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Werratal Bote Mitteilungsblatt der VG Hainich-Werratal und Stadt Treffurt
Ausgabe 11/2026
Amt Creuzburg
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Scherbdaer Wohnhäuser und ihre Bewohner bis 1945

Lindenstraße 20 (ehem. Haus Nr. 48)

Der aus der Thomas-Müntzer-Straße 17 stammende Schneider Johann Adam Rödiger (*01.05.1799) separierte sich in den 1820-er Jahren den oberen Teil des elterlichen Grundstückes und errichtete dort ein Wohnhaus mit Nebengebäuden, welches im Laufe des 20. Jahrhunderts nach Süden erweitert wurde. Rödiger hatte sich im Dezember 1821 mit Marie Magdalene Müller verheiratet, der einzigen Tochter des hiesigen Einmietlings Johann Adam Müller. Aus dieser Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Anna Margarethe (*30.01.1822), Marie Magdalene (*08.07.1826), Johann Wilhelm (*26.07.1829), Hermann (*21.01.1831), Ernst Wilhelm (*15.11.1833), Johannes (*11.12.1835) und Anna Martha (*08.01.1838) hervor. Um 1830 eröffnete Johann Adam Rödiger eine Schankwirtschaft, die er bis mindestens 1838 neben seinem Schneiderhandwerk betrieb.

Um 1856 übernahm der Sohn Ernst Wilhelm Rödiger das Elternhaus, welcher hier mit seiner aus Ebenau stammenden Ehefrau Anna, geb. Hort, und den Kindern Anna Marie Elisabeth (*04.12.1856), Anna Wilhelmine (*06.12.1858), Hermann (*17.10.1860), Alexander (*31.03.1863, später Gastwirt in der Thomas-Müntzer-Straße Nr. 7), Johann Conrad (*05.09.1866), Heinrich (*02.08.1868) und Anna Marie (*21.07.1871) lebte. Die beiden letztgenannten starben im Februar 1881 binnen zwei Tagen an Scharlach.

Wie auch sein Sohn Hermann zog Ernst Wilhelm Rödiger um 1895 in die Thomas-Müntzer-Straße 17. Das Wohnhaus Lindenstraße Nr. 20 übernahm sein Neffe Caspar Theodor Rödiger (*26.11.1857), ein Sohn seines in die Lindenstraße Nr. 13 verzogenen Bruders Hermann (*21.01.1831). Weil Caspar Rödigers Ehe mit Marie Karoline Eichholz kinderlos blieb, nahmen sie den aus Eisenach gebürtigen Pflegesohn Karl Scharfenberg (*28.10.1898) bei sich auf.

Im Dezember 1945 lebten in der Lindenstraße 20 die Witwe Marie Rödiger, der Haushaltsvorsteher Karl Scharfenberg mit seiner Frau Rosa, geb. Weber (*03.06.1898), sowie die Kinder Gerhard (*30.03.1923) und Klara (*16.02.1929).

Christoph Cron