Katholische Sakralbauten waren sie ursprünglich fast alle, unsere Eisfelder Kirchen und Kapellen. Und wenn zwei von ihnen bei ihrem Ende als alt oder baufällig bezeichnet wurden - gemeint sind die Liebfrauenkapelle am Oberen Tor und die frühere Pfarrkirche St. Georg unterhalb des Kirchbergs - dann dürfen wir nicht von einer Standzeit seit ihrer Errichtung ausgehen, denn beide wurden nach der totalen Verwüstung der Stadt im Wettinisch-Schwarzburgischen Konflikt 1400/1401 wieder neu aufgebaut, wie auch der Vorgängerbau der großen Kirche St. Nicolaus.
Nach der Durchsetzung der Reformation in Eisfeld um 1525 gab es in der Stadt keine katholischen Kirchen und Kapellen mehr. Und es sollte 392 Jahre dauern, bis in einem Eisfelder Kinosaal (vermutlich im kleinen Gambrinus-Saal am Webersberg/Hintere Pforte) erstmals wieder ein katholischer Gottesdienst gefeiert werden konnte mit dem Kuratus Schwab aus Hildburghausen und 36 Gläubigen.
Die Geschichte katholischer Sakralbauten in neuer Zeit begann mit einer Annonce in der "Eisfelder Zeitung" vom 16. Juni 1922: „In Eisfeld a. W. ist Wohnhaus, 6 Wohng.,
Hof, Gart., Wasserleitg., äußerst günst. um 200 000 M. zu verk. Näh. Unt. Nr. 2873 durch Konr. Fath, Immob.-Kontor Nürnberg, Fürther Straße 22, Rückporto erb.“
Schon am 3. Juli 1922 erwarb das Domkapitel zu Würzburg die angebotene "Mietskaserne" für die kleine katholische Gemeinde. Es ist das Haus Coburger Straße 450 (später Hausnummer 46). Ermöglicht wurde dieser Kauf durch die Stiftung des in England lebenden Deutsch-Österreichers Simon Harwarth. Erst am 11. November 1925 konnte in einer frei gewordenen Wohnung des Hauses ein Betsaal eingerichtet werden. Und am 25. Mai 1926 erteilten die kirchlichen Behörden der katholischen Gemeinde Eisfeld die Erlaubnis, in ihrem Betsaal das Allerheiligste aufzubewahren. Damit war der Betsaal offiziell als Kapelle anerkannt.
Vor allem durch Umsiedler wurde die katholische Gemeinde während des 2. Weltkrieges und besonders danach größer, die Kapelle allein reichte bald nicht mehr aus. Deshalb stellte die katholische Gemeinde am 5. Juni 1947 den Antrag zum Bau einer Barackennotkirche an der Schalkauer Straße. Diese konnte schon am 12. September 1948 geweiht werden.
Die katholische Gemeinde gab sich nicht lange zufrieden mit der Barackennotkirche, deshalb wurde von Mitte 1952 an immer wieder mit den stattlichen Stellen über eine bessere Lösung verhandelt. 1954 reichte dann die Gemeinde einen Bauantrag für eine steinerne Kirche mit einem separaten Glockenturm ein. Der Entwurf und die Bauzeichnungen stammten von dem Eisfelder Architekten Fritz Zang. Leider fand dieser Antrag keine Zustimmung, diese neue katholische Kirche hätte für die Stadt ein Schmuckstück werden können. Trotz dieses Mißerfolgs gab die katholische Gemeinde nicht auf. Pfarrkurat Popp reichte1956 den Bauantrag für einen Betsaal mit 180 Plätzen ein, der als Flachbau hinter der Barackennotkirche entstehen sollte. Der Rat des Kreises genehmigte jedoch im März 1960 lediglich die Instandsetzung der Barackennotkirche. Die Bauarbeiten wurden sofort begonnen. Im August 1960 stellte die Bauaufsicht fest, dass die Bauausführung dieser "Barackeninstandsetzung" erheblich von der genehmigten Bauzeichnung abwich. U.a. war aus der Holzbaracke ein Massivbau geworden mit einem nicht geplanten Trauraum, die Unterkellerung war größer ausgefallen und die Fenster waren völlig anders gestaltet. Die Folgen waren ein sofortiger Baustopp und die Einleitung eines Ordnungsstrafverfahrens. Letztendlich gab jedoch der Staat die Fortführung des Baues frei. So konnte am 9. Oktober 1960 die Weihe der Pfarrkirche St. Elisabeth erfolgen, sie wurde durch den Magdeburger Weihbischof Dr. Rintelen vorgenommen.
Im Frühjahr 1977 fand eine gründliche Außen- und Innenrenovierung der katholischen Pfarrkirche statt, dabei wurde der Altarraum neu gestaltet.
Inzwischen ist ein weiterer Umbau der Kirche erfolgt, u.a. mit der Verlegung des Eingangs an eine Seite der Kirche.
Klaus Pfrenger