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Ausgabe 34/2026
Amtliche Bekanntmachungen und Mitteilungen
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Rathausumbau

Fragen & Antworten

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit dem Beschluss des Gemeinderates vom 11. August 2026 zu den geplanten Eigenleistungen wurde ein weiterer wichtiger Schritt für den Umbau unseres Rathauses gemacht.

Mir ist bewusst, dass ein Projekt mit Gesamtkosten von rund 1,46 Millionen Euro Fragen, Sorgen und teilweise auch Unverständnis hervorruft. Deshalb möchte ich als Bürgermeister noch einmal kompakt und verständlich erklären, warum wir dieses Projekt angehen, wie es finanziert werden soll und wie es anschließend mit dem Dorfplatz weitergeht.

Warum wird das Rathaus saniert?

Direkt nach der Kommunalwahl hat der neue Gemeinderat die Schwerpunkte für die laufende Wahlperiode festgelegt.

Clausen befand sich zu diesem Zeitpunkt noch für vier Jahre im Status einer Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung. Dieser Status besteht insgesamt acht Jahre und verbessert unsere Chancen auf eine hohe Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz.

Für uns waren zwei große Projekte besonders wichtig:

1.

Sanierung und Umbau des Rathauses zum Dorfgemeinschaftshaus

2.

Neugestaltung des Dorfplatzes mit Mehrgenerationen- und Spielplatz

Beides gleichzeitig umzusetzen, ist nicht möglich. Da unser Rathaus jedoch in einem sehr schlechten baulichen Zustand ist und weiter verfällt, wurde entschieden, zunächst das Rathaus anzugehen.

Welche Alternativen wurden geprüft?

Der Gemeinderat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen.

Geprüft wurde unter anderem ein Verkauf des Rathauses und der Erwerb bzw. die Nutzung eines anderen Gebäudes. Konkret wurde hierfür auch das Pfarrheim betrachtet. Da die Kirche einem Verkauf nicht zugestimmt hat, schied diese Möglichkeit aus.

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, am Rathaus zunächst nichts zu verändern. Aufgrund des baulichen Zustandes war sich der Gemeinderat jedoch einig, dass dies keine verantwortbare und langfristige Lösung darstellt.

Auch eine schrittweise Sanierung in Eigenregie wurde betrachtet. Diese hätte zwar mehr Freiheiten bei der Umsetzung ermöglicht, gleichzeitig aber einen höheren organisatorischen Aufwand und voraussichtlich höhere Eigenmittel aus dem Gemeindehaushalt bedeutet.

Der Gemeinderat hat somit unterschiedliche Möglichkeiten betrachtet und gegeneinander abgewogen. Nach Abwägung dieser Möglichkeiten wurde schließlich die grundlegende Sanierung und der Umbau des bestehenden Rathauses im Rahmen der Dorferneuerung beschlossen.

Warum kostet der Umbau rund 1,46 Millionen Euro?

Die aktuelle Kostenberechnung liegt bei 1.459.925 Euro brutto.

Dabei geht es nicht um eine einfache Renovierung. Das Gebäude muss grundlegend und nachhaltig saniert werden. Dazu gehören unter anderem Brandschutz, Barrierefreiheit, energetische Maßnahmen sowie die Erneuerung der Elektro-, Sanitär- und Haustechnik.

Hinzu kommen die allgemeinen Kostensteigerungen im Bauwesen.

Wichtig ist außerdem: Wer Fördermittel der Dorferneuerung erhalten möchte, muss die entsprechenden Förderrichtlinien erfüllen. Ziel einer solchen Förderung ist keine kurzfristige Reparatur, sondern eine Sanierung, mit der das Gebäude wieder für die nächsten rund 30 Jahre zukunftsfähig ist.

Muss Clausen die 1,46 Millionen Euro selbst bezahlen?

Nein. Das ist einer der wichtigsten Punkte.

Die rund 1,46 Millionen Euro sind die Gesamtkosten des Projektes – nicht automatisch der Betrag, den die Ortsgemeinde selbst tragen muss.

