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Werratal Bote Mitteilungsblatt der VG Hainich-Werratal und Stadt Treffurt
Ausgabe 10/2026
Amt Creuzburg
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Scherbdaer Wohnhäuser und ihre Bewohner bis 1945

Der 1910 als Arno Schröter in Scherbda geborene Arno Bähr war von 1950 bis 1958 (bis zur Republikflucht seines ältesten Sohnes) für zwei Legislaturperioden Mitglied der Volkskammer der DDR. Das Foto stammt aus dem 1957 erschienenen „Handbuch der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik“.

Lindenstraße 19 (ehem. Haus Nr. 43)

Das im Oberdorf gelegene Wohnhaus wurde ursprünglich vor 1715 erbaut. Um 1838 entstand im östlichen Teil des Grundstückes ein weiteres Wohnhaus, die heutige Nr. 21.

1805 lebte in der heutigen Nr. 19 der Tagelöhner, Choradjuvant und Gerichtsschöppe Johann Georg Hofmeyer (*21.02.1769) mit seiner Mutter Christiane Elisabeth, geb. Kleinsteuber (*02.05.1730), seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Rollberg (*um 1775) und seinen Kindern Andreas (*28.01.1799), Anna Magdalena (*28.03.1801) und Anna Margaretha (*29.03.1805). In den Jahren darauf folgten die Söhne Johann Georg (*20.02.1808) und Ernst Wilhelm (*10.04.1811), bevor der Vater Johann Georg im Mai 1814 am Nervenfieber verstarb. Im Juli 1826 heiratete der älteste Sohn Andreas die aus der Schloßstraße Nr. 16 stammende Katharina Elisabeth Aßmann und übernahm daraufhin das elterliche Haus. Nach der Geburt der gemeinsamen Kinder Johannes (*05.04.1827), Bernhardine Juliane (*11.09.1831) und Anna Margarethe (*03.06.1834) wurde Andreas Hofmeyer im Januar 1838 unweit seines Hauses im sogenannten „Schulhofe“ erfroren aufgefunden. Seine Witwe Katharina Elisabeth ging im Januar 1841 mit dem Tagelöhner und Junggesellen Johann Gottlieb Rollberg die zweite Ehe ein, aus der die Kinder Johann Ernst (*13.08.1841), Johann Christoph (*21.02.1844) und Johannes Theodor (*21.03.1848) hervorgingen. Dieser jüngste Sohn übernahm 1873 das Elternhaus und heiratete die aus der Schloßstraße 17 stammende Dienstmagd Anna Elisabeth Fischer (*02.02.1854). Nur wenige Monate später starb Johann Theodor Rollberg an Typhus und hinterließ seine schwangere Witwe, welche am 2. März 1874 den Sohn Gustav Adolf zu Welt brachte. 1874 wurde Anna Elisabeth Rollberg als erste Leiterin der Scherbdaer „Kleinkinderdorfschule“ erwähnt. Im Februar 1875 ging sie mit dem aus Frankenroda stammenden Tüncher Ernst Heinrich Schröter (*24.12.1850) die zweite Ehe ein. In der Folge wurden die Kinder August (*28.10.1876), später Gastwirt in der Lindenstraße 7), Anna Marie (*01.10.1878, nach Netra verheiratet), Marie Wilhelmine (*16.06.1883, nach Eisenach verheiratet) und Auguste (*16.09.1886) geboren.

Letztgenannte wurde am 5. November 1910 Mutter eines unehelichen Sohnes namens Arno, welcher später für zwei Legislaturperioden Abgeordneter der DDR-Volkskammer wurde.

In den 1930-er Jahren kam das zeitweise leerstehende Haus in den Besitz des aus der Angerstraße Nr. 2 stammenden Schlossers Karl Friedrich Ebel. Im Dezember 1945 lebten in der Lindenstraße Nr. 19 der Haushaltsvorsteher Karl Ebel (*08.12.1901), seine Ehefrau Bernhardine, geb. Aßmann (*28.10.1900), der Sohn Rudolf (*18.01.1924) sowie die Flüchtlinge Margarethe Breitkopf (*13.07.1925) und Angela Breitkopf (*24.01.1929).

Christoph Cron