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Amtsblatt der Gemeinden Elxleben und Witterda
Ausgabe 6/2026
Wissenswertes
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Gefahr aus dem Gebüsch:

sichtbare und unsichtbare Helfer gegen Wildunfälle

Im Gemeinschaftsjagdbezirk Witterda/Friedrichsdorf wurden in den zurückliegenden drei Jahren jährlich durchschnittlich

8 Stück Rehwild

0,5 Stück Damwild

1 Stück Schwarzwild und

3 Feldhasen

so wie viele Raubtiere (Fuchs, Dachs, Katze) Opfer von Verkehrsunfällen.

Dazu kommen aufgeregte, verängstigte und verärgerte Autofahrende, sowie die dazugehörigen Sachschäden an Kfz in unbekannter Höhe.

Die Jägerschaft Witterda/Friedrichsdorf setzt seit Jahren ein Zeichen gegen Wildunfälle. Schon im Jahr 2012 wurden entsprechende Genehmigungen bei den zuständigen Straßenmeistereien eingeholt und seitdem auf den Landstraßen L2141 und K20 blau reflektierende Wildwarner an den Leitpfosten montiert. Diese bilden durch das reflektierte Scheinwerferlicht eine Lichtbarriere für das Wild. In der Natur kommt die Farbe Blau selten vor, daher ist diese Farbe für Wildtiere eine abschreckende Warnfarbe.

Leider mussten wir anhand unserer aktuellen Unfallstatistiken feststellen, dass sich das Wild mit der Zeit teilweise an die vorhandenen Reflektoren gewöhnt hat und diese nicht mehr als ausreichend bedrohlich wahrnimmt. Daher wurden nun weitere Maßnahme zur Wildabwehr vorgenommen. Am 16.05.2026 wurden die blauen Reflektoren gereinigt sowie teilweise ersetzt und aufgewertet. Mit einer zusätzlichen Bohrung gelang es, die Reflektoren um einen sogenannten Duftzaun zu erweitern. Der Duftzaun ist nun eine zweite Barriere, um die Wildtiere von den Landstraßen fernzuhalten.

Der Duftzaun besteht aus einem Duftschaum (Trägerkonzentrat), dieser tritt unterhalb der Reflektoren sichtbar aus der Bohrung aus. Dieses Trägerkonzentrat enthält künstliche Duftstoffe und ahmt auf diese Art die natürlichen Feinde vom Schalenwild (Reh, Schwarzwild, Damwild) nach. Dazu zählt beispielsweise der Geruch vom Wolf in Verbindung mit menschlichen Duftstoffen. Der Duftzaun muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden, weil die Wirkung der Duftstoffe mit der Zeit nachlässt.

Mit den Reflektoren und dem Duftzaun wird das Wild jetzt mittels Seh- und Geruchssinn gewarnt. Diese Kombination zusammen mit dem Lärm der vorbeifahrenden Autos soll die Tiere abschrecken und dazu anhalten diese Bereiche in straßennähe möglichst zu meiden. Die Jägerschaft Witterda/Friedrichsdorf erhofft sich zukünftig eine deutliche Verringerung der Wildunfälle an den Gefahrenschwerpunkten der L2141 und K20. Und auch Autofahrende können selbst etwas zur Verhinderung von Wildunfällen tun. Eine angemessene Fahrweise mit verringerter Geschwindigkeit und Aufblendlicht bei Nacht kann die wertvollen Sekunden verschaffen, um Wildtiere am Straßenrand rechtzeitig zu erkennen und reagieren zu können.

Falls es doch zu einem Wildunfall kommt, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Ruhe bewahren und Unfallstelle gut sichtbar absichern - Eigenschutz geht vor
  2. Ggfl. verletzte Personen versorgen
  3. Polizei über die 112 oder Jagdpächter informieren
  4. Mit dem Tier richtig umgehen - nicht anfassen, nicht verfolgen, nicht mitnehmen
  5. Dokumentation für die Versicherung (Fotos, Wildunfallbescheinigung)

Bitte fahren Sie nach einem Wildunfall nicht weiter. Melden Sie bitte jeden Unfall. Dies ist notwendig, um im Schadensfall Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Und es ist ihre Verantwortung gegenüber dem verletzten Wildtier, damit dessen Leiden nicht unnötig verlängert wird.

Jägerschaft Witterda/Friedrichsdorf