Von links: Beigeordneter Michael Bahlinger, Gabi Deutsch, Maximilian Deutsch, Tanja Weller, Verbandsgemeinde-Beigeordneter Theo Dreyer
Die Leitung der Kreuz-Apotheke in der Mittleren Ortsstraße 123 geht in naher Zukunft von Gabi Deutsch auf ihren Sohn Maximilian über. Damit besteht die Traditionsapotheke in dritter Generation und seit 65 Jahren fort. Es beginnt ein neues Kapitel. Durch den Generationswechsel werden gewachsene Werte bewahrt und gleichzeitig neue Ideen und Perspektiven eingebracht. Gabis Vater, Günther Hetterich, ursprünglich aus Hagenbach, hatte die Geschäfte 1961 von seinem Vorgänger übernommen. Damals befand sich die Apotheke noch in der Neuen Landstraße gegenüber des heutigen Getränkemarktes. 1978 wechselte der Standort in die Mittlere Ortsstraße. Gabi selbst begann bereits während ihres Studiums der Pharmazie in den 1980er Jahren mitzuarbeiten und übernahm die Apotheke schließlich 1999 von ihrem Vater. Nun ist die Übergabe an die nächste Generation bereits in Planung. Der 26-Jährige ging den gleichen Weg wie seine Mutter, half während seines Studiums in Heidelberg ebenfalls in der Apotheke aus und ist seit seinem Staatsexamen 2024 dort tätig. Neben Maximilian arbeitet mit Tanja Weller eine dritte Apothekerin im Team. „Sie wollte mit 14 schon diesen Beruf ergreifen“, erzählt Gabi. Darüber hinaus gehören eine pharmazeutisch-technische und eine pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin zum Team. Die Zeiten haben sich für Apotheken insbesondere wegen des Internets geändert: Während die Honorare dreizehn Jahre lang nicht gestiegen sind und sie bei den Medikamenten an Festpreise (verschreibungspflichtige) bzw. Preisspannen (frei verkäufliche) gebunden sind, gilt das für die Online Konkurrenz nicht. Zwar wurden zum 1. Juli 2026 die Honorare um 50 Cent pro Packung erhöht und weitere 50 Cent kommen ab 1. Januar 2027 hinzu, darauf werden allerdings auch Abgaben fällig. Unter anderem deshalb sinkt die Zahl der Apotheken, mit 16.541 sind es so wenige wie seit 1977 nicht. „Viele meiner Kommilitonen sind nach dem Studium in die Industrie, Forschung oder zu den Behörden gegangen“, sagt Maximilian. Das führt dazu, dass die Wege für Kundinnen und Kunden weiter werden, zudem müssen die noch bestehenden Apotheken immer häufiger Notdienste übernehmen. Ein weiterer Faktor ist die Bürokratie: „Jede Krankenkasse hat andere Rabattverträge, für jedes Medikament gibt es unterschiedliche Hersteller - das führt dazu, dass wir viel erklären müssen, wenn die Packung des Arzneimittels plötzlich trotz des gleichen Wirkstoffs anders aussieht“, erklärt Gabi. Dabei macht der Beruf immer noch Spaß - „sonst hätte ich das ja nicht gemacht und gleichzeitig hat man das Gefühl Menschen helfen zu können“, sagt Maximilian. Die Apotheke vor der Haustür bietet außerdem Services, die die Online Konkurrenz nicht hat. Nicht nur werden Rezepturarzneimittel von Hand gemischt und jeder Kunde persönlich beraten, die Kreuz-Apotheke bietet außerdem auch Blutdruckmessungen, Botendienste und ab Herbst sogar Impfungen. „Wir freuen uns sehr, dass die Kreuz-Apotheke eine weitere Generation fortgeführt werden wird und weiter in Familienhand bleibt. Ihr seid eine Institution in Rülzheim und für die Versorgung unserer Bevölkerung sowie unserer Einrichtungen wie beispielsweiße der Braun’schen Stiftung sehr wichtig. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Arbeit“, so Theo Dreyer, Beigeordneter der Verbandsgemeinde für Wirtschaftsförderung und Tourismus und Michael Bahlinger, Beigeordneter der Ortsgemeinde Rülzheim für Wirtschaft und Verkehr. Geöffnet ist die Apotheke täglich von 8.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr. Samstags von 8.30 bis 12.30 Uhr.