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Ausgabe 2/2026
Sonstiges
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Jahreszeiten und Himmelsrichtungen

Quelle: https://klexikon.zum.de

Eine Eiche

im Winter, im Frühling

im Sommer und im Herbst

Die Jahreszeiten sind Teile eines Jahres. In vielen Ländern unterscheidet man vier Jahreszeiten: Zum Frühling gehören März, April und Mai, zum Sommer gehören Juni, Juli und August, zum Herbst gehören September, Oktober und November, zum Winter gehören Dezember, Januar und Februar. Manche Völker teilen es anders ein und haben mehr Jahreszeiten.

Die Erde hat eine Achse, so nennt man die gedachte Linie durch Nordpol und Südpol, um die sie sich dreht. Außerdem umkreist die Erde die Sonne, und zwar einmal pro Jahr. Die Erdachse steht schief auf dieser Umlaufbahn. Das sieht man auch bei jedem Globus. Diese Schiefstellung der Erdachse ist der Grund für die Jahreszeiten.

Die Bahn der Erde um die Sonne ist kein vollkommener Kreis, darum ist die Erde nicht immer gleich fern von der Sonne. Viele Leute denken, dass das für die Jahreszeiten wichtig sei: Es wäre Winter, weil wir weiter von der Sonne entfernt seien. In Wirklichkeit machen diese Unterschiede aber fast nichts aus. Es kommt drauf an, wo die Sonne über der Erde steht.

Wo steht die Sonne über der Erde?

In unseren Sommermonaten scheint die Sonne steiler auf die Nordhalbkugel: Bei uns in Europa ist dann Sommer.

Im Lauf des Jahres gibt es drei besondere Orte, an denen die Sonne am Mittag stehen kann. Einer ist der nördlichste Ort. Ihn nennt man den nördlichen Wendekreis. Es ist ein Breitenkreis, der sich rund um die Erde zieht. Die Sonne nähert sich ihm von Süden her, jeden Mittag ein bisschen mehr. Am 20., 21. oder 22. Juni erreicht sie ihn und erscheint später wieder immer näher über dem Äquator. Der Tag, an dem diese Wende stattfindet, nennt man die Sommersonnenwende.

Der nächste Ort ist der Äquator. Darüber steht die Sonne am 21. oder 22. September. Tag und Nacht sind dann bei uns gleich lang. Deshalb spricht man an diesem Datum von der Tag-und-Nacht-Gleiche.

In unseren Wintermonaten scheint die Sonne flacher auf die Nordhalbkugel: Bei uns ist dann Winter.

Dann wandert sie Sonne mittags weiter an den dritten Ort. Er liegt am weitesten im Süden über dem südlichen Wendekreis. Das ist ebenfalls ein Breitenkreis. Sie Sonne erreicht ihn am 20. oder 21. Dezember. Dann sind bei uns die Tage am kürzesten und werden dann wieder länger. Deshalb nennt man den Tag, an dem diese Wende stattfindet, die Wintersonnenwende.

Der vierte Ort ist auch der zweite, nämlich wieder der Äquator. Dort kommt der Höchststand der Sonne also zum zweiten Mal vor, nämlich am 21. oder 22. März. Tag und Nacht sind dann bei uns wieder gleich lang. Es kommt dann nochmals zur Tag-und-Nacht-Gleiche.

Wie kommt es vom Sonnenstand zu den Jahreszeiten?

Hellblau ist hier der Äquator eingezeichnet, dunkelblau sind die beiden Wendekreise. Die Sonne steht am Mittag immer zwischen den beiden Wendekreisen, je nach Jahreszeit.

Je steiler das Sonnenlicht von oben auf die Erde fällt, desto mehr wärmt es sie auf. Fällt das Licht nur flach auf die Erde, so kann es diese nicht so stark aufwärmen. Auf dem oberen Bild erkennt man gut, dass die Sonnenstrahlen auf der Nordhalbkugel steiler auftreffen als auf der Südhalbkugel. Es ist also Sommer im Norden und Winter im Süden. Beim unteren Bild ist die Erde halb um die Sonne gewandert, die Sonnenstrahlen kommen deshalb aus der anderen Richtung. Jetzt ist es genau umgekehrt: im Norden ist nun Winter und im Süden ist Sommer.