Im Rahmen der Dorferneuerung besteht für uns die Möglichkeit einer Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten.

Zusätzlich hat der Gemeinderat Eigenleistungen beschlossen. Durch Rückbauarbeiten, Malerarbeiten, Arbeiten an den Außenanlagen und weitere Leistungen sollen bis zu 10 Prozent Eigenleistungen eingebracht und damit Kosten eingespart werden.

Die tatsächliche Höhe der Förderung und damit auch der endgültige Eigenanteil der Gemeinde stehen allerdings erst nach Prüfung unseres Förderantrages und dem entsprechenden Förderbescheid fest.

Kann sich die Gemeinde das leisten?

In den vergangenen Jahren wurden notwendige Investitionen in Gebäude, Anlagen und Plätze nicht umgesetzt. Dadurch besteht heute ein erheblicher Investitions- und Sanierungsbedarf. Im Umkehrschluss konnte die Gemeinde in dieser Zeit jedoch auch finanzielle Rücklagen bilden.

Gleichzeitig zeigt sich heute, dass dauerhaftes Sparen und das Aufschieben notwendiger Investitionen langfristig nicht automatisch günstiger sind. Sanierungsmaßnahmen werden dadurch nicht weniger, sondern können mit der Zeit umfangreicher und teurer werden.

Ich bin deshalb der Überzeugung, dass wir nicht nur kurzfristig denken dürfen. Wir müssen mit Weitblick handeln, unsere kommunale Infrastruktur erhalten und kontinuierlich dort investieren, wo es notwendig und sinnvoll ist.

Diese finanzielle Ausgangslage ermöglicht es uns heute, solche Zukunftsprojekte anzugehen. Nach heutigem Stand ist für den Rathausumbau keine Kreditaufnahme erforderlich.

Und ebenfalls wichtig:

Die Hebesätze werden nicht aufgrund des Rathausumbaus erhöht.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Förderantrag für den Rathausumbau wird im September 2026 eingereicht.

Parallel dazu arbeitet der Gemeinderat bereits an unserem zweiten großen Projekt: dem Dorfplatz. Dieses Projekt wird nicht vollständig auf einmal umgesetzt werden können. Mein Schwerpunkt als Bürgermeister liegt zunächst auf dem Bereich Kiosk und Mehrgenerationen-Spielplatz. Clausen soll endlich einen modernen und attraktiven Spielplatz erhalten, der ein Treffpunkt für Kinder, Familien und alle Generationen wird.

Der Förderantrag für den Dorfplatz ist für 2027 vorgesehen.

Damit bringen wir beide großen Projekte noch während unseres Status als Schwerpunktgemeinde auf den Weg und nutzen die besonderen Fördermöglichkeiten bestmöglich für Clausen.

Warum passiert so viel auf einmal?

Auch hier möchte ich offen sein.

Der Status als Schwerpunktgemeinde besteht insgesamt acht Jahre. Wären einige dieser notwendigen Themen früher angegangen worden, müssten wir heute nicht mehrere große Projekte innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes vorbereiten.

Diese Zeit können wir aber nicht zurückdrehen.

Unsere Aufgabe ist es jetzt, die verbleibenden Jahre konsequent zu nutzen und die vorhandenen Fördermöglichkeiten nicht verstreichen zu lassen.

Mir ist Transparenz wichtig

Nicht jeder muss jede Entscheidung des Gemeinderates gut finden. Aber jeder sollte nachvollziehen können, warum wir eine Entscheidung getroffen haben.

Deshalb werden wir auch weiterhin offen über die Planung, die tatsächlichen Kosten, die Höhe der Förderung und den weiteren Verlauf informieren.

Gemeinsam mit dem Gemeinderat möchte ich möglichst alle Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitnehmen, Fragen beantworten und Entscheidungen transparent darstellen.

Unser Ziel ist es, Clausen nicht nur für heute, sondern für die kommenden Jahrzehnte zukunftsfähig aufzustellen.

Ihr
Jens Dresen
Ortsbürgermeister