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Ausgabe 4/2026
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Wie oft Haare waschen?

Wir haben die Antwort - und sie ist bestimmt anders, als du denkst

Haare waschen gehört für dich zur täglichen Routine. Doch muss eine tägliche Haarwäsche wirklich sein oder schadet das dem Haar womöglich sogar? Wir verraten dir, wann und wie oft du tatsächlich Haare waschen solltest. Plus: Die besten Haarpflege-Tipps

Quelle: https://www.glamour.de

Wie oft Haare waschen? Wir haben die überraschende Antwort

Wie häufig hast du schon bei deinen Freunden und Freundinnen nachgefragt, wie oft sie ihre Haare waschen, und warst danach ganz verunsichert? "Ich wasche täglich”, "Ich wasche nur einmal die Woche”, "Ich benutze kein Shampoo”: Die Meinungen zum Thema Haare waschen gehen deutlich auseinander und deshalb hilft die Nachfrage einem oft nicht weiter. Doch was stimmt denn nun, wie findet man die richtige Methode für sich und kann man die Haare eigentlich auch zu oft shampoonieren?

Haare waschen: Wie oft ist gesund?

Wie oft du deine Haare waschen musst, hängt von deinem Haartyp und Lebensstil ab. So unterschiedlich die Meinungen im Bekanntenkreis sind, so unterschiedlich sind auch ihre Haare und Gewohnheiten.

Grundsätzlich lässt sich sagen: "Je häufiger die Haare gewaschen werden, desto mehr wird der natürliche Säureschutzmantel der Kopfhaut stimuliert, Talg zu produzieren”, erklärt die Münchner Friseurin Charlotte Probst. "Dieser überschüssige Talg führt dann dazu, dass die Kopfhaut und die Haare schneller fettig werden.”

Wie oft man in der Woche seine Haare waschen sollte? Das sehen wir uns passend zu den einzelnen Haartypen und Spezialfällen gesondert an:

Feine Haare

Feine Haare neigen dazu, schneller fettig zu werden, da sie weniger Volumen haben und der Talg sich schneller verteilt. Versuche dich daran zu gewöhnen, deine Haare alle zwei bis drei Tage zu waschen, um der Kopfhaut Zeit zu geben, ihr natürliches Gleichgewicht wiederherzustellen. Verwende dabei milde Shampoos, die das Haar nicht beschweren und es gleichzeitig von überschüssigem Fett befreien.

Dicke Haare

Dicke Haare sind oft robuster und fetten nicht so schnell nach. Es sollte reichen, sie ein- bis zweimal pro Woche zu waschen. Achte darauf, dass du feuchtigkeitsspendende Produkte verwendest, um die Haarstruktur zu pflegen und Frizz zu vermeiden. Solltest du durch Sport oder Umwelteinflüsse das Gefühl haben, dass du deine Haare öfter waschen möchtest, kannst du das auch machen. Grundsätzlich darfst du dich aber gerne darauf ausruhen, dass deine Haare nicht so schnell fettig aussehen. Das kommt der Gesundheit deiner Kopfhaut zugute.

Trockene Haare

Wer zu Spliss, Haarbruch und trockenem Haar neigt, der sollte sein Haar nicht allzu oft waschen, da das Haar durch die Haarwäsche weiter austrocknen kann. Am besten shampoonierst du dein Haar nur jeden zweiten bis dritten Tag, um ihm nicht die eigenen Fette zu entziehen und es noch trockener zu machen. Tipp: Du kannst diese natürlichen Fette auch mit einer Bürste mit Naturhaarborsten in die Längen verteilen, um diese zu pflegen.

Zum Thema waschen: Bei Haarbruch und Co. solltest du definitiv ganz sanft mit dem Haar umgehen und es vor dem Reinigen entwirren. Und: Das Shampoo am besten nur am Ansatz einmassieren, das schont die Spitzen, während die Reste des Shampoos, die über das Haar laufen, genügend reinigen. Natürlich ist auch ein Conditioner und eine Maske einmal pro Woche Pflicht, um Feuchtigkeit zurückzugeben.

Fettige Haare

Wer unter fettigem Haar leidet, der möchte am liebsten täglich unter die Dusche springen. Doch Vorsicht: Wer häufig wäscht, massiert auch die Kopfhaut und regt dadurch die Talgproduktion an. Die Folge: Das Haar wird noch schneller fettig. Daher ist es - ja, es ist schwer, das wissen wir - wichtig, auch bei fettigem Haar hin und wieder eine Waschpause einzulegen. Eine Haarwäsche alle zwei Tage ist ideal. Nutze zwischendurch Trockenshampoo, um das Haar aufzufrischen und die Fettproduktion in Schach zu halten. Mittlerweile gibt es auch Blotting Papers für den Ansatz für unterwegs.

