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Werratal Bote Mitteilungsblatt der VG Hainich-Werratal und Stadt Treffurt
Ausgabe 8/2026
Amt Creuzburg
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Scherbdaer Wohnhäuser und ihre Bewohner bis 1945

Lindenstraße 17 (ehem. Haus Nr. 50)

Das ursprünglich vor 1805 erbaute Wohnhaus wurde Mitte der 1950-er Jahre umgebaut, nachdem es wegen seines schlechten Zustandes baupolizeilich gesperrt werden musste. 1805 lebte hier die Witwe Anna Elisabeth Rödiger, geb. Weber (*1733). Sie war die Ehefrau des 1779 verstorbenen Friedrich Rödiger. Nach ihrem Tod im Februar 1808 zog der Tagelöhner Johann Georg Kleinsteuber (*06.04.1776) mit seiner Ehefrau Maria Sophia, geb. Weber, und den Kindern Wilhelmine, Anna Martha, Anna Maria und Anna Barbara für kurze Zeit hier ein. Schon im Jahr darauf wurde der in der Thomas-Müntzer-Straße 17 wohnhafte Anspänner Martin Rödiger als neuer Eigentümer genannt.

In den 1820-er Jahren lebte hier der Anspänner Friedrich Ilgen (*08.01.1768), ein Sohn des ehemaligen Scherbdaer Pfarrers Ilgen, mit seiner aus Eichrodt stammenden Ehefrau Sabine, geb. Zellmann (*1777) und den gemeinsamen Kindern Susanne Dorothea (*03.10.1800), Anna Margarethe (*13.07.1805), Anna Dorothea (*21.01.1807), Eva Magdalena (*06.10.1809), Caroline Dorothea (*25.09.1813), Wilhelm Heinrich (*08.12.1816) und Johann Heinrich (*19.07.1820). Nach dem Tod des Vaters im November 1830 übernahm die Tochter Anna Margarethe mit ihrem aus Kahlenberg stammenden Ehemann Christian Hellfahrt das Elternhaus. Aus der Ehe gingen die Kinder Johann Conrad (*28.03.1832), Wilhelm Heinrich (*28.04.1834, später Thomas-Müntzer-Straße 11), Eva Magdalene (*25.03.1837), Heinrich (*21.09.1838), Anna Dorothee (*31.10.1840), Johannes (*08.01.1844) und Johann Heinrich (*02.03.1847) hervor. Als ältester Sohn übernahm Johann Conrad Hellfahrt 1865 das elterliche Haus. Er war verheiratet mit Anna Margarethe, geb. Eichholz (*08.05.1834) und hatte mit ihr die gemeinsame Tochter Katharine Marie (*07.05.1866). Nach Johann Conrad Hellfahrts frühem Tod heiratete seine Witwe im Januar 1872 den Landwirt und Barchentweber Johann Ernst Schlücker (*30.03.1841). Es folgten die Töchter Katharine (*02.08.1873), Mathilde (*20.09.1874), Anna Barbara (24.09.1877, später in Herten/Ruhrgebiet) und Minna (*01.06.1880), von denen Katharine das Elternhaus übernahm. Sie heiratete im Februar 1900 den aus der Angerstraße 10 stammenden Maurer Alexander Hagedorn. Von den sechs Töchtern der Familie erreichten nur Anna (*22.05.1901, später Angerstraße 5), Emma Amalie (*15.03. 1903, später Stöckigt 1) und Martha (*12.03.1914) das Erwachsenenalter. 1939 verheiratete sich Martha Hagedorn mit dem Soldaten Heinrich Salzmann (*08.02.1915) aus der Angerstraße 3.

Im Dezember 1945 lebten in der Lindenstraße Nr. 17 der Haushaltsvorsteher Alexander Hagedorn (*16.08.1873), seine Frau Katharine und seine Tochter Martha Salzmann mit ihren Kindern Heini und Edwin.

Christoph Cron