Frankenroda liegt unzweifelhaft wunderbar idyllisch m Werratal. Hinzu kam in früheren Zeiten neben diesen landschaftlichen Besonderheiten die Ruhe und die Abgeschiedenheit des Ortes.
Das änderte sich erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Eisenach-Treffurt, die im Oktober 1907 den Verkehr aufnahm.
Aber gerade darin sahen viele geschäftstüchtige Gastwirte und andere Unternehmer die Chance, Gäste ins Werratal zu ziehen. So auch in Frankenroda.
So bezeichnet eine Werbeprospekt des Verkehrsvereins Frankenroda, der sogar in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Kurzeitung herausgab, Frankenroda als „Perle im Werratal“. Luftkuren und Wassersport standen damals auf der Tagesordnung.
Damals kam das Urlaubmachen in Mode und findige Gastwirte nutzten das.
Heinrich Schreiber betrieb damals das direkt an der Werra gelegene „Gast- und Pensionshaus zum Werratal“, die beste Adresse weit und breit.
Angeboten wurden neben der herrlichen Lage Badegelegenheiten in der damals noch „beschwimmbaren“ Werra, dazugehörige Liegewiesen, aber auch Bootstouren und Rudersport und sogar Motorbootfahren!
An diese spannenden Zeiten erinnert auch die nachfolgende Ansichtskarte des Gasthauses „Zum Werratal“ aus den frühen 20er Jahren (Museum im Mihlaer Rathaus).
Übrigens, an der landschaftlichen Schönheit des neuen Ortsteils des Amtes Creuzburg hat sich bis heute nichts geändert…
Wichtig für diese kleine Entwicklung des frühen Tourismus in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg war, dass Frankenroda gemeinsam mit Ebenshausen, einen Bahnhof erhalten hatte. Dieser lag zwar nicht im Ort direkt und man hatte schon einige Minuten Fußweg vor sich, um die Züge zu erreichen, aber so etwas nahm man gern in Kauf. Vor 1907 gab es ja noch nicht einmal eine Postkutschenverbindung und wer nach Eisenach wollte, musste zumindest bis Treffurt oder Mihla zu Fuß starten…
Aus dieser Zeit erhielt ich dieser Tage von Ronald Weber aus Frankenroda die nachfolgende Fotografie aus en guten alten Zeiten des Zugverkehrs.
Wir stehen auf dem Bahnsteig des Frankenrodaer Bahnhofs. Da steht der Bahnhofsvorsteher Gustav Kalbow mit seinem Sohn Erich, beide in Bahnuniform. Am Fenster, der Bahnhofsvorsteher wohnte im Bahnhofsgebäude, schaut seine Ehefrau Emilie dem Treiben zu.
Vielen Dank an Herrn Weber für diese wunderbare fotografische Erinnerung.
Ortschronist Mihla / Rainer Lämmerhirt