Lockige Haare

Lockige Haare trocknen in der Regel schneller aus als glattes Haar. Daher sollte man sie nicht zu häufig waschen. Einmal pro Woche reicht es in den meisten Fällen völlig aus. Verwende ein mildes Shampoo und reichhaltige Conditioner, um die Sprungkraft der Locken zu erhalten.

Normales Haar

Du hast normales Haar, ohne Schuppen oder Trockenheit? Dann liegt die Entscheidung, wie oft du deine Haare waschen möchtest, ganz bei dir. Denn: Theoretisch kannst du deine Haare täglich waschen. Die heutigen Shampoos sind sogar mit milden Inhaltsstoffen darauf ausgerichtet. Wenn du also normales Haar hast, entscheidet ganz allein das Reinheitsempfinden über die Häufigkeit.

Nötig ist jeden Tag Haare waschen dabei kaum, eher im Gegenteil: Wer einmal einen oder zwei Tage Pause einlegt, der merkt schnell, dass es auch Vorteile bringt, da sich die entstehenden natürlichen Fette im Haar verteilen und es schön geschmeidig machen. Das Fett bietet sozusagen eine Gratispflege, bei der man sich im Endeffekt sowohl Shampoo als auch Conditioner spart.

Täglich Haare waschen? Besser nicht!

Ja, tägliches Haarewaschen kann für die Haare schädlich sein. Durch das häufige Waschen wird der natürliche Schutzmantel der Kopfhaut gestört, da jedes Mal die natürlichen Fette entfernt werden, die das Haar geschmeidig halten. Dies kann zu trockener Kopfhaut, sprödem Haar und Haarbruch führen. Besonders heißes Wasser und aggressive Shampoos strapazieren das Haar zusätzlich. Außerdem kann das tägliche Shampoonieren die Talgproduktion anregen, was dazu führt, dass die Haare noch schneller nachfetten.

Wie schaffe ich es, meine Haare weniger zu waschen?

Um deine Haare seltener zu waschen und den täglichen Rhythmus zu durchbrechen, ist vor allem Geduld und eine schrittweise Umgewöhnung erforderlich. Ein wichtiger erster Schritt ist es, die Kopfhaut und Haare daran zu gewöhnen, weniger Talg zu produzieren. Wir wissen ja: Je häufiger wir unsere Haare waschen, desto mehr Fett wird produziert. Hier sind einige Tipps, wie du es schaffst, deine Haare seltener zu waschen und einige Tage Pause zwischen den Haarwäschen zu machen:

  • Trockenshampoo verwenden: Trockenshampoo ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um überschüssiges Fett zu absorbieren und dem Haar einen Look wie frisch gewaschen zu verleihen. Es verlängert die Zeit zwischen den Haarwäschen, ohne die Kopfhaut zu belasten. Wende es direkt an den fettigen Stellen am Ansatz an und kämme es gut aus.
  • Haare weniger berühren: Häufiges Berühren oder Kämmen verteilt die natürlichen Fette von der Kopfhaut schneller in die Längen, was das Haar fettig aussehen lässt. Achte darauf, die Haare in der Umgewöhnungsphase weniger oft zu berühren und vermeide es, sie unnötig zu kämmen.
  • Auf milde Shampoos umsteigen: Wenn du deine Haare wäschst, nutze milde, sulfatfreie Shampoos, die die Kopfhaut schonen und nicht zu aggressiv reinigen. Dadurch wird die Kopfhaut weniger ausgetrocknet und produziert weniger schnell Fett.
  • Haare öfter hochstecken: Wenn die Haare am zweiten oder dritten Tag fettig aussehen, kann es helfen, sie zu einem lockeren Dutt oder Pferdeschwanz hochzustecken. Dadurch fällt das fettige Haar weniger auf und wirkt dennoch gepflegt.
  • Den Waschrhythmus schrittweise verlängern: Beginne damit, die Haarwäschen schrittweise hinauszuzögern. Wenn du bisher täglich gewaschen hast, versuche zunächst, nur jeden zweiten Tag zu waschen. Nach ein paar Wochen kannst du versuchen, den Abstand auf drei Tage zu erweitern. Deine Kopfhaut wird sich langsam an den neuen Rhythmus gewöhnen und weniger Talg produzieren. Probier’s aus!
  • Kalte Rinse nach der Haarwäsche: Wasche dein Haar nicht zu heiß, da dies die Talgproduktion anregt. Eine abschließende Rinse mit kaltem Wasser hilft, die Poren zu schließen und die Talgproduktion zu reduzieren.
  • Ernährung und Pflegeprodukte anpassen: Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen fördert ebenfalls eine gesunde Kopfhaut. Außerdem kannst du Naturborstenbürsten verwenden, um das natürliche Fett gleichmäßig im Haar zu verteilen und die Spitzen zu pflegen.

