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Heimatbrief Verbandsgemeinde Rülzheim
Ausgabe 26/2019
Ortsgemeinde Rülzheim
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Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V.

Taufkapelle von Hildegard von Bingen in Bermersheim v.d.Höhe

Stiftung befand sich auf den Spuren von Hildegard von Bingen

Bereits am 27.8.2014 hatte die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. Hildegard von Bingen, die schon im 12. Jahrhundert die Umweltverschmutzung angeprangert hat und vor allem aufgrund ihrer Naturheillehre, die in den Büchern "Physica" und "Causau et Curae" zusammengefasst ist, als "Patronin der Ökologie" proklamiert. Seit dieser Zeit befasst sich die Stiftung immer wieder mit dem Leben dieser außergewöhnlichen Frau des Mittelalters, die in der Zeit von 1098 - 1179 gelebt hat. Sie hat zwei Klöster gegründet, das Kloster Rupertsberg in Bingen und das Kloster Eibingen auf der anderen Rheinseite, hat den umfangreichsten Briefwechsel des Mittelalters geführt und in den Jahren 1158 - 1171 vier große Predigtreisen unternommen. Unter anderem ist ihr Besuch im Kloster Hördt im Jahre 1171 mehrfach urkundlich erwähnt. Bei diesen Predigtreisen wie beispielsweise in Köln oder Trier riskierte sie jeweils die offene Kritik am Lebensstil kirchlicher und politischer Würdenträgern. Am Samstag, den 15. Juni, fand erneut ab Rülzheim eine Exkursion der Stiftung "Auf den Spuren von Hildegard von Bingen" statt. Zunächst ging es zur Taufkirche von Hildegard in Bermersheim v.d.Höhe. Hildegard kam als 10. Kind des Edelfreien Hildebert von Bermersheim und seiner Frau Mechthild zur Welt. Bermersheim und Niederhosenbach streiten zwar darüber, in welchem von beiden Ortschaften Hildegard getauft wurde. Aufgrund von mehreren Schenkungsurkunden über Ländereien aus Bermersheim an das um 1150 gegründetete Kloster Rupertsberg sowie der Tatsache, dass die jeweilige Äbtissin des Klosters Rupertsberg und nach dessen Zerstörung im Jahre 1632 die des Klosters Eibingen die Ortsherrschaft über Bermersheim ausübten, sprechen für die Vermutung zugunsten von Bermersheim. Das nächste Ziel war ein Besuch mit Vortrag in den Kellergewölben des ehemaligen Klosters Rupertsberg in Bingen. Nur noch wenige Gebäudeteile stammen noch aus dem von Hildegard gegründeten Kloster, das von Schweden im 30-jährigen Krieg niedergebrannt wurde. Zum Mittagessen fuhr die Reisegruppe hoch auf den Rochusberg, wo im Hildegard-Forum ein Hildegardisches Buffet vorbereitet war. Ein Besuch der in der Nähe befindlichen Rochuskapelle mit dem bekannten sehenswerten Hildegard-Altar war am Samstag möglich, da mehrere Hochzeiten dort stattfanden. Die letzte Station der diesjährigen Hildegard-Exkursion war das Museum am Strom in Bingen direkt am Rhein, das eine umfangreiche Hildegard-Abteilung bereithält. Anhand von Rekonstruktionen der früheren Klöster Disibodenberg und Rupertsberg bekamen die Teilnehmer im Rahmen einer Führung einen interessanten überblick über das frühere Leben in den Klöstern geboten. Auch einen Teil des umfangreichen Briefwechsels von Hildegard sowie die bildlichen Darstellungen ihrer Visionen werden dort anschaulich präsentiert.