Die Geschehnisse um den 19. Dezember 1975 beschäftigen noch heute Zeitzeugen der umliegenden Ortschaften von Bockstadt-Herbartswind. Überraschend groß ist auch das Interesse bei der jüngeren Generation, wohl geweckt durch Erzählungen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis.
Erneut ist es den Mitgliedern des Feuerwehrvereins Herbartswind e.V. gelungen, ein Vortrag zu generieren, der eine große Zuhörerschar diesmal ins Mehrzweckgebäude (folgend: MZG) Herbartswind strömen lies. Erinnern wir uns, 2024 lud der Verein mit dem Museum Eisfeld zur „Entdeckungsreise“ der Blessberghöhle in den Schlosssaal Eisfeld ein. Weit über 100 Interessierte folgten dem Referenten des Thüringer Höhlenvereins e.V.
Am 21. November 2025 erlebte unser MZG einen Besucherandrang aus nah und fern, wie es ihn seit seiner ehrenamtlichen Erbauung im Jahre 1989 nicht erfahren durfte. Die weiteste Anfahrt nahm ein Zeitzeuge aus Heldburg auf sich. Die Bestuhlung für die 92 gezählten Interessenten reichte nicht aus, die Vereinsmitglieder mussten mit zusätzlichen Bänken Sitzgelegenheiten schaffen.
Was geschah am 19. Dezember 1975 sowie an den Tagen davor und danach. Referent Hans-Jürgen Lau, Betreiber eines Schmiedemuseums aus Hirschendorf, präsentierte einen zeitlichen Abriss beginnend in den 50-er Jahren bis in die Neuzeit. Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Ermordung der Grenzsoldaten J. Lange und K.-P. Seidel während der Flucht des NVA-Soldaten W. Weinhold. Umfangreiches Bilder- und Schriftmaterial von Aufklärungs- und Obduktionsberichten der Behörden, aber auch Videoaufnahmen von Zeitzeugen prägten den kurzweiligen Vortrag. Zeitweise herrschte absolute Stille im Saal, so gespannt folgte man Herrn Lau‘s Worten.
Lange diskutierten und spekulierten viele im Nachhinein noch an diesem Abend. Gibt es noch Unterlagen, welche nicht veröffentlicht wurden? Gab es für die Veröffentlichungen eine Zensur? Wurden all die persönlichen Fragen beantwortet? Dass wird wohl jeder für sich selbst entscheiden müssen!
Die Spendenbox war von den Besuchern gut gefüllt. Das lässt auf die Qualität des Vortags schließen. Der Verein konnte seine Unkosten decken und dankt Herrn Lau sowie allen Gästen.
Die Vereinsmitglieder planen für Herbst des Jahres eine Wanderung zur Gedenkstätte der ermordeten Soldaten und werden anschließend zur Stärkung beim gemütlichen Zusammensein einladen. Der Termin wird für Interessierte frühzeitig bekannt gegeben.
Vorstand FWV Herbartswind e.V.