das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich möchte ein Fazit für das Jahr 2025 ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr geben. Wie schon in den letzten Jahren hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass wir uns in einer schwierigen politischen und finanziellen Lage befinden. Wir als Kommune sind gezwungen, Vorgaben, Verordnungen und Gesetze umzusetzen, die nicht immer von Vorteil für die Bevölkerung sind.
Wie jedes Jahr möchte ich mich bei den Einsatzkräften der operativen Abteilungen unserer Feuerwehren bedanken. Die Anzahl der Einsätze wächst von Jahr zu Jahr und in diesem Jahr ist noch das Starkregenereignis in Merkers hinzugekommen, was von allen Beteiligten eine Maß an Einsatzbereitschaft und Engagement gefordert hat. Hier möchte ich mich nicht nur bei den Einsatzkräften der Feuerwehren bedanken sondern auch bei den Mitarbeitern des Bauhofes, der Agrargenossenschaft Merkers - Kieselbach, den Unternehmen, die uns mit Maschinen und Fahrzeugen ausgeholfen und den Bürgern, die selbstlos mit aufgeräumt haben. Dieses Ereignis hat uns gezeigt, dass wir nie perfekt auf so etwas vorbereitet sein können aber die Agrargenossenschaft und die Gemeinde haben begonnen, die Probleme zu beseitigen und man hat dabei erkannt, dass auch die Bürger aktiv sich einbringen müssen.
Auch möchte ich mich in diesem Jahr bei den Ehrenamtlichen in den Vereinen bedanken, ihre Bereitschaft und Engagement, in ihrer Freizeit etwas für das sportliche und kulturelle Leben in der Krayenberggemeinde zu tun, ist bemerkenswert. Leider hat das Fest der Vereine im Ortsteil Dorndorf nicht die Resonanz in der Bevölkerung gehabt und war sehr schlecht besucht. Ich hoffe, dass sich die beteiligten Vereine deshalb nicht unterkriegen lassen und im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten.
Die Gemeinde ist in der Wärmeplanung, die von der Regierung durch Gesetz vorgeschrieben ist, schon so weit, dass die Bürger am Anfang des Jahres 2026 diese das erste Mal vorgestellt bekommen und ihre Meinungen und auch Vorschläge machen können. Dies wird getan, um die Planung weiter voranzutreiben, um den Bürgern bis spätestens 30.06.2028 aufzuzeigen, wo die Wärmeplanung der Krayenberggemeinde hingeht und was man wissen muss, wenn man vorhat, eine neue Heizung einzubauen. Auch die Industrie bekommt eine Richtlinie für die Zukunft.
Als ein besondere Erfolg ist zu werten, dass nach mehreren Jahren und Diskussionen die gemeinsame Friedhofssatzung beschlossen wurde. Schon im alten Gemeinderat wurde darüber diskutiert. Natürlich gibt es Punkte, die vielleicht manchen Bürgern nicht gefallen, aber jedem gerecht zu werden, ist eine Kunst, die niemand kann. Mir, einigen Gemeinderatsmitglieder und Bürgern war daran gelegen, dass das Gemeinschaftsgrab „Grüne Wiese“ verschwindet und das es eine würdigere Bestattung wie Stehle, Lore oder das neue Röhrensystem gibt.
Eine Investition in der Gemeinde, die nötig war, wurde mit der Anschaffung eines neuen Multicar für den Bauhof umgesetzt, weil das alte Fahrzeug ständig defekt und somit die Durchführung des Winterdienstes nicht gewährleistet war.
Im Bereich Sicherheit hat die Feuerwehr Dietlas ein neues Fahrzeug bekommen, um die Sicherheit der Kameraden und die Einsatzbereitschaft zu gewähren. In diesem Jahr wurde ein Fördermittelantrag für die Feuerwehr Kieselbach gestellt, weil auch dieses Fahrzeug nicht mehr den Sicherheitsstandards entspricht und ständig defekt ist.
In Merkers wurden Absorber an der Decke des Dorfgemeinschaftshauses angebracht, um die Akustik zu verbessern. Außerdem wurde Geld für die Turnhalle Merkers bereitgestellt, um die Heizung (Lüftung) in Betrieb zu halten aber das Optimale ist noch nicht erreicht, damit diese ohne Störung läuft. Auch wurde im Kindergarten Merkers ein neuer Zaun aufgestellt, um den alten maroden Zaun zu ersetzen und gleichzeitig wurde aus Sicherungsgründen die Hecke entfernt.
