Wohn- und Gasthaus Lindenstraße 22, um 1914.
Das ehemals mit Saalanbau und Kegelbahn ausgestattete Fachwerkwohnhaus wurde um 1880 erbaut. Nach Schließung der dortigen Schankwirtschaft dienten die Räumlichkeiten bis 1926 zu Schulzwecken.
In den 1880-er Jahren lebte hier der aus der Thomas-Müntzer-Straße Nr. 19 stammende Zimmermann und Gastwirt Johann Konrad Vogt (*17.06.1845) mit seiner Ehefrau Marie Magdalene, geb. Fischer (*18.09.1851) und den Kindern Richard (*25.06.1877), Heinrich Rudolf (*22.06.1882), Adam (*23.05.1884, später in Hagen), Reinhold (*15.07.1886) und Karl Konrad (*27.12.1891, nach Ruhla verheiratet). Auch die Schwiegereltern Johannes Fischer (*29.06.1828) und Katharine Barbara, geb. Weber (*11.06.1829), zogen aus der Thomas-Müntzer-Straße 10 hierher.
Der Schneider Reinhold Vogt übernahm das Elternhaus und führte ab 1912 für einige Jahre auch die Schankwirtschaft weiter. Er war verheiratet mit Karoline, geb. Martin (*29.09.1886). Deren einzige Tochter Emmi (*02.03.1914) heiratete im April 1938 Artur Meng aus der Thomas-Müntzer-Straße Nr. 4, welcher 1944 in Rumänien vermisst blieb.
Im Dezember 1945 lebte in der Lindenstraße 22 der Haushaltsvorsteher Reinhold Vogt mit seiner Ehefrau Karoline, der gemeinsamen Tochter Emmi Meng und deren Kindern Wilfried und Helmut.
Christoph Cron