Haare waschen ohne Shampoo: Das sind die beliebtesten Alternativen

Haare waschen ohne Shampoo? In den sozialen Medien taucht immer häufiger die No-Poo-Diskussion auf. Anwender:innen testen dabei, ob sich ihr Haar positiv verändert, wenn sie kein Shampoo, sondern nur Wasser verwenden. Der Eigentest hat uns bisher nicht überzeugt, weil dann einfach zu viel Schweiß und Fett im Haar hängen bleiben.

Was aber super ist: Nur ganz wenig Shampoo verwenden und nur in die Kopfhaut und die Haare am Ansatz einzumassieren. So wird die Kopfhaut und das meiste Fett entfernt, und die Längen werden trotzdem nicht zu trocken. Und natürlich unser liebster Hack für frische Haare ohne Haarwäsche: das Trockenshampoo.

Kein Shampoo und Haare ausfetten lassen: Wie lange sollte man Haare nicht waschen?

Schon mal davon gehört, die Haare ausfetten zu lassen? Das bedeutet, über einen längeren Zeitraum (empfohlen werden sechs Wochen) bewusst auf das Haarewaschen zu verzichten, um die Talgproduktion der Kopfhaut zu regulieren. Ziel dieser Methode ist es, die Kopfhaut daran zu gewöhnen, weniger Fett zu produzieren, da durch häufiges Waschen die natürliche Fettproduktion oft überstimuliert wird.

Während des Ausfettens werden die Haare zunächst fettig und können ungepflegt wirken, doch nach ein bis zwei Wochen beginnt die Kopfhaut, weniger Talg zu produzieren. Unterstützend kann man in dieser Phase auf Trockenshampoo oder spezielle Bürsten mit Naturborsten zurückgreifen, um das Fett im Haar zu verteilen und die Haare gepflegt wirken zu lassen.

Und so geht die Noo-Poo-Variante: Shampoo bleibt für sechs Wochen tabu, du kannst während des Ausfettens aber die Haare mit Wasser waschen. Eine Haarwäsche nur mit Wasser entfernt Schmutz, Schweiß und Rückstände, ohne die natürlichen Öle der Kopfhaut vollständig abzuspülen, wie es bei Shampoos der Fall wäre. Nach erfolgreichem Ausfetten solltest du in der Lage sein, deine Haare nur noch alle paar Tage mit Shampoo waschen zu können, ohne dass du aussiehst, als wärst du in einen Eimer Öl gefallen.

Tipps und No-Gos zur Haarwäsche für jeden Haartyp

Shampoo verteilen, ausspülen und fertig? Wer seine Haare nicht nur sauber, sondern auch gepflegt haben möchte, muss noch ein paar weitere Dinge bei der Haarwäsche beachten. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Fehler Nr. 1: Bürsten vor der Haarpflege vergessen

Du springst morgens direkt unter die Dusche, ohne die Haare davor zu entwirren? Nicht gut. Insbesondere langes Haar sollte vor der Haarwäsche gebürstet werden. Zum einen, um Rückstände diverser Stylingprodukte zu beseitigen. Zum anderen, um Haarbruch zu vermeiden. Nasses Haar ist besonders empfindlich und bricht schnell ab. Wer die Haare vor dem Waschen bändigt, verhindert, dass sie sich unter der Dusche stark verheddern und entzottelt werden müssen.

Fehler Nr. 2: Zu heiß waschen

Umso höher die Temperatur, desto gründlicher werden die Haare gewaschen? Von wegen! Zu heißes Wasser trocknet das Haar aus und lässt sie nach der Wäsche spröde aussehen. Darum besser lauwarmes Wasser verwenden und für die Extraportion Glanz den Conditioner mit kaltem Wasser ausspülen.

Fehler Nr. 3: Zu viel Shampoo bei der Haarpflege verwenden

Je mehr, desto besser? Nein! Eine haselnussgroße Menge reicht völlig aus, um das Shampoo in Kopfhaut und Ansatz einzumassieren. Für die Pflege der Längen gibt es schließlich im zweiten Schritt noch eine Spülung. Das spart nicht nur Zeit, weil weniger Shampoo schneller aus dem Haar gespült wird, sondern auch Geld!

Fehler Nr. 4: "Irgendein” Produkt verwenden oder Haare waschen mit Seife statt Shampoo

Die Flasche ist ganz hübsch und der Duft ist auch lecker? Das sind definitiv die falschen Kriterien bei der Auswahl eines Shampoos. Auch Seife hat auf dem Haupt nichts zu suchen, sie ist zu stark austrocknend.

Fehler Nr. 5: Kopfhaut irritieren

Du hast irgendwo mal gehört, dass Kopfmassagen die Durchblutung anregen und somit auch das Haarwachstum? Das ist vollkommen richtig. Falsch ist es allerdings, die Kopfhaut wie wild zu schrubben und zu starken Druck auszuüben. Das gilt vor allem für diejenigen, die von Haus aus eher fettiges Haar haben. Eine Massage regt schließlich auch die Talgdrüsen an, die bei einer Überproduktion für den gefürchteten Fetthelm sorgen.