Die Jahreszeiten und das Klima sind also auf der Nordhalbkugel genau umgekehrt als auf der Südhalbkugel. Man spricht deshalb auch vom Nordsommer, dann ist Südwinter. Wenn bei uns Nordwinter ist, herrscht auf der Südhalbkugel der Südsommer.

Warum ist es beim höchsten Sonnenstand nicht am wärmsten?

Beim höchsten Sonnenstand ist es noch nicht am heißesten, aber die Gefahr für einen Sonnenbrand ist am größten.

Die Sonne braucht eben Zeit. Sie muss nicht nur die Luft erwärmen, sondern auch das Wasser in Meeren und Seen sowie den Erdboden, die Häuser und was es sonst noch gibt. Es ist wie bei uns in der Wohnung: Wenn wir die Heizung aufdrehen, dauert es eine gewisse Zeit, bis das wirkt.

Um den 20. Juni haben wir den höchsten Sonnenstand. Die Tage sind am längsten und die Gefahr für einen Sonnenbrand ist am größten. Bis es aber am wärmsten ist, dauert es seine Zeit. Das ist dann meist im Juli der Fall.

Dafür ist es beim tiefsten Sonnenstand vor Weihnachten noch nicht am kältesten. Das kommt erst danach, meist im Januar. Die Seen und Teile des Meers brauchen dann aber noch mehr Zeit, um abzukühlen und frieren oft erst im Februar zu.

Wie ist es auf der Südhalbkugel?

Kurz gesagt ist auf der Südhalbkugel alles genau umgekehrt wie auf der Nordhalbkugel. Sommer und Winter sind vertauscht, ebenso Frühling und Herbst. Wer die Kälte nicht mag, könnte also jeden Herbst auf die Südhalbkugel umziehen und im Frühling wieder zurück. Es gibt tatsächlich Leute, die dies tun.

Allerdings darf man nicht denken, bei uns sei alles normal und auf der Südhalbkugel verkehrt. Genau das Umgekehrte kann sagen, wer auf der Südhalbkugel wohnt. Beide Ansichten haben denselben Wert, es ist nur eine Frage des Standpunkts.

Himmelsrichtung

Die wichtigsten Himmelsrichtungen - man nennt dieses Bild auch „Windrose“. N steht zum Beispiel für Norden, NW für Nordwesten und NO für Nordosten.

Norden, Süden, Osten und Westen sind Himmelsrichtungen. Man nennt sie so, weil sie mit dem „Lauf“ der Sonne am Himmel zu tun haben. Schon unsere Vorfahren im Altertum erkannten, dass die Sonne morgens immer im Osten aufgeht, mittags im Süden steht und abends im Westen untergeht.

Mit einem Kompass kann man sehen, wo welche Himmelsrichtung ist. Hier zeigt die Nadel, mit der roten Spitze, ungefähr nach W wie Westen.

Das liegt daran, dass die Erde eine Kugel ist und sich einmal am Tag um sich selbst dreht. Wir Menschen drehen uns mit der Erde mit. Darum sieht es für uns so aus, als ob die Sonne um uns herum wandert.

Auf der Südhalbkugel sieht man die Sonne am Mittag nicht im Süden, sondern im Norden. Das liegt daran, dass die Sonne dann mehr oder weniger über dem Äquator steht, je nach Jahreszeit etwas verschoben. Ob die Sonne am Mittag im Norden oder im Süden steht, hängt also auch davon ab, wo sich der Mensch befindet, der die Sonne beobachtet.

Im Uhrzeigersinn sind die Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. Es gibt dazu viele Merksprüche, die immer mit den Wortanfängen N O S W zu tun haben. Die bekanntesten sind: „Nie ohne Seife waschen“ oder „Nie ohne Stiefel wandern“.

Wozu braucht man Himmelsrichtungen?

Mit der Himmelsrichtung kann man eine Richtung auf der Erde anzeigen. Wenn man sich in der Stadt einen Weg merken will, orientiert man sich an Straßennamen oder auffälligen Gebäuden wie zum Beispiel Kirchen. In der freien Natur oder auf dem offenen Meer geht das aber nicht. Deshalb braucht man hier die Himmelsrichtungen.

Wenn man zum Beispiel von Berlin nach Köln fahren will, muss man immer nach Westen, also Richtung Sonnenuntergang. Wer von Hamburg nach München will, muss nach Süden, also dahin, wo die Sonne am Mittag steht. Man kann eine Richtung auch noch genauer angeben: Wenn man zum Beispiel in eine Richtung geht, die genau zwischen Norden und Osten liegt, nennt man das Nordosten.

