Hof Schloßstraße Nr. 7, vor 1945.
Das ursprünglich vor 1715 erbaute Wohnhaus wurde beim großen Brand von 1879 zerstört. An gleicher Stelle entstand ein vergrößerter Neubau. 1805 lebte hier der Tagelöhner Johann Georg Luhn (*1759) mit seiner aus Mihla stammenden Ehefrau Agnes, geb. Brand (*um 1760) und den gemeinsamen Kindern Marie Elisabeth (*10.11.1786), Maria Dorothea (*10.10.1788), Henriette (*17.08.1791), Johann Michael (*20.02.1794) und Catharina Elisabeth (*12.10.1799).
Am 4. Mai 1817 starben beide Elternteile am Brustfieber, nachdem der einzige Sohn Johann Michael bereits 1813 im Alter von nur 19 Jahren verstorben war. Neuer Hauseigentümer wurde der Schwiegersohn Johann Georg Martin. Er war verwitwet, hatte mehrere Kinder aus erster Ehe, arbeitete als Schafmeister auf dem großherzoglichen Kammergut und hatte sich im Januar 1815 mit Maria Dorothea Luhn verheiratet. Aus dieser zweiten Ehe gingen die Kinder Katharine Elisabeth (*02.09.1815), Johann Georg (*03.01.1817), Maria Elisabeth (*19.03.1819), Conrad (*09.06.1821), Johann Caspar (*07.10.1825), Johannes (*27.07.1828), Martha Elisabeth (*26.03.1831) und Dorothee Marie (*26.01.1833) hervor.
Johann Georg Martin starb 1862 im seinerzeit außergewöhnlichen Alter von 89 Jahren und hinterließ 14 lebende Kinder. Bereits zuvor hatte sein Sohn Caspar Martin als Schäfergehilfe (später wurde er Gemeindeschäfer) das elterliche Haus übernommen und im August 1852 die aus der Lindenstraße Nr. 20 stammende Marie Magdalene Rödiger geheiratet. In der Folge wurden die Kinder Johannes Gustav (*12.12.1852), Bernhardine (*27.09.1854), Bernhardine Wilhelmine (*04.11.1855), Johannes Theodor (*04.03.1858), Martha Elisabeth (*28.03.1859) und Heinrich (*29.07.1860) geboren. Um das Jahr 1862 zog die Familie Martin nach Wolfmannsgehau. Neuer Hauseigentümer wurde der zuletzt in der Zittelstraße 1 wohnhafte Gottlieb Salzmann (*16.09.1824) mit seiner Ehefrau Bernhardine, geb. Werneburg, verw. Hoßbach (*25.08.1820). Zur Familie gehörten die Söhne Adam Rudolph (*07.04.1855), Conrad Gustav (*11.10.1857), Conrad Christian (*13.04.1860) und Heinrich (*10.09.1862).
Nach dem Wegzug der Familie Salzmann übernahm der aus Altenburschla stammende Zimmermann Johann Justus Dietzel (*1828), ehemals Besitzer der alten Scherbdaer Windmühle, für einige Jahre das Haus. 1884 lebte er hier mit seiner Frau Barbara, geb. Kieselbach, einer Tochter des ehemaligen Scherbdaer Lehrers Johann Heinrich Kieselbach.
1891 wurde der aus der Lindenstraße 20 stammende Stellmacher Johann Conrad Rödiger II (*05.09.1866) als neuer Hausbesitzer genannt. Aus der 1895 geschlossenen Ehe mit Anna Katharina Fischer (*11.04.1872) gingen die gemeinsamen Kinder Adolf (*10.09.1896), Minna Louise (*27.10.1897), Anton (*11.04.1899), Emma (*24.08.1900), Karl Friedrich (*07.02.1902), Lina (*04.12.1904), Friedrich Alfred (*17.01.1910) und Minna Elisabeth (*21.05.1911) hervor, von denen später Karl das Elternhaus übernahm. Er verheiratete sich 1936 mit der aus der Thomas-Müntzer-Straße Nr. 6 stammenden Pauline Frieda Köhler, geb. Helbig, der Witwe des im Jahr zuvor verunglückten Peter Köhler.
1937 wurden Karl Rödiger als Stellmacher, Konrad Rödiger II ebenfalls als Stellmacher und der aus dem Nachbarhaus Nr. 9 stammende Reinhold Eichholz als Zimmermann hier genannt. Im Dezember 1945 lebten in der Schloßstraße 7 der Haushaltsvorsteher Karl Rödiger, seine Ehefrau Frieda Rödiger (*17.06.1907) sowie deren Kinder aus erster Ehe Ingeborg Köhler (*08.09.1925) und Herward Köhler (*13.04.1930).
Auf dem heutigen Grundstück der Schloßstraße Nr. 7 befand sich im 19. Jahrhundert ein zweites Wohngebäude. Hier lebte 1838 die aus dem Haupthaus stammende Henriette Göpel, geb Luhn (*17.08.1791), Witwe des aus der Schloßstraße 18 stammenden und 1830 verstorbenen Dienstknechtes Johann Ernst Göpel (*16.07.1795). Deren Tochter Anna Christine (*08.10.1826) verheiratete sich 1855 mit dem Schäfer Johann Heinrich Ehmer (*17.09.1821) und hatte mit ihm sechs Kinder. Nach Heinrich Ehmers Tod im November 1900 wurde das Wohnhaus vermutlich aufgegeben.
Christoph Cron