Das Fachwerkhaus wurde vermutlich um das Jahr 1910 im Auftrag des Tischlermeisters Alexander Rödiger als Wohnhaus für den Werkmeister der Scherbdaer Zigarrenfabrik erbaut. 1930 entstand im Hof ein zweigeschossiges Stallgebäude.
In den 1920-er Jahren lebte hier der aus Nazza gebürtige Werkmeister Johann Heinrich Klinkhardt (*24.09.1871) mit seiner Ehefrau Christine, geb. Höch († 1923), seiner im Krieg verwitweten Schwiegertochter Frieda Emma Alice Marie, geb. Helmbold (*22.10.1895) und deren Tochter Elfriede (*05.09.1915).
Elfriede Klinkhardt erlernte von 1931 bis 1935 in Creuzburg das Schneiderhandwerk, heiratete dort 1938 den Schlosser Walter Friedrich Kessel (*18.10.1914) und zog mit ihm und der gemeinsamen Tochter Renate Sophie Marie (*02.03.1939) in den frühen 1940-er Jahren in ihr Elternhaus nach Scherbda zurück. Im Dezember 1945 lebte in der Lindenstraße 30 die Haushaltsvorsteherin Frieda Klinkhardt mit ihrem Vater Heinrich, ihrer Tochter Elfriede Kessel und der Enkeltochter Renate.
Christoph Cron