Die Digitalisierung in der Gemeinde schreitet voran, es gibt verschiedene Maßnahmen, im Einwohnermeldeamt können Passbilder vor Ort gemacht werden. Am Anfang gab es große Probleme aber durch die Einführung eines anderen Systems konnten diese auch behoben werden. Auch die Ummeldung des Wohnsitzes am Computer oder die Anmeldung von Hunden ist online möglich. Weitere Möglichkeiten, Formulare digital zu nutzen, sind auf den Weg gebracht worden.
Auch wurde ein Weg gefunden, um den versprochenen Fahrradweg zwischen Kieselbach und Dorndorf zu bauen, welchen das Land uns schon seit 4 Jahren versprochen hat. Die Gemeinde hat einen Vertrag ausgehandelt, bei dem wir die Planung und die Bauausführung übernehmen und das das Land die gesamten Kosten trägt.
Nach Jahren der Verhandlungen und dem Stellen von Förderanträgen konnte in diesem Jahr mit dem Abriss und späteren Neubau der Kulturhausbrücke in Dorndorf begonnen werden. Dies ist wichtig gewesen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, den Bahnbetreib nicht zu gefährden und somit wieder die Hoffnung zu haben, dass doch das Gewerbegebiet am Arnsberg erschlossen werden kann.
In der Schwimmhalle wurde das BHKA (Blockheizkraftwerk) ausgetauscht, weil das alte immer wieder ausgefallen ist und der Gasverbrauch immens war. Trotzdem, dass wir wieder keine Förderung für das Kulturhaus bekommen haben, hat sich die Gemeinde entschlossen, den Fußboden im Saal abzuschleifen und zu versiegeln. Es wurden die Solargleichrichter gewechselt, weil diese ständig defekt waren und wir haben diese gegen effizientere ausgetauscht.
In Kieselbach haben wir die kleine Gasse mit Aufsprühen von Bitumenemulsion saniert, weil hier kein grundhafter Straßenausbau in den nächsten Jahren vorgesehen ist. Im Schlag 10 wurde eine energetische Überprüfung durchgeführt und eine Kostenplanung für den Umbau erstellt. Diese wird benötigt, um einen Fördermittelantrag stellen zu können.
In Dorndorf wurde für die Entwicklung des Tourismus eine Ladestation für Fahrräder bei der Gemeinde aufgestellt, direkt am Werraradweg. Diese wurde nach kurzer Zeit gut angenommen, auch gab es im Internet schon gute Bewertungen und Aussagen. Wir haben über das Förderprogramm Leader hierfür Mittel erhalten und weil das Aufstellen durch den Bauhof umgesetzt wurde, haben wir Kosten gespart. Der Bauhof hat dabei gute Arbeit geleistet. Auch haben wir die Hoffnung, dass die Arbeiten an der Fahrrad- und Wanderherberge bald abgeschlossen sind, damit diese wieder von Einheimischen sowie für die touristische Vermarktung genutzt werden kann.
Die Umsetzung der Grundsteuerreform hat der Verwaltung viel Arbeit gemacht, hierbei gab es wieder Gewinner und Verlierer. Große Gewerbetreibende müssen wesentlich weniger bezahlen, junge Familien, die neu gebaut haben, müssen jetzt wesentlich mehr zahlen. Bei dieser Reform war die Gemeinde gezwungen, den Hebesatz anzuheben, damit die Einnahmen aus der Grundsteuer, auf die die Gemeinde angewiesen ist, um ihre Ausgaben decken zu können, in etwa gleichbleiben.
