In vielen Wohngebäuden steckt enormes Potenzial zur Energieeinsparung. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist die Umsetzung jedoch oft komplex: Mehrere Eigentümer:innen müssen sich auf Maßnahmen und Zeitpläne einigen, technische Fragen klären und rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Die Verbraucherzentrale Thüringen hilft mit einem speziellen Beratungsangebot für WEGs.
Gerade wenn die Sanierungsaufgabe groß erscheint, lohnt sich eine Erstberatung. Sie zeigt:
* wo die größten energetischen Schwachstellen liegen,
* welche Maßnahmen sinnvoll zusammenpassen und
* welche Fördermittel infrage kommen.
So wird aus vielen offenen Fragen ein konkreter Plan - und der Start in die Sanierung fällt leichter. Hilfreich kann auch ein neutraler Fachvortrag in der Eigentümerversammlung sein, um Fakten zu klären und die Diskussion zu versachlichen.
Gebäudehülle vor Heizungsanlage
Bevor über den Austausch der Heizungsanlage entschieden wird, lohnt sich der Blick auf die Gebäudehülle. "Dämmung, Fenster, Türen - hier liegt der Schlüssel für eine nach-haltige Sanierung", erklärt Ramona Balod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. Denn eine gut gedämmte Gebäudehülle reduziert Wärmeverluste deutlich und senkt damit dauerhaft die Heizkosten. Zusätzlich verbessert sie den Wohnkomfort - im Winter bleibt es wärmer, im Sommer kühler. Auch Schallschutz und Immobilienwert profitieren. Ein entscheidender Vorteil: Nach der Sanierung sinkt die Heizlast. Dadurch kann häufig eine kleinere Heizungsanlage mit geringerer Leistung installiert werden - das senkt sowohl Investitions- als auch Betriebskosten.
Kleine Schwachstellen, große Wirkung
Undichte Fenster und Türen können bis zu 20 Prozent Wärmeverlust verursachen. Der Austausch kann als Einzelmaßnahme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden. Über ungedämmte Fassaden können bis zu 30 Prozent der Wärme verloren gehen. Auch eine Fassadendämmung kann als Einzelmaßnahme über das BAFA gefördert werden.
Erneuerbare Energien mitdenken
Solarthermie, Photovoltaik und Batteriespeicher können sinnvoll in ein Sanierungskonzept integriert werden. Selbst erzeugter Strom ist häufig günstiger als Netzstrom, erhöht die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und macht die Wohnanlage zukunftssicher.
Förderung nutzen
Für nahezu jede Maßnahme gibt es Förderungen oder Zuschüsse. Die größte Heraus-forderung bleibt jedoch, die energetische Sanierung Schritt für Schritt zu planen und gemeinsam umzusetzen. Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale unterstützt Wohnungseigentümergemeinschaften bei ihrem Projekt - von der Dämmung bis zur Haustechnik.
Anmeldung und weiterführende Tipps:
Die Online-Anmeldung sowie Informationen über den Ablauf und die Kosten für eine WEG-Beratung bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale finden Sie hier: https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale kooperiert mit der Deutschen Energieagentur (dena) im Projekt "Energetische Modernisierung in Wohnungs-eigentümergemeinschaften". Wissenswertes für Eigentümer:innen und Verwaltungen findet sich hier: https://www.gebaeudeforum.de/wissen/weg-praxisguide/.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.