Sich einmal fühlen wie die Erwachsenen, das war am 23. September 2023 für die mehr als 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Eisfeld, Schalkau und Rottenbach möglich. Für 38 Mädchen und Jungen aus Eisfeld und Schalkau galt es, einen 12-Stunden-Dienst zu absolvieren, so wie es ihre großen Vorbilder in den Einsatzabteilungen tun. Die Rottenbacher nahmen am Vormittag an einem Einsatz teil.
Nach einer ersten Einweisung in die zu nutzende Technik an diesem Tag, gab es gegen 10:15 Uhr einen ersten Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Eisfeld durch die Leitstelle. Diese befand sich jedoch nicht in Zella-Mehlis, sondern vor Ort. Gemeldet wurde eine unklare Rauchentwicklung im Eisfelder Volkshaus. Eine Nebelmaschine sorgte für den notwendigen Rauch. Im Gebäude wurden zwei Personen als vermisst gemeldet. Die Einsatzkräfte aus Eisfeld begannen unter Atemschutz mit der Suche der Vermissten. Auch wurde eine erste Löschwasserstrecke aufgebaut. Nachalarmiert wurden die Wehren aus Schalkau und Rottenbach. Sie unterstützten die angenommene Brandbekämpfung. Mit der Drehleiter aus Schalkau konnte eine Person über ein Fenster gerettet werden. Die zweite vermisste Person wurde von den Trupps mit Hilfe einer Trage aus dem Gebäude gebracht und vom Rettungsdienst versorgt.
Zum Abschluss dieses Tagesabschnittes konnten jeweils zwei Vertreter der Jugendfeuerwehren über die Drehleiter Höhenluft schnuppern und aus dieser luftigen Höhe „Wasser marsch“ über den Drehleitermonitor realisieren.
Nach einer Mittagspause in den Feuerwehrgerätehäusern Schalkau und Eisfeld - in Eisfeld wurden auch die Teilnehmer aus Rottenbach verpflegt - gab es eine Erholungsphase. In der Werrastadt Eisfeld konnten in einem Stationsbetrieb weitere Kenntnisse der Feuerwehrarbeit vermittelt werden. In Schalkau wurde der zweite Tageseinsatz vorbereitet.
Die Einsatzkräfte aus Schalkau wurden gegen 16 Uhr zu einem Chemieunfall in die Gemeinschaftsschule Schalkau alarmiert. Nachalarmiert wurde die Freiwillige Feuerwehr Eisfeld. Zusammen mit diesen Kräften traf auch Notarzt Dr. Johannes Milz aus Eisfeld ein, der nach der Vorsichtung der Geretteten durch Rettungssanitäter aus Schalkau die abschließende Beurteilung der Verletzten vornahm.
Für die Eisfelder Einsatzkräfte hieß es, den Löschangriff durchzuführen. Nach dem Übungsende ging es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schalkau und Eisfeld gemeinsam zum Abendessen in das Schalkauer Feuerwehrgerätehaus. Anschließend wurde die Freizeit ebenfalls gemeinsam gestaltet. Die letzte Alarmierung in diesem 12-Stunden-Dienst der Jugendfeuerwehren erfolgte gegen 20 Uhr zur Suche zweier vermisster Personen im Bereich des Stelzener Berges. Durch das Ausleuchten der Einsatzstelle und Bildung einer Suchkette gelang es, die vermissten Personen erfolgreich zu finden und zu retten.
Der stellvertretende Eisfelder Jugendwart Daniel Priester äußert sich positiv über diesen 12-Stunden-Dienst. Am Tagesende waren alle „erschöpft, aber sehr zufrieden mit dem Ablauf des Tages“. „Es gab viele glückliche Augen und die Kinder haben ihren Eltern schon beim Abholen berichtet, wie toll der Tag war.“ Besonders findet er die überregionale Zusammenarbeit mit den Nachbarn Schalkau und Rottenbach gut. „Drei Landkreise - Hildburghausen, Sonneberg und Coburg - und zwei Bundeländer, es hat alles geklappt. Für die Kinder und Jugendlichen hat diese ungewöhnliche Zusammenarbeit sehr gut funktioniert. Auch die Kommunikation zwischen den Leitungen der Jugendfeuerwehren war gut.“ Nach Daniel Priester kennen sich die Kinder und Jugendlichen nicht, was auch in der Realität bei Einsätzen durchaus auch so sei. Das Ziel der Arbeit der Jugendfeuerwehren ist nach Priester auch, den jungen Menschen nahe zu bringen, wie wichtig die Hilfe für Mitmenschen im Notfall ist, ihnen in der Not zu helfen. „Es ist nicht nur eine Spielerei, was wir in der Jugendfeuerwehr machen.“
19 aktive Kameraden aus Eisfeld und Schalkau sowie drei Kameraden aus Rottenbach standen den Kids an diesem Tag mit Rat und Tat zur Seite.
Der Dank der Leitungen der Jugendfeuerwehren Eisfeld und Schalkau geht an alle, die diesen Tag mit organisiert, vorbereitet und durchgeführt haben. Ein besonderer Dank geht an den Eisfelder Notarzt Dr. Johannes Milz, der die kleinen und großen Kids bei der Versorgung der Verletzten unterstützt hat sowie an den DRK-Kreisverband Hildburghausen, der nunmehr zum fünften Mal in Folge ein Rettungsfahrzeug unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.
Auch den Eltern gebührt ein Dank, die stets die Arbeit der Jugendfeuerwehr unterstützen.
Hier noch ein paar Bilder von diesem ereignisreichen Tag:
Text und Fotos: Karl-Wolfgang Fleißig