Wie kann man die Himmelsrichtung feststellen?

Wenn die Sonne scheint, braucht man nur eine Uhr, und zwar eine mit Zeigern. Man kann sie so drehen, dass der kleine (Stunden-)Zeiger auf die Sonne zeigt. Dann liegt Süden immer genau zwischen der Sonne und der 12.

Ein Beispiel: Morgens um 9 Uhr steht die Sonne etwa im Südosten. Wenn man die Uhr nun so dreht, dass der Stundenzeiger zusammen mit der 9 zur Sonne zeigt, zeigt die 12 nach Südwesten, und Süden liegt genau dazwischen, also zwischen 10 und 11. Bei Sommerzeit muss man statt der 12 die 1 nehmen, weil die Mittagszeit dann um eine Stunde verschoben ist. Wenn man nun nach Süden schaut, dann ist links Osten, rechts Westen und im Rücken Norden.

Noch leichter und auch bei bedecktem Himmel oder nachts geht es mit einem Kompass. Der hat einen kleinen magnetischen Zeiger, der immer nach Norden zeigt. Das liegt daran, dass die Erde viel Eisen enthält und deshalb selbst wie ein riesiger Magnet wirkt. Außerdem zeigen die meisten Kompasse nicht nur die Haupthimmelsrichtungen, sondern haben auch einen beweglichen Kranz mit Gradzahlen, mit denen man die Richtung noch viel genauer bestimmen kann.

Hilfreich ist außerdem eine Landkarte. Unsere heutigen Karten sind in der Regel „genordet“, das heißt Norden ist immer oben. Daher muss man sie mittels Kompass oder Sonnenstand so ausrichten, dass der Norden auf der Karte auch wirklich nach Norden zeigt.

Was gibt es noch zwischen Norden, Osten, Süden und Westen?

Manchmal braucht man die Richtung auch noch genauer, zum Beispiel beim Wetterbericht oder beim Segeln. Es gibt deshalb noch Bezeichnungen für das, was zwischen den vier Haupthimmelsrichtungen liegt. Am besten erkennt man das an einem Beispiel. Es gilt aber sinngemäß auf der ganzen Windrose:

Genau in der Mitte zwischen Nord und Ost liegt Nordost, abgekürzt NO. Zwischen Ost und Süd liegt folglich Südost, abgekürzt SO. Zwischen Süd und West liegt Südwest, abgekürzt SW. Zwischen West und Nord liegt Nordwest, abgekürzt NW. Das ist auf den meisten Windrosen eingezeichnet. Die Wortteile Nord und Süd gehen immer voran.

Es geht aber noch genauer: Zwischen Nord und Nordost liegt Nordnordost, abgekürzt NNO. Zwischen Nordost und Ost liegt Ostnordost, abgekürzt ONO. So kann man sich rund um die Windrose arbeiten.

Wofür werden Himmelsrichtungen auch noch benutzt?

„West-östlicher Divan“, ein Buch von Johann Wolfgang von Goethe. Darin schreibt er über den Islam.

Himmelsrichtungen hört man oft beim Wetterbericht: Weht der Wind zum Beispiel aus Westen, bringt er feuchte Luft vom Atlantik oder deshalb oft Regen. Weht er aus Süden, wird es warm, aus Norden eher kühl.

Im Alltag verwendet man die Himmelsrichtungen aber nicht nur für eine Richtung, sondern auch für eine Gegend. Der Norden von Deutschland heißt deshalb Norddeutschland. Bei den Himmelsrichtungen denkt man außerdem meist an etwas Bestimmtes: Beim Norden an Kälte, denn wenn man von Europa nach Norden reist, kommt man in die kalte Arktis. Süden steht im Gegenteil für Wärme, der Osten für das Licht, nämlich für den Sonnenaufgang, und der Westen für die Dunkelheit.

Mit „westlich“ und dem Westen meint man aber auch Europa und Nordamerika. Diese westliche Welt nannte man früher das Abendland, weil die Sonne im Westen untergeht. Bei „östlich“ denkt man vor allem an Russland, Asien oder den Nahen Osten. Die letztere Gegend, mit Arabien bis zum Iran, nennt man auch den Orient oder das Morgenland. China und Japan liegen hingegen im Fernen Osten.