| • | 1637 22.02.: 3 Kompagnien Kroaten des Generals Isolani werden für 3 Wochen in Eisfeld einquartiert, am 7. März folgen 14 Kompagnien Ungarn für 5 Wochen. |
| • | 1637 21.05.: In der Himmelfahrtsnacht überfällt eine räuberische Horde im Eisfelder Amtshaus (Schloss) den Römhilder Amtmann Felix Rauschardt im Schlaf und haut ihm die Nase ab. |
| • | 1637: Harras wird von Kroaten heimgesucht, sie brandschatzen und morden. Das obere Stockwerk des Schlosses brennt aus, es wird nicht wieder aufgesetzt. |
| • | 1637 05.12.: „Herr Magister Sixtus Richter, Pfarrer zu Veilsdorff, zwei Uhr gegen abend unversehens in der Werra ertrunken“ |
| • | 1637: Der Wiederaufbau der Kirche ist offenbar im wesentlichen abgeschlossen. Die Kirche trägt nun möglicherweise den Namen „Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit“ (Dreifaltigkeit = Trinität = Dreiheit der Personen in Gott - Vater, Sohn und Heiliger Geist), dafür gibt es aber keinen urkundlichen Nachweis. |
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| Der Wiederaufbau des Kirchturms einschließlich der Anschaffung der neuen Glocken kostet 1.361 Gulden 12 Groschen 5 ½ Pfennig, der Wiederaufbau des Kirchengebäudes kostet 1807 Gulden, 19 Groschen 7 ½ Pfennig. Hinzu kommen die Kosten für den Wiederaufbau der Lateinschule von 928 Gulden 9 Groschen 10 ½ Pfennig, in der Summe also 4097 Gulden, 20 Groschen 11 ½ Pfennig. Zur Bezahlung werden 1500 Gulden gegen Zinß aufgenommen, 455 Gulden durch Brandsteuer erlangt (u.a. 87 Gulden aus Coburg, 60 Gulden aus Erfurt und 70 Gulden aus Schweinfurt), 1264 Gulden, 6 Groschen 7 ½ Pfennig durch Anlagen von der Bürgerschaft zusammengebracht und 847 Gulden aus dem Gotteskasten beigesteuert. |
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| Die Steine zu den Pfeilern in der Kirche wurden im Schwarzbacher Steinbruch gebrochen. Die Hauptarbeiten leisteten der Maurer Hans Löffler aus Oberwind, der Zimmermann Hans Martersteg, die Schreiner Andres und Jacob Burckart, der Schlosser Jacob Otto, die Glaser Oswald Otto und Jacob Lieb, der Schmied Nicol Richter, der Dachdecker Wolfgang Klipper aus Hildburghausen, der Schieferdecker Conrad Schreyer aus Coburg und der Tüncher Hans Schnabel aus Coburg. |
| • | 1637/38: In der Eisfelder Jahresrechnung erwähnte Einwohner von Heydt (Heid): Endres Walter, Georg Walter, „der Allt und der Jung“ Hannß Bischeff, Hannß und Oßwalt Breutigam, Mattes Hopf, Hannß Griebell und von Hirsendorff (Hirschendorf) Paulus Schmidt, Paulus Hopf, Hanns Steltzner, Erhardt Schunck (?), Caspar und Jacob Schunck (?), Hannß und Veit Hopf, Anna Beuerin (Bauer), Hannß Dreßels Erben |
| • | 1637/38: Wegen eines Schlotbrandes muß Georg Wittauer 2 Gulden Strafe zahlen. Die „Feuerbeseher“ (später „Feuerschau“) machen in diesem Rechnungsjahr offenbar nicht ihre Runde. |
| • | 1638 20.03.: Herzog Ernst befiehlt seinen Untertanen, die Bestellung der Felder nicht zu vernachlässigen, zugleich verhängt er harte Strafen für Straßenräuberei |
| • | 1638 24.04.: Die neue, nunmehr dritte Orgel wird eingebaut und am 24. April erstmals „geschlagen“, Organist und 4. Lehrer ist der aus Crock zurückgekehrte Georg Berold. |
| • | 1638 04.06.: Eine Kontributionsliste weist aus: In der Stadt Eisfeld leben nur noch 163 Erwachsene. |
