Rund 130 Gäste füllten das Centrum für Kunst und Kultur, als die Vortragsreihe „Rampenlicht 2026“ mit einem ebenso persönlichen wie gesellschaftlich relevanten Thema startete: „Ein Krüppel packt aus – Aus dem Alltag eines betroffenen und gleichzeitig kundigen Mitmenschen“. Die Begrüßung übernahm Bürgermeister Matthias Schardt, der zugleich Schirmherr der Veranstaltungsreihe ist. Gemeinsam mit Stephanie Geiger vom Pflegestützpunkt hieß er die zahlreichen Besucherinnen und Besucher willkommen und betonte die Bedeutung offener Gespräche über Krankheit, Behinderung und gesellschaftliche Teilhabe. Ein bewusst provokanter Titel: „Das Wort Krüppel wurde eigentlich abgeschafft“, stellte Prof. Dr. Beyerlein-Buchner gleich zu Beginn klar. Der bewusst gewählte Titel sollte zum Nachdenken anregen, sensibilisieren und Diskussionen eröffnen. Prof. Dr. Beyerlein-Buchner ist leidenschaftlicher Arzt, engagierter Bürger und Hobbyhistoriker. Viele Jahre war er ärztlicher Leiter des Kreiskrankenhauses sowie der Asklepios Klinik Germersheim. Nun sprach er nicht aus der Perspektive des Mediziners – sondern als Betroffener. Offen und eindrücklich berichtete er von seiner eigenen Krankheitsgeschichte: von der Diagnose über den Verlauf der Erkrankung, auftretende Komplikationen bis hin zu seinen Erfahrungen in der Rehabilitation. Dabei wurde deutlich, wie einschneidend eine chronische Erkrankung das Leben verändert. Prof. Dr. Beyerlein-Buchner schilderte, was es bedeutet, mit einer dauerhaften Einschränkung zu leben – körperlich, seelisch und gesellschaftlich. Ein zentrales Thema des Abends war die Rolle der Gesellschaft bei der Krankheitsbewältigung. Wie begegnen wir Menschen mit Behinderung? Welche Hürden bestehen – und welche Chancen? Prof. Dr. Beyerlein-Buchner machte deutlich: – Professionelle Begleitung ist entscheidend – Selbsthilfegruppen bieten wertvolle Unterstützung – Wissen über die eigene Erkrankung stärkt die Selbstwirksamkeit und befähigt zur Selbsthilfe. Er sprach über unterschiedliche Perspektiven auf den Begriff „Behinderung“ sowie über Integration und Inklusion. Ziel müsse es sein, gleiche Chancen und gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Fragerunde. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, persönliche Anliegen einzubringen. Zahlreiche Fragen wurden nicht nur im Plenum beantwortet, sondern auch im individuellen Austausch nach der Veranstaltung vertieft. Die positive Resonanz zeigte: Das Thema bewegt. Der Abend war informativ, berührend und ermutigend zugleich. Zum Abschluss dankten die Veranstalter Prof. Dr. Beyerlein-Buchner für seinen Mut zur Offenheit und den Besucherinnen und Besuchern für ihr großes Interesse. Die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Rampenlicht“ findet am 22. April um 17 Uhr statt. Thema: „Möglichkeiten einer Rehabilitation über die Deutsche Rentenversicherung für Arbeitnehmer*innen und Rentner*innen“. Interessierte sind herzlich eingeladen.