Eine größere Baumaßnahme, die Dorfstraße im Ortsteil Dietlas, konnte nach 4 Jahren Bauzeit fertiggestellt werden. Diese Baumaßnahme hat man in 4 Abschnitte geteilt, um dies finanzieren zu können. Jetzt steht nur noch die Fertigstellung des Langen Ackers an. Auch gibt es schon Planungen und Kostenschätzungen für verschiedenen Straßen in den anderen Ortsteilen, um diese zu erneuern wie zum Beispiel die Straße der Einheit und An der Liethe in Dorndorf, Dr. Günther Deilmann-Straße in Merkers, die Straße in der Kambachsmühle. Natürlich gibt es wieder Straßen, bei denen erst die Anwohner gefragt werden, ob sie die Straßen, auf Grund der für sie entstehenden Kosten, gebaut haben wollen und letztendlich entscheidet auch der Gemeinderat darüber, was sich die Gemeinde leisten kann und dann gebaut wird.
Der Glasfaserausbau für schnelles Internet kommt in den Ortsteilen voran. Bei all den Baumaßnahmen ist die Gemeinde trotzdem angehalten, sparsam mit der Geldausgabe zu sein, denn wir müssen unsere finanzielle Lage immer im Blick behalten. Die Gewerbesteuer als Einnahme ist nicht mehr die große Einnahme, mit der wir unsere Ausgaben ausgleichen können. Viele große Firmen zahlen wenig oder keine Gewerbesteuer und wir sind auf die kleinen Unternehmen angewiesen. Ein nicht ausgeglichener Haushalt bedeutet immer, an die Rücklagen zu gehen aber dies muss man mit Bedacht tun, denn irgendwann ist das Geld alle. Eine Gemeinde kann nicht immer alle Projekte, wie von den Ortsteilen gefordert, umsetzen. Wir als Gemeinde wollen auf keinen Fall in die Haushaltskonsolidierung, weil dies auch bedeuten würde, dass wir unsere Ausgaben für freiwillige Leistungen extrem herunterfahren müssten.
Leider habe ich es nicht geschafft, Fördermittel von der Landesregierung für den Abriss der Kaserne im Kirstingshof zu erhalten. Alle vormaligen Versprechungen von Politikern verschiedener Parteien waren nur leere Worte. Auch ein persönlicher Brief an unseren derzeitigen Ministerpräsidenten hat nichts gebracht. Man sieht diesen Abriss nicht als wichtig an. Das war einer der Momente in meiner bisherigen Amtszeit, bei dem mir bewusst geworden ist, dass man nicht alles erreichen kann, was man sich vorgenommen hat.
Als Nächstes möchte ich mich bei meinen Mitarbeiter:innen in allen Bereichen der Krayenberggemeinde für ihre Arbeit bedanken. Sie halten durch ihre Arbeit das Leben in der Gemeinde am Laufen.
Dank sagen möchte ich auch an die Gemeinderatsmitglieder. Sie haben durch ihre ehrenamtliche Arbeit, Projekte auf den Weg gebracht, die wichtig für das Erscheinungsbild der Gemeinde sind. Wir werden nie alle gleicher Meinung sein aber es ist auch wichtig, sich andere Meinungen anzuhören und danach Entscheidungen zu treffen.
Leider hat sich das Stimmungstief der letzten Jahre nicht verbessert und ich merke immer wieder, wie unzufrieden alle sind. Auch gehe ich mittlerweile nicht mehr davon aus, dass sich das nächste Jahr grundlegend positiver entwickelt. Die Entwicklung wird abhängig sein, welche Entscheidungen von unserer Bundes- und Landesregierung getroffen werden.
Im September 2026 wird meine Amtszeit zu Ende sein und es stehen deshalb im August die nächsten Bürgermeisterwahlen an. Wer sich für dieses Amt aufstellen lässt, werden wir im Mai/Juni 2026 wissen. In diesem Zusammenhang hoffe ich, dass es bei der Wahl eine hohe Wahlbeteiligung geben wird.
Ihre Gemeinderäte, Ihre Gemeindeverwaltung und ich werden auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen Schritte gehen - Schritte, die das Erscheinungsbild unserer Gemeinde verbessern werden. Wir werden einige Bauvorhaben fertig stellen, einige neue beginnen und optimistisch in die Zukunft schauen, - wir werden für einander da sein und versuchen, uns für das Richtige und das Wichtige zu entscheiden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen eine schöne Vorweihnachtszeit, ein Frohes Weihnachtsfest sowie Gesundheit, viel Glück und Erfolg im neuen Jahr 2026 und bleiben Sie gesund.
Ihr Bürgermeister
Peter Neumann