| • | 1638 24.06.: Anna Catharina von Stein, die zweite Tochter des Junkers Hans Dietrich von Stein zum Altenstein, stirbt auch schon als Kind und wird neben ihrer Schwester in der Gottesackerkirche beigesetzt. |
| • | 1638: Bis zu diesem Jahr wird das Bärental in Richtung Grübersburg als Appell- und Manövergelände für die verteidigungsfähigen Mannschaften der Stadt und des Amtes Eisfeld genutzt. Die Stadt- und die Landfahne (militärische Einheiten mit jeweils rund 320 Mann, die Stadtfahne in den Farben schwarz/gelb) führen ihre militärischen Übungen vor dem Burghauptmann der Veste Coburg vor. Die Truppe marschiert danach, vorneweg das Trommler- und Pfeiferkorps, durch die Sulze und das Obere Tor in die Stadt ein. Ein schönes Fest in allen Wirtshäusern der Stadt beschließt den kriegerischen Tag. Später ändert das Fest seinen Charakter und wird zum traditionellen Kuhschwanzfest. |
| • | 1638: Die Kirchgemeinde Sachsendorf kauft in Poppenwind das kleine Glöcklein für 5 Gulden. |
| • | 1639 01.05. bis 1640 01.05.: Daniel Frey ist 1. Bürgermeister (wie schon 1635-36), Gemeindebürgermeister ist Caspar Hellmuth, Baumeister ist Jacob Kreuchauff, Weinmeister sind Johann Hoffmann und Ludwig Krapp, Kastenmeister ist Andreas Dhratt (Draht). Neu im Rat ist Moritz Conrad. |
| • | 1639 06.08.: Der gewesene Amtskastner Michael Latermann stirbt und wird in der Dreifaltigkeitskirche zu Eisfeld zwischen dem Amtsstuhl und dem Taufstein begraben. Für dieses Grabmal hat die Witwe der Kirche 50 Reichstaler bezahlt. |
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| KRAUSS schreibt dazu: „Am Schwibbogen, wo man auf die Canzel geht, ist auf einer meßingen Tafel, oben das Wappen, darunter diese Schifft zu lesen: |
| „Herr Michael Latermann, gewesener F.S. Amts-Castner zu Eisfeld und Verwalter deß Closter Veilsdorff, ist gestorben den 16. Aug. 1639 und in diesen Schwibbogen begraben worden demesambt seinem lieben Weib und unß allen Gott eine fröliche Auferstehung auß Gnaden verleihen wolle. Für dieses Grabmal hat seine Wittwe 50 thr. der Kirchen verehret.“ |
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| Das Sterbedatum dieser erst nach dem Tod der Witwe angefertigten Tafel ist offenbsichtlich falsch, im Sterberegister 1632-1675 auf Seite 170 ist eindeutig der 6. August angegeben!!! |
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| Bisher wurde nie beachtet, dass der Text der Messingplatte den Hinweis enthält, dass auch die am 29.09.1654 gestorbene Witwe Margaretha des Michael Latermann mit in seiner Gruft beigesetzt worden ist! Dies bedeutet auch, dass diese Platte erst nach ihrem Tod angefertigt und zur Kennzeichnung des Grabes benutzt worden ist. |
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| Noch während des Krieges öffnen Soldaten das Grab in der Hoffnung, Kleinodien darin zu finden. Der Schlosser und Uhrsteller Jacob Otto, der in der Nähe der Kirche wohnt, schließt das Grab wieder und bedeckt es mit dem Grabstein. Als er bald darauf die Uhr stellt und in der Dämmerung durch die Kirche geht, erscheint ihm ein Mann in Latermanns Gestalt, der ihm die Hand bietet, als wolle er sich für den Liebesdienst bedanken. Jacob Otto ist über dieses Erlebnis so entsetzt, dass er kurz darauf stirbt. |
KLAUS PFRENGER 09.01.2026