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Werratal Bote Mitteilungsblatt der VG Hainich-Werratal und Stadt Treffurt
Ausgabe 29/2026
Amt Creuzburg
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Ein historischer Abschied mit Atemschutz und vier Husaren:

Ein emotionaler Empfang und ein lang ersehnter Wunsch

Ein emotionales Dankeschön zum Abschluss

Rainer Lämmerhirt nach 30 Jahren im Dienst verabschiedet

Amt Creuzburg, 4. Juli 2026 - Es war ein Abschied, der sprichwörtlich „durch die Decke ging“ und ganz sicher in die Annalen der Region eingehen wird. Nach fast drei Jahrzehnten unermüdlichen Wirkens wurde der langjährige Bürgermeister Rainer Lämmerhirt feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Von 1997 bis 2019 lenkte er die Geschicke der Gemeinde Mihla, um anschließend von 2020 bis 2026 als erster Bürgermeister der neu gegründeten Stadt Amt Creuzburg die historische Fusion der Ortsteile erfolgreich zu gestalten.

Ein feierlicher Auftakt und ein genialer historischer Rückblick

Den festlichen Rahmen eröffneten Posaunen- und Trompetenklänge unter der versierten Leitung von Ricarda Kappauf. Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste folgte das erste Highlight des Tages: Eine gemeinsame Laudatio von Wehrführer und stellvertretendem Stadtbrandmeister Markus Mayer sowie dem 2. Beigeordneten der Stadt und designierten Nachfolger Toni Nickol.

Gemeinsam warfen die beiden Redner einen humorvollen und tiefgründigen Blick zurück auf Lämmerhirts Amtszeit und zeichneten den Weg des gelernten Geschichtslehrers nach, der seine pädagogische Ruhe und seinen historischen Weitblick stets gewinnbringend in die Kommunalpolitik einzubringen wusste.

Feueralarm sorgt für die wohl spektakulärste Unterbrechung der Amtszeit

Mitten in die feierliche Stimmung platzte plötzlich ein unvorhergesehenes Ereignis: Der Feueralarm schrillte durch das Gebäude. Dank des vorbildlichen und absolut ruhigen Verhaltens aller Gäste konnte der Saal geordnet evakuiert werden.

Rainer Lämmerhirt selbst erlebte einen ganz besonderen Abgang: Er wurde von zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr unter Atemschutz sicher aus dem Gebäude geleitet - ein symbolischer Moment, der zeigte, dass sich Lämmerhirt in all den Jahren immer auf seine Retter verlassen konnte.

 

 

Draußen wartete auf den scheidenden Bürgermeister eine riesige Überraschung. Die versammelten Mihlaer Vereine hatten Aufstellung genommen, um ihm für die jahrzehntelange Unterstützung zu danken. Den imposanten Rahmen bildete der Kirmesverein, der einen lang gehegten Wunsch des Bürgermeisters wahr werden ließ: Gleich vier berittene Husaren (normalerweise sind es nur drei) empfingen Lämmerhirt hoch zu Ross.

In ihren berührenden Reden gingen die Kirmesmitglieder stellvertretend auf jeden einzelnen Verein sowie die Kindergärten und die Feuerwehr ein. Auf diese Weise wurde allen Vereinen die Möglichkeit gegeben, ihre Dankbarkeit auszudrücken, ohne den zeitlichen Rahmen der Veranstaltung zu sprengen.

 

 

Als zentrales Abschiedsgeschenk wurde eine wunderschön aufbereitete historische Truhe von 1836 (eine Schenkung von Christian Wagner) überreicht, die stolz den Schriftzug „Lämmerhirt“ trägt. Während der Erwähnung der einzelnen Vereine steuerte jeder eine persönliche Anekdote oder ein kleines Geschenk bei, die direkt in der Truhe verstaut wurden. Rainer Lämmerhirt wird mit dem Auspacken dieser geschichtsträchtigen Truhe ganz sicher noch eine Weile beschäftigt sein.

