Die Gedenktafel am Creuzburger Rathaus. Gedenken 2026 an das Geschehen vor 80 Jahren.
Am 14. Februar trafen sich am Creuzburger Rathaus Frau Pastorin Breustedt, Ortsteilbürgermeister Ronny Schwanz und Bürgermeister Rainer Lämmerhirt mit Angehörigen der Familien jener 11 Jugendlichen, die genau vor 80 Jahren, am 14. Februar 1946, völlig überraschend und unvorbereitet durch Angehörige des russischen Geheimdienstes verhaftet wurden.
Ein dunkler Schatten senkte sich damals über Creuzburg, erfuhren doch die Angehörigen der Jungs nie, weshalb und vor allem auch durch wen die Verhaftung und der dann folgende lange Leidensweg initiiert wurde. Der Vorwurf, eine Kampfgruppe des faschistischen „Werwolfes“ gegründet zu haben, um im Untergrund gegen die neuen politischen Kräfte vorzugehen, war jedenfalls völlig haltlos.
Für die Familien der Betroffenen folgten dann viele Monate und Jahre der Verzweiflung und der Hoffnung.
Die Jugendlichen, damals zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren, traf es noch härter. Sie wurden verhört, geschlagen und schließlich verurteilt, einige zu Haftstrafen bis zu 25 Jahren!
Hermann Küfner verstarb in der Haft, andere kamen in Gefängnisse nach Buchenwald, Bautzen oder Torgau, zwei von ihnen verbüßten die völlig haltlosen Strafen sogar in einem Arbeitslager in Sibirien.
Erst ab 1953 kamen die ersten Inhaftierten, um ihre Jugend betrogen, nach Creuzburg zurück, die letzten gar erst 1955. Sie waren verpflichtet worden, niemals über ihre Erlebnisse in dieser Zeit zu berichten, auf die Gefahr hin, dass sie erneut verhaftet wurden.
Oft erfuhren daher sogar die Familien nur Bruchstücke des Leidensweges jedes Einzelnen.
Erst nach der „Wende“ 1989 wurden Einzelheiten bekannt, konnte die Rehabilitierung der Creuzburger erreicht werden.
Für die Kirchgemeinde und die politische Gemeinde ist es seither Verpflichtung, immer am 14. Februar an diese Geschehnisse zu erinnern.
Eine Schrifttafel am Creuzburger Rathaus kündet von diesen Ereignissen.
Die Namen der Verhafteten wurden vorgetragen, Frau Breustedt fasste die Gedanken und Gefühle der Anwesenden in einer kurzen Predigt zusammen und Bürgermeister Rainer Lämmerhirt brachte zum Ausdruck, dass es für ihn sehr wichtig sei, gerade in den jetzigen Zeiten der Unmenschlichkeiten in aller Welt die Opfer von Creuzburg nicht zu vergessen. Er mahnte in Blick auf die Veränderungen in der Kirchgemeinde, Frau Pastorin wird Ende des Jahres in den Ruhestand gehen und die Amtszeit des Bürgermeisters endet im Juli des Jahres, dieses Gedenken als Zeichen der Solidarität und des Zusammenstehens auh weiterhin wahrzunehmen.
Stadt Amt Creuzburg