzerwald dienen und gleichzeitig einen Begegnungsort für junge Menschen schaffen. Die Zufahrt und Beschilderung sollen direkt an die bestehende Tour 1 des Mountainbikeparks angebunden werden.

Der Gemeinderat stimmte dem entsprechenden Gestattungsvertrag schließlich mit 13 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen von Christian Helfrich (CDU) und Georg Schäfer (CDU) zu.

Weitere Projekte und Maßnahmen vorgestellt

Im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Informationen des Bürgermeisters“ blickte Ortsbürgermeister Jens Dresen auf die vergangenen Beschlüsse des Gemeinderates zurück und informierte über bereits umgesetzte sowie laufende Maßnahmen innerhalb der Ortsgemeinde.

So konnte die Erneuerung der Elektroinstallation im Bauhof mittlerweile abgeschlossen werden. Dresen erklärte hierzu, dass der Bauhof damit wieder technisch auf einem aktuellen Stand sei und zugleich die Sicherheit für die Mitarbeiter verbessert wurde.

Auch die Reparatur des Wendehammers in der Gräfensteinstraße wurde inzwischen fachgerecht durch eine ortsansässige Firma durchgeführt.

Die vom Gemeinderat beschlossene Traktorkehrmaschine wurde ebenfalls bestellt und befindet sich aktuell in der Auslieferung.

Zum Thema Dorfplatz kündigte Dresen an, dass am 10. Juni gemeinsam mit allen Ratsmitgliedern sowie dem beauftragten Planungsbüro ein Workshop stattfinden werde. Ziel sei es, erste Ideen und Vorstellungen für die zukünftige Gestaltung des Dorfplatzes zu sammeln, damit diese anschließend in die weiteren Planungen einfließen können.

Ebenso informierte der Ortsbürgermeister über den aktuellen Stand des Rathausumbaus. In der Gemeinderatssitzung am 24. Juni 2026 sollen sämtliche Kosten vorgestellt und ein abschließender Grundsatzbeschluss gefasst werden. Anschließend könne das Planungsbüro die finalen Unterlagen entsprechend des Ratsbeschlusses für die Antragstellung der Dorferneuerung im September vorbereiten. Nach Erteilung der Zuschüsse hoffe man auf einen zeitnahen Beginn der Maßnahme.

Positiv entwickelte sich laut Dresen auch der neue Trinkwasserbrunnen, der mittlerweile final angeschlossen wurde und von Bürgern sowie Besuchern gut angenommen werde.

Zudem informierte der Ortsbürgermeister über den aktuellen Stand der Arbeiten am Denkmal. Der dortige Stromkasten soll, bis Kalenderwoche 23 erneuert sein. Gemeinsam mit dem Kultur- und Verkehrsverein ist man positiv gestimmt, die weiteren Arbeiten bis zum Spätsommer abschließen zu können.

Auch die geplante Neugestaltung des Eingangsbereiches am Friedhof war Thema. Der Gemeinderat hatte sich bereits vor mehreren Sitzungen gegen eine Erneuerung des Eingangstores ausgesprochen und stattdessen eine alternative, optisch ansprechendere Lösung vorgeschlagen. Ortsbürgermeister Jens Dresen teilte hierzu mit, dass er sich bereits gemeinsam mit einem Steinmetz sowie einem Metallbauer bezüglich eines möglichen Torbogens abgestimmt habe. Einen entsprechenden Vorschlag wolle er in der nächsten Gemeinderatssitzung vorstellen.

Zum Ende des öffentlichen Teils teilte Herr Georg Schäfer (CDU) mit, dass er sein Ratsmandat niederlegen wird. In einer kurzen persönlichen Erklärung bedankte er sich bei seiner Fraktion der CDU für die gemeinsame Zeit und Zusammenarbeit im Gemeinderat.