Herzliche Grußworte und humorvolle Präsente

Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte und alle Gäste wieder ihre Plätze eingenommen hatten, wurde das Programm mit herzlichen Grußworten fortgesetzt:

  • Pfarrer Georg Hoffmann zitierte in bester Manier Martin Luther, lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kommune und erinnerte dabei unter anderem an das gelungene Gemeinschaftsprojekt der Orgel-Sanierung.
  • Im Namen der VG-Vorsitzenden Christin Bärenklau verlas Ulrike Reichardt herzliche Abschiedsgrüße und übergab gemeinsam mit den Verwaltungsangestellten einen bequemen Liegestuhl für den wohlverdienten Ruhestand. Markus Riesner gratulierte stellvertretend für alle Bürgermeister der VG, und auch Ralf Galus schloss sich den guten Wünschen an.
  • Stadtplanerin Ines Klinke bedankte sich für die stets konstruktive Zusammenarbeit und überreichte dem designierten Nachfolger Toni Nickol augenzwinkernd eine Schwimmweste - damit dieser in seinem zukünftigen Amt bei stürmischen Zeiten nicht so leicht untergeht.
  • Torsten Madeheim von den Johannitern erschien in offizieller Dienstuniform und betonte das über Jahrzehnte hinweg gewachsene, tiefe Vertrauen.
  • Treffurts Bürgermeister Michael Reinz blickte auf mutige Großprojekte wie die Bewerbung zur Landesgartenschau zurück und hob besonders erfolgreiche, verbindende Highlights wie den beliebten Werratalmarathon hervor.
  • Forstamtsleiter Dirk Fritzlar fokussierte sich auf die exzellente Zusammenarbeit im vergangenen Jahr rund um die Auszeichnung als „PEFC-Waldhauptstadt“ und lobte den direkten, unkomplizierten Draht zwischen den Revierförstern und der Stadt.
  • Eine besonders weite Anreise hatten Heinz Örther (Bürgermeister der Partnergemeinde Oberotterbach) und sein Vorgänger Fritz Beck, der bereits 1990 die Partnerschaft initiiert hatte. Sie überreichten einen reich gefüllten Korb mit Wein und Pfälzer Wurst.
  • Ebenshausens Ortsteilbürgermeister Jan Werneburg hob lobend die enorme Flexibilität hervor, mit der Lämmerhirt stets spontane Ideen der Ebenshäuser unbürokratisch unterstützte.
  • Rene Weisheit überbrachte die Glückwünsche der Freien Wähler und bedankte sich in seiner Rolle als Vorsitzender des Fördervereins Liboriuskapelle Creuzburg e.V. für die treue Unterstützung bei der Rettung des Kulturdenkmals.
  • Dass der Bürgermeister ein Arbeitstier durch und durch ist, machte Karl Otto Walther (Landwirtschafts GmbH Ifta) deutlich: Selbst am Morgen dieses arbeitsintensiven Samstags hatte Lämmerhirt noch fleißig Dienst-Mails verschickt.
  • Ein besonders emotionaler Moment war der Auftritt von Susanne Gebhardt. Als Vertreterin von Lämmerhirts allererster Schulklasse überreichte sie einen Blumenstrauß - und der pensionierte Lehrer bewies prompt sein phänomenales Gedächtnis: Er wusste noch immer von jedem Einzelnen den Namen und den damaligen Sitzplatz im Klassenzimmer.

 

 

 

Sichtlich bewegt ergriff am Ende Rainer Lämmerhirt selbst das Wort.

Er bedankte sich ausführlich bei allen Weggefährten, Akteuren und Bürgern. Ein ganz besonderer, liebevoller Dank galt jedoch seiner Ehefrau Edda, die in den vergangenen 30 Jahren unzählige Stunden auf ihren Mann verzichten musste, während dieser unermüdlich für seine Heimatgemeinde im Einsatz war.

 

 

Bei leckeren Appetithäppchen, feinstem Fingerfood und kühlen Getränken klang dieser historische Tag in vielen gemütlichen und persönlichen Gesprächen harmonisch aus. Ein Abschied, wie er Rainer Lämmerhirt gebührt - geschichtsträchtig, herzlich und unvergesslich.

Toni Nickol