Das ehemalige Nebengebäude des großherzoglichen Kammergutes gehörte nach dessen Zerschlagung im Jahre 1836 zunächst zur Schloßstraße Nr. 11 und wurde erst nach 1859 zum Wohnhaus umgebaut. 1875 lebte hier der zuletzt in der Schloßstraße Nr. 10 wohnhafte Anspänner und ehemalige Schultheiß Georg Friedrich Rödiger (*19.08.1809) mit seiner Ehefrau Anna Katharina, geb. Salzmann (*1818 in Freitagszella). Deren jüngster Sohn Johannes (*30.03.1859) übernahm zeitweise das Haus, wanderte aber später nach Kanada aus.
1886 wurde der aus der Angerstraße 16 stammende und zuletzt in der Lindenstraße 14 wohnhafte Johann Christoph Hagedorn (*03.10.1842) als neuer Hauseigentümer genannt. Er war verheiratet mit Bernhardine Juliane, geb. Hagedorn (*25.03.1852) und hatte mit ihr die gemeinsamen Kinder Linna (*04.12.1881), Marie (*22.08.1884), Eduard Heinrich (*06.06.1886), Martha Auguste (*30.04.1888), Wilhelm (*26.12.1889) und Oskar (*16.05.1894). Christoph Hagedorn starb im Dezember 1899. Zunächst übernahm seine Witwe und später der älteste Sohn Eduard das Haus. Die jüngeren Söhne Wilhelm und Oskar starben unverheiratet im Ersten Weltkrieg.
Der Landwirt Eduard Hagedorn heiratete im Mai 1912 die aus der Schloßstraße Nr. 10 stammende Minna Wiedemann (*14.04.1886). Aus der Ehe gingen die Kinder Erna (*10.10.1912), Walter (*23.11.1914), Werner (*11.07.1916, im Mai 1945 im Reservelazarett Quedlinburg verstorben) und Else (*07.04.1919) hervor. Im Dezember 1945 lebten in der Schloßstraße 4 der Haushaltsvorsteher Eduard Hagedorn, seine Ehefrau Minna, die Tochter Else, die Tochter Erna mit ihrem Ehemann Willi Hagedorn (*08.12.1914) sowie deren Tochter Ingrid (*02.10.1941).
Christoph Cron